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Netflix

„Frankenstein“ auf Netflix: Das Ende erklärt – Was bedeuten Victors letzte Worte wirklich?

Das düstere Finale von Guillermo del Toros Frankenstein wirft große Fragen auf – besonders Victors letzte Worte und das Zitat, das kurz vor dem Abspann eingeblendet wird. Welche Bedeutung steckt hinter der emotionalen Schlussszene?

Oscar Isaac während einer Szene in Frankenstein
Victors letzte Worte im Film haben eine besondere Bedeutung. Foto: IMAGO / Landmark Media

Schon seit Freitag läuft Guillermo del Toros düstere Science-Fiction-Neuinterpretation „Frankenstein“ bei Netflix – und viele Fans fragen sich: Warum endet der Film so anders als Mary Shelleys Buch? Und wieso legt der Regisseur so großen Wert auf Victors letzte Worte? Um das zu verstehen, lohnt ein Blick auf die wichtigsten Abweichungen, die del Toro im Finale bewusst setzt.

Die wohl wichtigste Änderung auf Netflix: Die Kreatur kann nicht sterben

Wie in Shelleys Roman setzt auch del Toros Version im endlosen Eis an. Dort wird der schwer angeschlagene Victor von einer Expedition entdeckt und erzählt, wie er seine Schöpfung erschaffen hat – und wie schlimm es endete. Doch hier zeigt der Film bereits eine fundamentale Neuerung: Die Kreatur besitzt regenerative Fähigkeiten und ist unsterblich. Dadurch verschiebt sich die Bedeutung der finalen Begegnung komplett. Im Buch droht die Kreatur ständig damit, sich selbst zu vernichten – im Film ist das schlicht nicht möglich. Del Toro zwingt sie dazu, weiterzuleben, egal wie gebrochen sie ist.

Bevor das Gespräch im Schiff stattfindet, spitzt sich die Handlung noch einmal dramatisch zu. Am Hochzeitstag von Victors Bruder William und Elizabeth taucht die Kreatur auf und verlangt eine Gefährtin. Victor reagiert im Film impulsiver und unbeherrschter, was die Tragödie nur noch beschleunigt. Bei der Auseinandersetzung sterben sowohl William als auch Elizabeth – ein emotionaler Schlag, der Victor endgültig antreibt, seine Schöpfung bis ans Ende der Welt zu verfolgen.

Victor Frankensteins letzter Wunsch – und was er damit wirklich meint

In der Enge der Kapitänskajüte treffen sich die beiden Rivalen ein letztes Mal. Victor erkennt, wie viel Leid er angerichtet hat, und sagt zu seiner Schöpfung: „Mein Vater gab mir diesen Namen, er erfüllte sich nicht. Bitte gib ihm diese Bedeutung wieder, in dem du ihn sagst wie zu Beginn, als er dir die Welt bedeutete.“ Dieser Satz verrät viel über Victors Zustand:

• Der Name „Victor“ bedeutet Sieger – aber er sieht sich selbst als gescheitert.

• Er möchte, dass die Kreatur ihm einen letzten Funken Ehre zurückgibt.

• Er bittet nicht um Rettung, sondern um Vergebung.

Im Buch kommt es nie zu dieser Aussprache – dort stirbt Victor, ohne je Einsicht zu zeigen. Del Toro lässt ihn dagegen einen Moment echter Reue erleben. Die Antwort der Kreatur ist schlicht, aber mächtig: „Victor, ich vergebe dir.“ Das ist der emotionale Kern des neuen Endes: Die Kreatur zeigt mehr Menschlichkeit als ihr Schöpfer.

Anders als im Roman: Warum die Kreatur am Ende weiterlebt

Mary Shelleys Kreatur kündigt an, sich zu verbrennen. Del Toros Version hat keine Wahl – sie ist an ihre Unsterblichkeit gebunden. Also entscheidet sie sich, weiterzugehen. Sie rettet das Schiff aus dem Eis, akzeptiert ihr Schicksal und verschwindet im Licht des Sonnenaufgangs. Der Film verabschiedet sich dabei von der Idee der Selbstzerstörung und setzt stattdessen auf Weiterleben trotz Schmerz.

Das Byron-Zitat: Der Schlüssel zum ganzen Film

Kurz vor dem Abspann taucht ein Satz von Lord Byron auf: „And thus the heart will break, yet brokenly live on.“ („Und so bricht das Herz, doch lebt’s gebrochen weiter.“) Byron war nicht nur Mary Shelleys Wegbegleiter, sondern schrieb über traumatisierte Antihelden, die von der Welt verletzt wurden, aber trotzdem weitermachen. Genau diese Figur verkörpert del Toros Kreatur. Sie ist ein Wesen, das Gewalt, Einsamkeit und Vertreibung erlebt hat – und dennoch weitergeht.

Guillermo del Toro erklärte im Interview mit „Wired“, dass er das Zitat wählte, weil es für ihn ausdrückt, wie Menschen trotz emotionaler Zerstörung weiterleben müssen. Das passt sowohl zu Victor als auch zur Kreatur – nur dass für Victor die Zeit abgelaufen ist und die Kreatur nun mit dem, was passiert ist, allein weiterleben muss.

Quellen
Ed Sheeran Game of Thrones - Foto: HBO
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