FoodFor nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus den Nahrungsergänzungsmittel-Shots
Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel ist groß. Ein Hit kann da schnell Millionen einbringen, doch was macht FoodFor so besonders?

Kaffee, Cola oder Schokolade – wenn im Arbeitsalltag der Kopf müde wird, greifen viele Menschen zu denselben schnellen Helfern. Dr. Teresa Cramer, Franziska Kuenburg und Raphael Thurn und Taxis wollten eine Alternative entwickeln.
Mit ihrem Zürcher Startup FoodFor brachten sie vier flüssige Nahrungsergänzungsmittel-Shots in „Die Höhle der Löwen“, die jeweils für eine bestimmte Alltagssituation gedacht sind.
Vier Shots für unterschiedliche Anlässe
Das Sortiment besteht aus THINKING (zum Zeitpunkt des Pitches noch „FOCUS“) für intensive Kopfarbeit, BOOST für Energie, EUPHORIA für emotionale Balance und CALM für die Abendroutine. Die Idee dahinter: Statt verschiedene Pillen oder Nahrungsergänzungsmittel zu kombinieren, bündelt jeder Shot ausgewählte Nährstoffe in einer einfachen Anwendung.
Hinter FoodFor steckt ein ungewöhnliches Gründer-Trio. Dr. Teresa Cramer ist Neurowissenschaftlerin und forscht seit mehr als zehn Jahren am Gehirn, aktuell am MIT in Cambridge und zuvor unter anderem an der Harvard University. Franziska Kuenburg kommt aus dem Investmentbanking und Consulting, Raphael Thurn und Taxis aus der Lebensmittelindustrie.
Die Rezepturen sollen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und werden laut den Gründern kontinuierlich mit Experten weiterentwickelt. Auch Konsumententests und Kundenfeedback fließen in die Produkte ein.
Der Geschmackstest fällt bei den Löwen verhalten aus. Das ist für das Team aber kein zentrales Problem: Im Vordergrund steht der funktionale Nutzen, nicht der Genuss. Die Expertise des Trios und die Idee selbst kommen bei den Investoren gut an.
Doch dann erfahren die Löwen, dass FoodFor bereits 950.000 Euro geliehen hat. Diese Wandeldarlehen trüben die Stimmung deutlich. Eine Flasche kostet im Onlineshop 3,75 Euro – ein Preis, der angesichts der Empfehlung, im besten Fall täglich einen Shot zu trinken, nicht ohne weiteres als günstig durchgeht.
Im vergangenen Jahr erzielte FoodFor nach Angaben der Gründer 100.000 Euro Umsatz. Der Verkauf ist sowohl im Onlinehandel als auch im Einzelhandel geplant. Ralf Dümmel mag das Produkt, findet die Bewertung jedoch zu hoch und steigt aus.
Die übrigen Löwen erkennen das Potenzial des Health-Food-Markts und prüfen einen Einstieg. Johannes Kliesch wundert sich über die vergleichsweise geringen Verkaufszahlen und sieht sich selbst als den richtigen Partner, um sie zu verbessern. Janna Ensthaler ist jedoch zu unsicher und steigt aus.
Judith Williams fragt nach, was FoodFor von der Konkurrenz unterscheidet. Dr. Teresa Cramer nennt die Zusammenstellung der Inhaltsstoffe und die einfache Handhabung im Vergleich zu Tabletten. Für Judith reicht das nicht aus, weil ihr ein klarer USP fehlt. Auch sie steigt aus.
Johannes würde FoodFor zunächst nicht so stark international expandieren. Zudem erschweren ihm die bestehenden Wandeldarlehen den Einstieg, weshalb er sich zurückzieht. Carsten Maschmeyer hält das Wandeldarlehen in seiner jetzigen Form für uninvestierbar. Unter angepassten Bedingungen wäre er jedoch bereit zu investieren – verlangt dafür aber 20 Prozent statt der angebotenen zehn.
Nach einer kurzen Beratung stimmen die Gründer zu. FoodFor verlässt die Höhle mit einem Deal.
So ging es nach der Sendung mit FoodFor weiter
Im Onlineshop von FoodFor sind die vier Sorten weiterhin erhältlich, allerdings nicht einzeln. Wer bestellen möchte, muss mindestens acht Shots für 29,95 Euro kaufen. Größere Packungen und Abonnements sind ebenfalls möglich und senken den Preis pro Flasche.
Auch bei Amazon gibt es die vier Sorten als 8er- und 12er-Pack. Der Preis unterscheidet sich dort kaum vom Onlineshop, abgesehen von den Mengen- und Abo-Rabatten auf der Website.
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