HyEx nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus der Hyaluronbehandlung für zu Hause
Eine verpfuschte Lippenunterspritzung sorgte für die Erfindung von HyEx. Bei den Löwen sorgt das Produkt aber eher für Kopfschütteln.

Hyaluronbehandlungen sind aus der Beauty-Welt kaum noch wegzudenken. Doch was passiert, wenn das Ergebnis nicht den Wünschen entspricht? Genau diese Frage beschäftigte Leonie Steinhauer nach einer missglückten Lippenunterspritzung.
Um die Hyaluronsäure wieder auflösen zu lassen, musste sie einen Arzt aufsuchen – und dafür zusätzlich 250 Euro bezahlen. Dazu kamen eine starke Schwellung und zwei Tage, an denen sie sich ungern in der Öffentlichkeit zeigte.
Gemeinsam mit Ines Frey entwickelte sie daraufhin HyEx. Das Münchner Startup möchte Frauen eine Anwendung für zu Hause anbieten, die Hautunregelmäßigkeiten nach Hyaluronbehandlungen optisch verbessern soll. Statt sofort wieder zum Arzt zu müssen, sollen Betroffene das Produkt selbst anwenden können.
Die Löwen im Zweifel
Carsten Maschmeyer zeigt sich früh kritisch. Ihm wirkt das Ergebnis zu unnatürlich, weshalb er sich kaum vorstellen kann, hinter HyEx zu stehen. Ines Frey hält dem entgegen, dass Geschmack letztlich eine persönliche Sache ist. Ein echtes Einvernehmen entsteht daraus trotzdem nicht.
Auch die Bewertung sorgt für Diskussionen. Das Produkt ist zum Zeitpunkt des Pitches noch nicht auf dem Markt, die Erwartungen der Gründerinnen beruhen daher auf Schätzungen zu Herstellungsmenge und Produktionskosten. Dagmar Wöhrl hält die geforderten 250.000 Euro für ein unveröffentlichtes Produkt deshalb für deutlich zu hoch. Ralf Dümmel sieht zusätzlich ein Problem beim Preis: Mit 89 Euro wird es schwierig, HyEx später im Einzelhandel zu platzieren.
Janna Ensthaler zeigt sich als einzige Löwin grundsätzlich offen. Sie kennt sich mit Hyaluronbehandlungen aus und wehrt sich gegen vorschnelle Vorurteile. Wenn die Aussagen der Gründerinnen stimmen, könnte HyEx für Betroffene eine sinnvolle Lösung sein. Sie kritisiert jedoch, dass sich das Startup vor allem auf Frauen zwischen 18 und 30 Jahren konzentriert. Für sie ist diese Zielgruppe zu eng gefasst.
Am Ende überwiegen die Zweifel. Dagmar Wöhrl kann sich weder mit der Wirkung noch mit der Bewertung anfreunden und steigt aus. Carsten Maschmeyer sieht ein weiteres Problem: Das Produkt lässt sich aus seiner Sicht schwer bewerben. Auch er verabschiedet sich.
Judith Williams möchte Hyaluronbehandlungen nicht pauschal verurteilen. Sie sorgt sich jedoch darüber, dass immer mehr junge Frauen kosmetische Korrekturen vornehmen lassen. Hinzu kommt, dass sie HyEx nicht glaubwürdig genug findet, um zu investieren. Ralf Dümmel scheitert ebenfalls an der hohen Bewertung und dem Aufwand, der für die Vermarktung nötig wäre.
Janna Ensthaler bleibt am längsten im Gespräch. Doch auch sie ist nach dem Pitch nicht vollständig überzeugt. Die hohe Bewertung und die fehlende Überzeugungskraft des Auftritts führen schließlich dazu, dass auch sie absagt. HyEx verlässt die Höhle ohne Deal.
Das wurde nach der Sendung aus HyEx
Nach der Ausstrahlung ist HyEx bislang nicht erhältlich. Weder auf der Website von Jivala, dem Kosmetikunternehmen von Ines Frey, noch in einem anderen Shop lässt sich das Produkt finden. Wer nach dem Pitch Interesse hatte, kann es daher aktuell nicht kaufen.
Das lässt daran zweifeln, ob HyEx jemals frei verkäuflich sein wird: Auch Startups ohne Deal profitieren normalerweise von der Reichweite von „Die Höhle der Löwen“. Ohne ein verfügbares Produkt bleibt diese Aufmerksamkeit für HyEx jedoch ungenutzt. Eine vertane Chance, doch vermutlich haben die Gründerinnen in den Monaten seit Pitch-Aufzeichnung den Fokus auf andere Projekte gelegt.








