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Filmkritik zu „Das Zeiträtsel“: Liebe und Selbstakzeptanz - und das bitte recht plötzlich!

Filmkritik zu "Das Zeiträtsel" von Disney
Eine Kritik zum Disney-Film "Das Zeiträtsel", das diesen Donnerstag in die deutschen Kinos kommt. Foto: Disney

Disneys neuer Streifen „Das Zeiträtsel“ wird als „episches Abenteuer, das nicht von dieser Welt ist“ angepriesen. Wir haben den Film, der am 5. April 2018 in den deutschen Kinos startet, vorab gesehen. Eine Kritik.

 

„Das Zeiträtsel“: Besetzung

Der Cast ließ Großes erwarten: Regie unter der Oscar-nominierten Ava DuVernay („Selma“), Drehbuch von Oscar-Gewinnerin Jennifer Lee, aus deren Feder auch der Riesenerfolg „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ stammt. Starbesetzung mit unter anderen Oprah Winfrey (zweifache Oscar-Nominierung), Reese Witherspoon (ein Oscar), Zach Galifianakis (zwei Emmys) und Chris Pine (Emmy-Nominierung). Ihre Peis-Sammlung aufstocken können die Beteiligten mit diesem Film aber wohl eher nicht.

 

„Das Zeiträtsel“: Filminhalt

Die 13-Jährige Meg Murry (Storm Reid) hat es nicht leicht. Sie wird in der Schule nicht nur gehänselt, weil sie hochintelligent ist, sondern auch, weil ihr Vater (Chris Pine) auf mysteriöse Weise verschwand. Die Tochter zweier weltberühmter Physiker adaptiert zur Einzelgängerin. Einzig mit ihrem kleinen hochbegabtem, Bruder Charles Wallace (Deric McCabe) sowie ihrem Klassenkameraden Calvin (Levi Miller) versteht sich die Teenagerin. Eines Tages taucht eine wunderliche Frau bei Familie Murry auf: Mrs. Soundso (Reese Witherspoon). Sie behauptet, dass ihr Vater lebe, aber in Gefahr sei. Mit  Unterstützung zweier anderen überirdischen Wesen, Mrs. Welche (Oprah Winfrey) und Mrs. Wer (Mindy Kaling), machen sich Meg und ihr Bruder auf die Suche nach ihrem Vater. Auch Calvin kommt mit auf die abenteuerliche Reise durch verschiedene Paralleluniversen.

 

Der Trailer von „Das Zeiträtsel“:

 

 

Das „Zeiträtsel“: Kritik

Der 1962 erschienene gleichnamige Roman, auf dem der Film basiert, gilt als Klassiker der Kinderliteratur in den USA. Zu Recht: Autorin Madeleine L’Engles gelang es in „A Wrinkle in Time“ die Geschichte von Meg anspruchsvoll, aber zeitgleich warmzherzig zu erzählen. Auf der Suche nach ihrem Vater sowie naturwissenschaftlicher Erkenntnis, gelingt es der verschüchterten Protagonistin über sich hinauszuwachsen. Die selbe Botschaft hatte sicher auch Ava DuVernay in ihrer Verfilmung zu vermitteln versucht. Das Motiv der grauen Maus, die sich später nicht nur zum schönen, sondern vor allem selbstbewussten Schwan (Frauenpower!) wandelt, ist in letzter Zeit ein häufiges Thema in Disney-Filmen. Mit Hauptdarstellerin Storm Reid („12 Years a Slave“) hätte das auch grundsätzlich gut funktionieren können. Blöd nur, dass die völlig verkitschte Landschafts- und Figurendarstellung (zumindest der drei Feen) davon ablenken. Bestes Beispiel: Die Szene, in der sich Reese Witherspoon in ein überdimensionales fliegendes Salatblatt verwandelt, von welchem Calvin dramatisch hinunterpurzelt, aber von lebenden Blumen aufgefangen wird. Dabei entstehen zwar beeindruckende Bilder, Sinn und Zwecke für die Handlung dürfte sich dem Zuschauer jedoch nicht erschließen. 

Ein weiteres Problem bei „Das Zeiträtsel“: Ironischerweise die Zeit. Obwohl der Film mit 110 Minuten nicht gerade kurz ist, wirkt er vor allem gehetzt. Vom einem Universum zieht die kuriose Reisegruppe munter in das nächste weiter. Der Zuschauer wird dabei in die unterschiedlichen Schauplätze geschubst, ohne dass er genau versteht, warum Vater Murry nun nicht hier zu finden war und warum sie den nächsten Ort aufsuchen.

Die gefühlsduselige Botschaft, die dem Zuschauer in jeder Sequenz insbesondere durch Oprah Winfrey penetrant unter die Nase gerieben wird (Liebe und Selbstakzeptanz!) sowie eine Handlung ohne auch nur eine unvorhergesehene Wendung tun ihr übriges. Hier wurde zu viel gewollt und zu wenig der Auffassungsgabe der Zuschauer getraut.

 

Fazit

Nicht vergessen jedoch darf, dass der Streifen für Kinder gemacht ist. Insofern sie denn die fast zwei Stunden aufmerksamkeitstechnisch durchhalten und klein genug sind, um tatsächlich nicht voraus zu sehen, was als nächstes passiert, könnte ihnen der Film samt zuckrigen Soundtrack durchaus gefallen. Erwachsene sollten sich den Kinoeintritt lieber sparen.



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