Kino

Filmkritik: Venom - Spideys Gegner als Held?

Spider-Mans größter Gegner bekommt einen eigenen Film. Wie "Venom" sich als Held auf der Leinwand schlägt, erfahrt ihr in unserer Kritik

Venom
"Venom" bringt den fiesen Alien-Symbionten auf die große Leinwand Bild: Sony Pictures Entertainment
 

Während Spider-Man inzwischen im Marvel Cinematic Universe herum hüpfen darf, liegt ein großer Teil der Rechte immer noch bei Sony. Die haben mit „Venom“ dem wohl größten Widersachers des Wandkrabblers einen Solo-Film spendiert. Während Venom in den Comics allerdings eine lange Zeit hatte, um sich vom fiesen Alien zum Anti-Helden zu entwickeln, muss das jetzt in einen zweistündigen Film passen.

Der Reporter Eddie Brock (Tom Hardy) ist komplett am Boden. In einem Interview unterstellt er dem einflussreichen Unternehmer Dr. Carlton Drake (Riz Ahmed) nicht nur eine Leiche im Keller zu haben – leider ohne konkrete Beweise. Doch dadurch verliert Eddie nicht nur seinen Job, sondern auch seine Verlobte Anne (Michelle Williams).

Als eine Mitarbeiterin der Life Foundation, Carlton Drakes Firma, die gewünschten Beweise liefern kann, wittert Eddie eine Mega-Story. Doch in einer geheimen Forschungseinrichtung kommt er in Kontakt mit einem außerirdischen Symbionten, der fortan in seinem Körper haust.  Und nicht nur das, Drake will sein Eigentum zurück und schickt eine ganze Armee hinter den überforderten Eddie.

„Venom“ braucht eine ganze Weile, bis er in Fahrt kommt. Fast die komplette erste Stunde wird darauf verwendet, die Figuren und Konflikte einzuführen. Dabei lebt der Film vor allem durch Tom Hardy, der mit seiner Präsenz und seinem Charme den Zuschauer direkt auf seine Seite zieht. Leider fehlt dem Rest des Films genau das. Den Bösewicht zeichnet nichts aus, außer dass er besonders skrupellos ist und auch die Geschichte um die verschiedenen Symbionten ist auch typische Comic-Verfilmungskost.

Wenn dann Venom das erste Mal in Erscheinung tritt, schaltet auch der Film direkt drei Gänge höher. Plötzlich passieren gefühlt zehn unterschiedliche Dinge gleichzeitig und es reiht sich eine Action-Szene an die nächste. Allerdings muss Eddie sich erst mal mit dem Ding, das jetzt in seinem Körper wohnt, anfreunden. Diese Sequenzen, in denen Tom Hardy voll verschwitzt seinen Nachbar einschüchtert oder sich in einem Restaurant extrem daneben benimmt, sind extrem komisch. Auch der stetige Austausch zwischen Eddie und der Stimme in seinem Kopf hat einige richtig gut geschriebene Gags, die häufig sitzen.

Das mag Fans der Comic-Figur sauer aufstoßen, schließlich ist Venom eine sehr düstere Figur. Doch diese Szenen braucht der Film, denn der Rest bleibt erschreckend egal. Die Macher haben einige nette Einfälle, um die Kräfte der Symbionten darzustellen. Allerdings sehen die Effekte für eine Produktion dieser Preiskategorie leider nur in Ordnung aus. Das gilt übrigens auch für den 3D-Effekt, der gerade in den Hintergründen erschreckend unscharf wirkte. Und wenn dann im Finale zwei CGI-Kreaturen aufeinander einprügeln, geht die Übersicht dank wackeliger Kamera komplett flöten.

Was in Erinnerung bleibt, sind einige lustige Sprüche und ein wie immer guter Tom Hardy. Leider bietet der Rest des Films zu wenig, an dem sich der Zuschauer festhalten könnte und verkommt so zu einem recht öden Erlebnis. Nichts an diesem Film ist besonders schlecht, aber leider auch nicht gut.



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