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Kino

Deutscher Filmpreis 2022 | Jella Haase im Interview: "Auf Chantal bin ich stolz!"

Jella Haase spielt in „Lieber Thomas“ (2021) die Geliebte des DDR-Schriftstellers Thomas Brasch. Im Rahmen des Deutschen Filmpreises 2022 wurde Jella für ihre Rolle als "Beste Nebendarstellerin" nominiert.

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Jella Haase
Jella Haase ist beim Deutschen Filmpreis als "Beste Nebendarstellerin" für die Filmbiografie "Lieber Thomas" nominiert. Foto: © Peter Hartwig

Bekannt wurde Jella Haase (29) vor allem durch ihre Rolle als „Chantal“ in der beliebten Erfolgsfilmreihe „Fack Ju Göthe“ (2013). Seither kann sie sich vor Rollenangeboten kaum noch retten! Die gebürtige Berlinerin ist längst jenseits der (Jugend-)Komödie als Schauspielerin erfolgreich. "Lieber Thomas" (2021) beispielsweise schlägt ernstere Töne an.

Der Film erzählt die Geschichte des bekannten Dichters und Drehbuchautors Thomas Brasch. Jella Haase (als dessen Geliebte Katharina Thalbach) und Hauptdarsteller Albrecht Schuch (als Thomas Brasch) spielen das "Widerstandspaar" im packenden DDR-Film.

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"Lieber Thomas" | Interview mit Schauspielerin Jella Haase

Im Interview erzählte uns Jella, wie sie sich auf die Rolle als Katharina Thalbach in "Lieber Thomas" vorbereitete. Außerdem verriet uns die Berliner Künstlerin schonmal vorab einige pikante Details zu der neuen Netflix-Serie "Kleo", die im Sommer 2022 beim Streaming-Riesen startet. Sie verkörpert eine DDR-Spionin.

TVMovie.de: Was wusstest du vor den Dreharbeiten schon über Thomas Brasch?

Jella Haase: "Relativ wenig! Mein erster Berührungspunkt mit seiner Person war während der Dreharbeiten zu 'Berlin Alexanderplatz' (2020), als mir mein Schauspielkollege Albrecht Schuch von dem Projekt erzählte. Als klar war, dass ich Teil dieser Geschichte werden darf, bin ich in die Welt des Thomas Brasches eingetaucht."

Wie hast du dich auf die Rolle der "Katharina Thalbach" vorbereitet?

Jella Haase: "Der Film spielt mit den Realitätsebenen und handelt von einer Vision. Und bei Thomas Brasch waren die Frauen ein großes Thema. Unser Anspruch war, sich einem Gefühl und einem 'Zeitgeist' zu nähern."

Was hättest DU getan, wärst du in der DDR groß geworden?

Jella Haase: "Ich finde die Frage 'andersherum' viel interessanter! Die DDR ist offensichtlich gescheitert. Da stellt sich die Frage, was wir in Bezug auf heute daraus gelernt haben. Es wurde versäumt zu schauen, was die guten Ideale des Landes sind, weil der Sozialismus und Kommunismus als Grundsatzidee erstmal nicht verkehrt sind. Thomas Brasch hat die Widersprüchlichkeit der Zeit empfunden und versucht, sie in einer Sprache zu fassen."

Im Sommer startet die neue Netflix-DDR-Serie "Kleo" mit dir in der Hauptrolle. Wie kam es dazu?

Jella Haase: "Die Autoren haben mich eingeladen und mir von dem Projekt erzählt. Schließlich habe ich erfahren, dass diese Geschichte für mich entwickelt wurde und habe mich total darüber gefreut! Gleichzeitig war das auch mit einem großen Druck verbunden, den man sich selbst macht. Die Dreharbeiten gingen über ein halbes Jahr, das war für mich eine sehr intensive Arbeit!"

In "Kleo" geht es viel um Verrat, Rache und Intrigen. Hast du im wahren Leben auch damit zu kämpfen?

Jella Haase: "Nein, überhaupt nicht! Ich habe großes Glück und kann sagen, dass um mich herum nur aufrichtig liebende Menschen sind. Ich habe noch meinen komplett alten Freundeskreis und meine Familie. Niemand schafft es in den Kreis rein, der nicht 'richtig' ist." 

Woran liegt das, dass zwei deiner Projekte so kurz hintereinander von dieser Zeit berichten?

Jella Haase: "Ich denke, dass hängt viel mit der Gesellschaft zusammen. Es findet gerade ein Aufarbeiten statt, bei dem das Thema 'DDR' noch mal mehr beleuchtet wird. Das System, in dem wir gerade leben, scheint auch nicht richtig zu funktionieren. Wir haben es mit vielen Krisen zutun! Um die Gegenwart zu verstehen, muss man in die Vergangenheit zurückblicken." 

Hast du in deiner Kindheit und Jugend noch die Einflüsse der DDR-Zeit gespürt?

Jella Haase: "Ich bin nach dem Mauerfall geboren und war noch zu jung, um das am eigenen Leib zu erfahren. Meine Familie sind Ur-Berliner aus dem Westen, von Steglitz über Kreuzberg. Wir hatten aber auch entfernte Verwandte im Osten. Allerdings sagt man heute immer noch, 'Ich fahre jetzt in den Osten' Da fällt auf, dass noch immer eine Trennung herrscht. Das ist sehr spannend!"

Könntest du dir vorstellen auch außerhalb von Berlin zu leben?

Jella Haase: "Schwierig! Ich liebe Berlin. Hier sind all meine Freunde und meine Familie. In Berlin bin ich groß geworden. Aber man sollte niemals 'Nie!' sagen."

Hast Du das Gefühl, dass dich die Leute heutzutage immer noch als die Kult-Figur "Chantal" wahrnehmen?

Jella Haase: "Also, zuerst einmal: Ich liebe 'Chantal'! Erst neulich hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einem Freund von mir. Er meinte nämlich, dass jeder weiß, welche Figur gemeint ist, sobald der Name Chantal fällt. Die Filmfigur ist richtig in den Sprachgebrauch übergangen, man sagt zum Beispiel: 'Die ist total chantalig.' Das ist etwas sehr Tolles und Einzigartiges in der deutschen Filmlandschaft und darauf bin ich stolz!" 

Der Deutsche Filmpreis wird am 24. Juni 2022 verliehen! Wir wünschen Jella ganz viel Erfolg und hoffen natürlich, dass sie den Preis mit nach Hause holen darf.

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Text und Interview: Sekina Cakar



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