Buchverfilmung

„Every Year After“: Warum die Serie jetzt richtig enttäuscht

Keine Chemie, verwirrende Story, massive Abweichungen vom Buch? Warum „Every Year After“ aktuell harte Kritik erntet – und wieso es alle mit „Off Campus“ vergleichen.

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Video: Prime Video

Die Erwartungen waren riesig, der Hype spürbar – doch nur eine Woche nach dem Start von „Every Year After“ kippt die Stimmung in den sozialen Netzwerken zunehmend. Statt Begeisterung dominieren Ernüchterung und Frust. Vor allem Fans der Buchvorlage und Zuschauer:innen, die bereits von „Off Campus“ begeistert waren, zeigen sich enttäuscht.

Was lief bei der Serienadaption von Carley Fortunes Bestseller schief? Und warum wird der Vergleich mit anderen Romance-Hits für „Every Year After“ zunehmend zum Problem?

„Die Enttäuschung, die meine Seele empfindet“

Schon ein Kommentar bringt die Gefühlslage vieler Zuschauer:innen auf den Punkt: „Die Enttäuschung, die meine Seele nach dem Anschauen von ‚Every Year After‘ empfindet.“

Ein anderer Fan schreibt: „Ich hatte so große Hoffnungen. Die schauspielerischen Leistungen waren einfach schlecht, und ich habe die Emotionen nicht gespürt, die das Buch eigentlich hervorrufen sollte. Da haben sie leider völlig daneben gelegen.“ Besonders häufig fällt das Wort Chemie. Oder besser: das Fehlen davon.

Sadie Soverall als Percy in „Every Year After“.
Sadie Soverall als Percy in „Every Year After“. Foto: Justine Yeung/Prime Video

Fehlende Chemie zwischen den Hauptfiguren

„So enttäuscht. Überhaupt keine Chemie. Nach ‚Off Campus‘ waren unsere Erwartungen einfach zu hoch“, heißt es in einem weiteren Kommentar. Auch diese Zuschauerin findet deutliche Worte: „Oh mein Gott, mir ging es genauso. Überhaupt keine Chemie! Und so viele unnötige Szenen – es fiel mir schwer, die Serie in einem Rutsch durchzuschauen.“

Andere kritisieren die Inszenierung als sprunghaft und verwirrend: „Die Szenen springen hin und her und sind total verwirrend. Eine Folge endet auf eine bestimmte Art und Weise und die nächste beginnt ganz anders. Sogar Hallmark-Filme haben mehr Chemie.“

Der Kernvorwurf: Die emotionale Intensität, die das Buch so besonders machte, komme auf dem Bildschirm nicht an. Gerade im Romance-Genre, das von Sehnsucht, Blicken und unausgesprochenen Gefühlen lebt, wiegt dieser Kritikpunkt schwer.

Sadie Soverall als Percy und Matt Cornett als Sam in „Every Year After“.
Sadie Soverall als Percy und Matt Cornett als Sam in „Every Year After“. Foto: Cate Cameron/Prime

Zu nah an „The Summer I Turned Pretty“?

Ein weiterer Vorwurf ist die fehlende Eigenständigkeit. Viele kritisieren, dass die Serie zu viele Ähnlichkeiten zu einem anderen Prime-Video-Hit habe: „Als wollten sie das nächste ‚The Summer I Turned Pretty‘ sein. Genau diese Stimmung“, schreibt ein Fan. Auch andere sehen Parallelen – allerdings keine schmeichelhaften. Eine Zuschauerin meint, „Every Year After“ wirke „wie eine Kopie von ‚The Summer I Turned Pretty‘ und konnte einfach nicht mithalten“.

Der Vergleich mit etablierten Young-Adult-Serien trifft die Produktion besonders hart. Denn statt als frische, eigenständige Liebesgeschichte wahrgenommen zu werden, wird sie in eine Reihe gestellt – und verliert dabei offenbar.

Der „Off Campus“-Effekt: Zu hohe Erwartungen?

Ein Serienname fällt in den Kommentaren immer wieder: „‚Off Campus‘ ist ein sehr schwer zu übertreffender Maßstab“, heißt es etwa. Viele geben zu, dass sie die Serien automatisch vergleichen würden: „Ja, ich vergleiche es in meinem Kopf ständig mit ‚Off Campus‘ – ich sollte es eigentlich nicht, aber… Leider ist es ein Reinfall.“

Mit „Off Campus“ landete Prime Video vor einem Monat einen riesigen Erfolg. Die Buchverfilmung von Elle Kennedys Buchreihe traf genau den Geschmack der Zuschauer:innen und erfüllte auch die Erwartungen der Leser:innen. Wer nun als Nachzügler in ein bereits erfolgreich etabliertes Romance-Universum einsteigt oder zumindest vom gleichen Publikum konsumiert wird, muss sich daher zwangsläufig messen lassen.

Juliette Hawk als junge Percy und Blue Clarke als junger Sam „Every Year After“.
Juliette Hawk als junge Percy und Blue Clarke als junger Sam. Foto: Cate Cameron/Prime

Die Buch-Fans besonders enttäuscht

Besonders heftig reagieren Leser:innen der Romanvorlage. Für sie wiegen die vielen inhaltlichen Änderungen schwer. Ein Kommentar bringt es drastisch auf den Punkt: „Der Charlie aus dem Buch hat sich NIEMALS als Opfer dargestellt und Percy die Schuld gegeben.“ Auch die Charakterzeichnung wird kritisiert: „Das war so gar nicht Charlie…“

Sams älterer Bruder ist ein Fanliebling unter den Buchfans, da er in Carley Fortunes Folgeroman „One Golden Summer“ die Hauptrolle spielt. Sollte die Serie fortgesetzt werden, wird höchstwahrscheinlich Charlies Story als Nächstes adaptiert.

Neben der Charakterveränderung sorgen auch konkrete Abweichungen für Ärger. Eine Zuschauerin listet frustriert auf: „Ich weiß nicht, welche Serie ihr euch da anschaut („Every Year After“), denn es ist definitiv nicht das Buch, das ich gelesen habe. Wo bleibt die SEHNSUCHT? Wo ist ihr verdammter Pony?! Warum haben sie den ersten Kuss geändert?! Warum ist Charlie so sauer, dass er auf Percys Seite war? Warum hat Sam seine Freundin nicht sofort abserviert, als er Percy gesehen hat?! Warum hat Charlie es Sam nicht erzählt? Warum ist Chantal so oft dabei? Warum gibt es so viele Nebenhandlungen? Wo bleibt die Chemie?“

Gerade in der Romance sind Details entscheidend – der erste Kuss, die Dynamik zwischen Rivalen, die richtige Portion Sehnsucht. Werden diese Elemente verändert, fühlen sich Fans schnell entfremdet.

Jordie als unerwarteter Fanliebling

Eine Figur sticht inmitten der Kritik jedoch positiv hervor: Sams Kumpel Jordie. „Ist das hier ein sicherer Ort, um zu sagen, dass Jordie mein Favorit war? Er kam im Buch kaum vor, aber ich bin froh, dass sie ihm eine größere Rolle gegeben haben, denn er war es, der die Serie für mich gerettet hat.“

Auch andere stimmen zu: „Jordie war die Rettung, ehrlich gesagt, er war definitiv mein Favorit.“ Und humorvoll heißt es: „Lol, bei allem Respekt, Jordie hatte Chemie mit jedem, der auch nur einen Puls hatte.“ Ironischerweise scheint also gerade die ausgebaute Nebenfigur mehr Emotionen zu transportieren als das zentrale Liebespaar.

Joseph Chiu als Jordie und Matt Cornett als Sam Florek in „Every Year After“.
Joseph Chiu als Jordie und Matt Cornett als Sam Florek. Foto: Cate Cameron/Prime

Langatmig statt leidenschaftlich?

Mehrere Zuschauer:innen berichten außerdem, dass sie die Serie vorzeitig abgebrochen haben. „Ich habe nach Folge 5 aufgehört, die Serie zu schauen. Irgendwie langweilig.“

Eine andere Person schreibt: „Ich tue mich schwer, mich darauf einzulassen. Ich habe die Bücher gelesen und sie GELIEBT, aber bisher bin ich ein bisschen enttäuscht. Die schauspielerischen Leistungen sind auch nicht gerade umwerfend. Bisher wirkt es einfach langweilig.“ Für eine Serie, die von großen Gefühlen leben sollte, ist das ein alarmierendes Signal.

Warum „Every Year After“ jetzt unter Druck steht

Die aktuelle Fanresonanz zeigt, dass viele von der Umsetzung enttäuscht sind. Ob „Every Year After“ dennoch Chancen auf eine zweite Staffel hat, hängt davon ab, wie viele Nutzer die Serie in den ersten Wochen streamen.

Denn eines ist klar: Die Sehnsucht nach einer mitreißenden, glaubwürdigen Liebesgeschichte ist beim Publikum da. Aktuell jedoch scheint „Every Year After“ diese Erwartungen für viele Fans aber nicht zu erfüllen.

Quellen

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