Buchverfilmung

„Every Year After“: Darum findet Matt Cornett es gut, dass Sam nichts von Percys Geheimnis wusste

„Every Year After“ weicht in einem wichtigen Punkt von der Buchvorlage ab. Warum Matt Cornett diese Änderung gut findet und was sie für die Serie bedeutet, lest ihr hier.

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Video: Prime Video

Die Serienadaption von „Every Year After“ sorgt bei Fans der Buchvorlage für hitzige Diskussionen. Besonders eine zentrale Änderung spaltet die Meinungen: Eine entscheidende Enthüllung trifft Sam in der Serie völlig unvorbereitet – anders als im Roman. Warum Hauptdarsteller Matt Cornett genau diese Abweichung begrüßt und weshalb sie für ihn sogar einen Mehrwert schafft, erfahrt ihr hier.

Achtung! Dieser Artikel enthält Spoiler für die gesamte Staffel von „Every Year After“.

Im Buch wusste Sam die ganze Zeit Bescheid – in der Serie nicht…

Eine der gravierendsten Veränderungen vom Buch zur Serie ist, dass Sam nichts von Percy und Charlie wusste. Im Roman kannten Sam, Sue und Delilah längst Percys und Charlies Geheimnis – und wussten, dass es der Auslöser dafür war, dass Percy den Kontakt zu Sam endgültig abbrach.

Matt Cornett spielt Sam Florek in „Every Year After“.
Matt Cornett spielt Sam Florek in „Every Year After“. Foto: Cate Cameron/Prime

Dass dieser zentrale Handlungspunkt in der Serienversion gestrichen wurde, dürfte für viele Leser:innen die größte Enttäuschung darstellen. Schließlich hat diese Änderung weitreichende Folgen für die weitere Handlung der Serie und wirkt sich auch direkt auf Sams Beziehung zu Percy sowie zu seinem Bruder Charlie aus.

Anders als in der Serie kannte Sam Percys Geheimnis im Buch bereits seit über zehn Jahren und hatte ausreichend Zeit, die Ereignisse zu verarbeiten. Er hat quasi nur darauf gewartet, dass sie sich selbst für diesen Fehler vergibt und zu Sam zurückkommt.

In der Serienadaption hingegen wird diese entscheidende Auflösung verändert. Sams Reaktion auf Percys Geständnis – dass sie vor Jahren mit Charlie geschlafen hat – spielt sich dort unmittelbar vor den Augen des Publikums ab und entfaltet sich in Echtzeit. Eine zeitnahe Versöhnung scheint ausgeschlossen.

Sadie Soverall spielt Percy Fraser in „Every Year After“.
Sadie Soverall spielt Percy Fraser in „Every Year After“. Foto: Justine Yeung/Prime Video

Matt Cornett: „Mir persönlich gefällt es sehr, dass er es nicht weiß.“

Fans von Carley Fortunes Roman mag die Veränderung nicht gefallen, doch gerade einer war ganz begeistert davon. Der Hauptdarsteller Matt Cornett, der Sam Florek spielt, verriet im Interview mit dem People Magazine, dass es ihm persönlich sehr gefällt, dass Sam nichts von Percy und Charlie wusste: „Im Buch ist es natürlich so, dass wir sehen, dass er es weiß und Percy erzählt, dass er es wusste. Aber in unserer Serie sieht man, wie er genau in diesem Moment in eine Abwärtsspirale gerät“, schildert Cornett.

„Und es ist nicht so, dass eine Geschichte erzählt wird, in der er aus der Bahn gerät und man ihn danach sieht – man sieht tatsächlich, wie es aktiv passiert, und man sieht, wie er anfängt, in den Kaninchenbau zu fallen, seine Beziehung zu Charlie verliert und irgendwie das Vertrauen zu beiden verliert und den Verrat von beiden spürt“, führt der Sam-Darsteller weiter aus.

Es hat mir wirklich Spaß gemacht, das zu spielen, weil ich denke, dass es Sam von seinem Wesen her auf eine ganz andere Weise trifft“, erklärt er.

Michael Bradway und Matt Cornett bei der Premiere von „Every Year After“ in New York City.
Michael Bradway und Matt Cornett bei der Premiere von „Every Year After“ in New York City. Foto: Slaven Vlasic/Getty Images for Prime Video

Michael Bradway: „Für uns als Schauspieler hat es den Einsatz erhöht.“

Auch Matt Cornetts Co-Star und On-Screen-Bruder Michael Bradway bekräftigt diese Meinung gegenüber Entertainment Tonight: „Ja, es ist ein visuelles Medium. Und deshalb denke ich, dass es Dinge gibt, die man ändern muss, wenn man ein Buch für eine Serie adaptiert. Und ich habe das Gefühl, dass eine dieser Änderungen darin bestand, dass Sam im Buch das Geheimnis kennt. In der TV-Serie haben sie es jedoch so geändert, dass er es erst später als Erwachsener herausfindet. Und ich habe das Gefühl, dass das für uns als Schauspieler den Einsatz erhöht hat.“

Doch war es das wert?

Natürlich haben die beiden Schauspieler in dem Punkt recht, dass für eine Buchverfilmung Anpassungen getroffen werden müssen, damit die Geschichte als visuelles Medium auch die Emotionen transportieren kann, wie es das Buch schafft. Doch es gilt immer noch, zu differenzieren zwischen einer taktischen Anpassung, damit eine Szene besser auf dem Bildschirm rüberkommt, und einer drastischen Veränderung der Handlung, die die Story so weit vom Ursprung entfernt, dass die Serie später nicht mehr viel mit der Buchvorlage zu tun hat.

Ein Beispiel für eine gelungene Serienadaption eines Romans ist „Off Campus“. In der Serie gibt es auch Unterschiede zum Buch und Ergänzungen, doch das Grundgerüst der Handlung bleibt erhalten. In „Every Year After“ wurden jedoch so viele Veränderungen zur Buchvorlage vorgenommen, dass die Serie und das Buch nicht mehr viel gemein haben.

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