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"Doom Eternal" im Test – Rip, Tear, Repeat | PS4, Xbox One, PC

Schon 2016 erschuf id Software mit "Doom" für einen neuen Meilenstein im Shooter-Genre. Kann "Doom Eternal" noch einen drauflegen? Wir verraten es im Test!

Doom Eternal Trio Fight
"Doom Eternal" im Test: Kann der Nachfolger der "Doom"-Neuauflage aus dem Jahr 2016 noch einen draufsetzen? Bethesda / id Software

Ich erinnere mich noch gut an die allererste "Doom Eternal"-Anspielsession auf der Gamescom 2019, als ich nach drei langen Messetagen quasi im Schlafentzugsdelirium lag. Eine Stunde "Doom Eternal" (und ein Energy-Drink) später wurden nicht nur meine schlummernden Lebensgeister geweckt, sondern meine Trägheit regelrecht aus meinen blutunterlaufenen Augen geprügelt. "Doom Eternal" schließt da an, wo id Software mit dem Reboot von "Doom" im Jahr 2016 aufgehört: Es ist die Essenz eines Ego-Shooters, der zwischen Monster-Eingeweiden und hämmernden Metal-Riffs einfach einen derart wirkungsvollen und immersiven Spiele-Sog kreiert, der selbst in dieser unglaublich vielfältigen Spiele-Landschaft in seiner Intensität fast einmalig ist.

 

Doom Eternal: Was erwartet euch? | Inhalt und Mechanik

Suprise, Suprise: Mutter Erde ist wieder einmal ziemlich gef*ckt. Denn transdimensionale (und ziemlich hässliche) Dämonen haben den Planeten fast komplett zerstört. Und Hilfe kommt bekanntlich oft von oben: Aus einer Raumstation im Erdorbit (die im Spiel auch als Hub fungiert) macht sich der "Doom Slayer" wieder einmal auf den Weg, um den mutierten Fieslingen mit seinem Waffenarsenal und seiner ziemlich scharfen Kettensäge so richtig schön einzuheizen. Tatsächlich wird in der knapp 20-stündigen Kampagne von "Doom Eternal" durchaus mehr Storytelling betrieben, als es die meisten wohl erwartet hätten: In sehenswerten Zwischensequenzen und Codex-Einträgen wird so einiges zum „Doom Slayer“ und seinen Hintergründen verraten. Darauf kann man sich auch tatsächlich am Besten konzentrieren, wenn der Ruhepuls nicht aktuell bei 180 liegt.

Denn natürlich ist das adrenalintreibende Gemetzel das pochende Herzstück in der Fortsetzung von "Doom". Die Gefechte im Hochgeschwindigkeitstempo sind nicht nur abwechslungsreich inszeniert, sondern bieten auch richtig viel taktische Tiefe: Denn früher oder später treiben die atemlosen Dämonen-Duelle die Lebensenergie und Rüstung des "Doom Slayers" in gefährliche Tiefen. "Doom"-like ist allerdings nicht Rückzug die beste Option, sondern das gezielte Zersägen von Widersachern mit der Kettensäge, das zusätzliche Lebensenergie produziert sowie der Einsatz eines kleinen Schulter-Flammenwerfers, der aus den brutzelnden Monstern lebenswichtige Rüstung herauskitzelt. Das ständige Abwägen zwischen Risiko und Rückzug in Sekundenbruchteilen macht die Doom-Formel in den intensiven Kämpfen so extrem spannend und unwiderstehlich.

Rhythm is King in "Doom Eternal"       id Software

Das Repertoire des "Doom Guys“ wurde in "Doom Eternal" auch akrobatisch erweitert: Mittels Doppelsprung und Double-Dash lassen sich in den beeindruckenden Umgebungen teilweise große Distanzen zurücklegen. Immer wieder streuen die Entwickler von id Software auch kurzfristig so einige Plattform-Passagen ein, die dank der hervorragenden Steuerung und Umsetzung kaum das Tempo bremsen. Wie immer gibt es in den Levels auch zahlreiche Geheimnisse zu finden. Und auch bei den knapp 25 Gegnertypen reicht es irgendwann nicht mehr aus blindlings draufzukloppen, sondern seine Strategie und Waffenwahl auf die jeweiligen Kontrahenten anzupassen.

Neben der Einzelspieler-Kampagne hat "Doom Eternal" auch in Form des "Battle Mode" einen 2 vs. 1 Multiplayer-Modus an Bord.

 

Doom Eternal: Das Positive

Schon "Doom" hat im Jahr 2016 dieser unwiderstehliche Flow ausgezeichnet, d.h. dieser unfassbar-intensive Rhythmus, den die Gefechte, der treibende Metal-Soundtrack sowie die extrem beeindruckende technische Ebene vermitteln. In dieser Hinsicht setzt "Doom Eternal" tatsächlich noch einen drauf: Das Gameplay ist dank der neuen Akrobatik-Elemente noch etwas abwechslungsreicher, die Technik punktet mit Stabilität und einer hohen Bildwiederholungsrate und der gitarrenlastige Soundtrack von Maestro Mick Gordon ist wieder vom Feinsten. Besonders eindrucksvoll sind jedoch die extrem detailreichen Welten mit hoch entwickelten Basen, Mars-Monden, einer völlig zerstörten Erde & Co., die der „Doom Slayer“ in der 20-stündigen Kampagne von den Höllengeburten befreien muss. Viel Zeit die spektakulären Landschaften zu betrachten gibt es beim Effekt-Gewitter und den zahlreichen Splatter-Effekten, die den Bildschirm in Beschlag nehmen, zwar nicht, doch genau das macht den Reiz von "Doom Eternal" aus. Apropos Technik: Sowohl auf dem PC als auch auf der uns getesteten PS4-Fassung macht Doom Eternal einen extrem guten Eindruck und läuft zumindest mit 60 Bildern pro Sekunde in Full-HD-Auflösung größtenteils flüssig. Auf dem PC sind natürlich deutlich höhere Bildwiederholungsraten möglich.

Doom Eternal Level Design
Das beeindruckende Level-Design von "Doom Eternal"        Bethesda / id Software

Und selbst nach Abschluss der massiven Kampagne bietet das Spiel genügend Gründe, um sich weiter durch die Welt zu "rippen": Im Battle Mode, in dem sich zwei von Spielern gesteuerte Dämonen in einer Arena mit einem Slayer messen müssen, macht tatsächlich für kurze Zeit Spaß, auch wenn er nicht ganz mit den adrenalingeladenen Kämpfen der Kampagne mithalten kann.

 

Doom Eternal: Das Negative

Irgendwie ist es schwierig etwas zu kritisieren, was gleichzeitig auch zu den Glanzpunkten des Spiels gehört: „Doom Eternal“ fühlt sich manchmal nicht mehr an wie ein normales Spiel, sondern wie Hochleistungssport, der einem als Zocker teilweise bis an die Grenzen und darüber hinaus treibt. Dass id Software manchmal über das Ziel hinausschießt, mag zwar insgesamt ein subjektiver Eindruck sein, doch den Upgradewahn im Spiel hätte es tatsächlich nicht unbedingt gebraucht, da sowieso schon viele Mechaniken wie winzige Zahnräder ineinandergreifen und dieses verdammt unvergleichliche Spielgefühl kreieren.

 

Doom Eternal im Test: Unser Fazit

Doom Eternal ist einer der besten Ego-Shooter der vergangenen Jahre. id Software liefert mit der Fortsetzung von "Doom" aus dem Jahr 2016 genau jenen atemlosen Shooter-Meilenstein, auf den Fans der Reihe seit langem hin gefiebert haben. Mit neuen Gameplay-Mechanismen, einem beeindruckenden Level-Design und dem unfassbar intensiven und fast schon grenzwertigen Rhythmus des Spiels liefert "Doom Eternal" knapp 20 Stunden an fast perfekter Shooter-Unterhaltung. Was id mit "Doom Eternal" auch technisch auf den PC und auf die Konsolen zaubert, ist extrem beeindruckend. Insgesamt ist "Doom Eternal" deshalb eines der ersten großen Jahreshighlights - vorausgesetzt man kommt mit dem höllischen Tempo des Spiels zurecht.

Ein paar Eindrücke von "Doom Eternal" liefert euch auch unser Gameplay-Video:

 


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