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Netflix-Doku enthüllt es

Weiterhin frei verkäuflich: Dieses Buch machte Charles Manson so gefährlich

Kein Mythos, sondern nackte Abscheulichkeit: Die neue Netflix-Dokuserie entlarvt Charles Manson als eine der widerwärtigsten Figuren der Kriminalgeschichte.

Foto von Charles Manson.
Das Interesse an Charles Manson ist weiterhin groß. Foto: © 2026 Netflix, Inc.

Historische Verbrecher haben oft irgendeine Art von Anziehungskraft, die erklärt, warum Menschen ihnen folgten. Bei Charles Manson sucht man diese vergeblich. Die drei neuen Episoden der Netflix-Dokureihe „Selbstporträt eines Serienmörders“ zeigen: Wer sich näher mit ihm beschäftigt, findet keine Faszination, sondern nur Abscheu.

Das liegt an einer besonderen Mischung: Manson vereint monströse Gewalt mit erbärmlicher Kleingeistigkeit. Seine Verbrechen zählen zu den grausamsten des 20. Jahrhunderts, doch als Person wirkt er vor allem selbstmitleidig, selbstgerecht und aufgeblasen. Dazu kommt eine typisch spätsechziger Rhetorik, mit der er jeden Vorwurf in wortreichem Relativismus ertränkt.

Ein Buch half Manson, seine Anhänger zu überzeugen

Zum Glück müssen Zuschauer diese Stimme nicht über die gesamte Laufzeit ertragen: Die Macher setzen die Audio-Interviewpassagen gezielt und sparsam ein. Stattdessen erzählt die Doku Mansons Geschichte packend und allumfassend.

Bevor Manson zum Mörder wurde, wollte er Musikstar werden – und war dabei, ähnlich wie Adolf Hitler mit seiner Kunst, nicht talentlos, aber eben auch nicht gut genug. Über eine zufällige Freundschaft mit Beach-Boys-Mitglied Dennis Wilson lernte er den Produzenten Terry Melcher kennen und bekam tatsächlich eine Chance im Musikgeschäft. Das Vorsingen scheiterte jedoch, und von diesem Moment an verdüsterte sich seine Entwicklung merklich.

Parallel dazu hatte sich um Manson bereits die sogenannte Manson Family gebildet – fast ausschließlich Frauen und Mädchen, die in der Doku von massiver psychologischer Manipulation berichten.

Ein überraschendes Detail: Seine Manipulationstechniken hatte Manson größtenteils aus Dale Carnegies Erfolgsratgeber „Wie man Freunde gewinnt“ übernommen. Was eigentlich als Anleitung für zwischenmenschliche Freundlichkeit gedacht ist, funktioniert in den falschen Händen offenbar auch als Werkzeug der Kontrolle.

Ausführlicher Überblick mit neuen Informationen

Aufschlussreich ist auch, wie viele Menschen Manson instinktiv mieden, lange bevor die Morde geschahen. Dennis Wilson zog schlicht aus seinem eigenen Haus aus, statt Manson hinauszuwerfen. Auch Terry Melcher wechselte die Adresse, um seine Villa in der Cielo Drive 10050 in Benedict Canyon loszuwerden – ohne zu ahnen, wer dort als Nächstes einziehen würde: Schauspielerin Sharon Tate und ihr Mann, Regisseur Roman Polanski.

Die drei Teile der Doku folgen einer klaren Struktur: Der erste widmet sich Mansons trostloser Kindheit, seiner kriminellen Vergangenheit und dem Aufbau der Family. Der zweite geht den Tate-LaBianca-Morden und ihren tatsächlichen Motiven auf den Grund – anders als oft behauptet, ging es dabei nicht um einen bevorstehenden Rassenkrieg. Der dritte Teil beleuchtet den Gerichtsprozess, der alles andere als ein klarer Fall war: Da Manson selbst bei keinem der Morde anwesend war, gestaltete sich seine Verurteilung juristisch äußerst kompliziert.

Zahlreiche Dokumentationen haben sich bereits mit Manson beschäftigt. Doch „Selbstporträt eines Serienmörders“ sticht heraus durch seine Sorgfalt, Ausgewogenheit und den analytischen Blick auf einen Mann, der bis heute Faszination und Abscheu gleichermaßen auslöst.

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