HEIONTEC nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus der Energiegewinnung aus Umgebungswärme
Mit einer schwer zu erklärenden Idee und einer extrem hohen Selbsteinschätzung sorgen die Gründer von HEIONTEC in der „Höhle der Löwen“ für große Augen.

Können Sensoren und andere Kleinstverbraucher künftig ohne Batterien und aufwendige Verkabelung auskommen? Das behaupten Andreas Heine, Anton Ledwon, Dr. Frank Schneider und Waldemar Lewtschenko von HEIONTEC. Ihr Deep-Tech-Startup will Energie aus der Umgebungswärme gewinnen und damit kleine elektronische Geräte versorgen.
Elektrochemische Zellen statt Batterien
Das Prinzip klingt zunächst wie Science-Fiction, basiert aber auf speziell entwickelten elektrochemischen Zellen. Zwischen zwei Elektroden befindet sich ein eigens entwickelter Elektrolyt. Durch die vorhandene Umgebungswärme entsteht darin elektrische Energie.
Die Technologie soll vor allem dort zum Einsatz kommen, wo heute unzählige Sensoren verbaut sind – etwa in Industrieanlagen oder in der Gebäudetechnik. Diese Messpunkte benötigen oft nur sehr wenig Energie, müssen aber bislang regelmäßig mit Batterien versorgt werden.
Für den nächsten Schritt suchen die Gründer 250.000 Euro für nur 2,5 Prozent ihrer Firmenanteile. Diese Bewertung sorgt bei den Löwen für Kopfschütteln. So wenige Anteile werden den Investoren in der Höhle selten geboten.
Frank Thelen hatte bereits während des Pitches seine Zweifel. Der Vortrag war ihm zu schwammig. Letztendlich bekommt er zwar Antworten, auch wenn nicht jeder Löwe mit den genauen Werten etwas anfangen kann. Dagmar Wöhrl fragt sich derweil, was die Löwen überhaupt für die Gründer tun können. Ralf Dümmel steigt direkt aus, HEIONTEC ist keine Idee, für die er als Investor geeignet wäre. Dagmar geht es ähnlich, auch sie erteilt den Gründern eine Absage.
Für Janna Ensthaler war der Pitch zu schwach. Ihr Rat ist, die Idee an andere Unternehmen zu verkaufen oder zu lizenzieren – aber ohne sie. Wenig überraschend kommt von Frank weiterhin kein positives Feedback. Der Pitch und die viel zu hohe Bewertung lassen ihn fassungslos zurück. Zuletzt steigt auch Carsten Maschmeyer aus, es gibt also keinen Deal.
Nach der Sendung
Auf der Website von HEIONTEC wird noch einmal genauer erklärt, wie die Gewinnung von Strom aus Umgebungswärme funktioniert und warum es sich lohnt, diese Erfindung nicht abzuschreiben. Für das Publikum von „Die Höhle der Löwen" vielleicht noch uninteressant, aber in ein paar Jahren möglicherweise schon wegweisend.
Ob sich die Technologie trotz der Absage aller Löwen durchsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Idee, Sensoren ohne Batterien zu betreiben, hat Potenzial, die Umsetzung muss jedoch noch überzeugen.








