Interview

„Die Bergretter“-Star Luise Bähr verrät: So sehr hat sie Katharina verändert

„Die Bergretter“ ohne Katharina? Für viele unvorstellbar! Was Luise Bähr an ihrer Rolle besonders schätzt, hat sie uns im Interview verraten.

Luise Bähr in einer Szene von Die Bergretter.
Luise Bähr spielt seit vielen Jahren die Rolle der Katharina. Foto: ZDF/Sabine Finge

Was macht die ZDF-SerieDie Bergrettereigentlich aus? Seit mittlerweile 17 Staffeln ist das Format im Fernsehen zu sehen und bei den Fans nach wie vor beliebt. Das liegt natürlich an den Actionszenen, die von Staffel zu Staffel spektakulärer werden. Aber auch die Rollen, die zum Teil seit Jahren zur Serie gehören, haben einen erheblichen Anteil daran, dass die Sendung noch immer im TV läuft. Eine davon ist Katharina, die von Luise Bähr verkörpert wird. Im Interview verrät die Schauspielerin, warum die Arbeit am Set nie langweilig wird und wie weit ihre Liebe zu den Bergen wirklich geht.

Was kannst du in Bezug auf Katharina schon über Staffel 17 verraten?

Katharina darf in dieser Staffel etwas Leichtigkeit erleben, was ihr sehr guttut, wird aber auch vor eine wichtige Lebensentscheidung gestellt. Es bleibt spannend.

Wenn wir noch einmal auf das Ende von Staffel 16 zurückblicken – das war ja sehr symbolisch, dass Katharina Markus nach seiner Trennung auffängt. Wie siehst du Katharinas Rolle in Markus’ Leben und umgekehrt?

Wenn man einmal wirklich tief geliebt hat – und das ist ja die große Liebe, die wir erzählen –, geht diese Liebe nie ganz. Es ist schwer, so etwas in Freundschaft zu verwandeln. Aber wenn man wirklich liebt, muss man auch loslassen können. Nur was einen liebt, kommt freiwillig zurück. Damit es dem Zuschauer nicht langweilig wird, lassen wir die beiden natürlich nicht so schnell zusammenkommen.

Die Bergretter“: So aufregend war Luise Bährs erster Drehtag

Das klingt so, als würdest du den Fans noch Hoffnung machen, dass die beiden vielleicht wieder zusammenfinden?

Katharina hat ein bisschen Ablenkung verdient. Aber wenn man alles mit der großen Liebe vergleicht, haben es alle anderen daneben natürlich schwer.

Was macht Katharina für dich so besonders?

Es ist spannend, wenn man eine Rolle über so viele Jahre begleitet – da steckt irgendwann auch ein Stück von einem selbst drin. Katharina und ich sind beide sehr empathische Menschen, Frauen, mit denen man Pferde stehlen kann. Was ich definitiv von ihr mitgenommen habe, ist Mut. Das Leben hier in den Bergen hat mich mutiger gemacht. Und weil Katharina Ärztin ist, ist mir das kleine Hilfe-ABC – also dieses Ersthelferwissen – so nah, dass ich heute keine Hemmungen hätte, einzuschreiten und zu helfen, wenn etwas passiert. Das ist ein riesiges Geschenk, das ich durch die Rolle bekommen habe.

Du spielst die Rolle seit 2014. Wenn du an deinen ersten Drehtag denkst – wie war das damals im Vergleich zu heute?

An meinen ersten Drehtag erinnere ich mich noch ganz genau, weil ich direkt eine riesige Aktion machen musste – ich sollte mich aus großer Höhe abseilen. Alle anderen hatten vorher ein Klettertraining, nur ich nicht. Ich weiß bis heute nicht, warum. Auf der anderen Seite bin ich ja Berglerin und war schon erfahren. Aber mir wurde in dem Moment klar: Das ist keine Fiktion, hier ist wirklich alles echt. Da hat es sofort Klick gemacht, weil ich das Abenteuer liebe. Ich wusste gleich: Hier bin ich richtig! Wir tun nicht nur so, wir machen die Action wirklich. Dieses Gefühl ist bis heute geblieben. Ich liebe die Arbeit in den Bergen – die Natur, das Draußensein, das Abenteuer. Wir erleben wirkliche Abenteuer bei den Dreharbeiten. Und ich habe heute noch genauso viel Freude an der Arbeit wie am ersten Tag. Außerdem ist das Team einfach fantastisch – vor und hinter der Kamera sind wir zu einer richtigen Familie zusammengewachsen.

Gab es Momente, in denen du dachtest: Das ist mir zu viel, das macht lieber das Stuntdouble?

Eigentlich nie. Die einzige Situation war, als ich hochschwanger noch bis zur letzten Sekunde gearbeitet habe – so lange, wie es eben erlaubt war. Da hing ich bei großer Hitze mehrere Stunden im Seil, weil wir einen Autounfall gedreht haben. Irgendwann kam dann jemand und sagte: „Luise, du kommst jetzt runter!“ Das war das einzige Mal, dass ich quasi vom Berg geholt wurde. Ansonsten will ich das immer alles selbst machen. Wir sind alle mit Begeisterung dabei. Es gibt natürlich versicherungstechnische Grenzen, aber sobald ein Stunt ansteht, bin ich die Erste, die „Hier!“ ruft. Wir arbeiten seit Jahren mit denselben Bergprofis zusammen, die genau wissen, was sie uns zutrauen können – und das ist inzwischen eine ganze Menge.

Wie hältst du nach so vielen Jahren die Spannung und Motivation hoch?

Kein Drehtag gleicht dem anderen. Jede Actionsequenz bringt neue Herausforderungen. Routine darf sich bei dieser Arbeit gar nicht einschleichen – man muss konzentriert und wach bleiben. Das hält den Job frisch. Und wenn man etwas liebt, vergeht die Zeit wie im Flug. Mit diesem großartigen Team wird es nie langweilig.

Luise Bähr: Abschied von Berlin?

Was glaubst du, macht „Die Bergretter“ für die Zuschauer:innen so besonders?

Natürlich die Action, die deutschlandweit Ihresgleichen sucht, die unglaubliche Landschaft und das Team. Wir erzählen echte Lebensgeschichten. Der Zuschauer wächst über die Jahre mit den Figuren mit. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt und darum, füreinander da zu sein – Werte, nach denen sich heute viele sehnen. Das macht unser Format so besonders und authentisch.

Wenn du dir wünschen könntest, dass eine Figur aus der Vergangenheit zurückkehrt – wer wäre das?

Ich habe mich riesig gefreut, dass mein Bruder Tobi, gespielt von Markus Brandl, zurückgekommen ist. Als er damals ging, hat er mir sehr gefehlt. Auch Michael König, der meinen Vater gespielt hat, fehlt uns allen sehr. Jeder Abschied tut weh – uns und den Zuschauern.

Du lebst in Berlin, drehst aber viele Wochen im Jahr in den Bergen. Wie ist es, zwischen diesen zwei Welten zu pendeln?

Ich habe das ganz bewusst so gewählt. Jeder, der Mutter ist und voll berufstätig, weiß, wie schwierig das mit Terminen und Organisation ist. Ich wollte durch die Arbeit keine Familienzeit verlieren und habe deshalb entschieden, mir hier in den Bergen eine zweite Heimat aufzubauen. Meine Tochter ist sowohl in Berlin als auch hier im Kindergarten gewesen und geht jetzt in beiden Orten zur Schule – wir haben wirklich zwei Heimaten. Ich bin in Frankfurt am Main aufgewachsen und hatte schon immer eine starke Verbindung zur Natur. Mir war wichtig, dass meine Tochter nicht nur das Stadtleben kennt, sondern auch naturnah aufwächst. So konnte ich beides verbinden. Wenn wir in Berlin sind, fehlt uns die Natur, und wenn wir hier sind, fehlt manchmal der Trubel. So haben wir das Beste aus beiden Welten.

Könntest du dir vorstellen, dauerhaft in die Berge zu ziehen?

Ja, durchaus. Ich könnte mir das wirklich vorstellen – aber ich wüsste, dass ich immer wieder nach Berlin zurückkehren könnte. Ich brauche beides: die Ruhe und Natur hier, aber auch den Trubel und die Inspiration der Stadt. Ohne eines von beiden würde mir etwas fehlen.

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