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„Der Junge und der Reiher“ bei Netflix: Warum die Vögel so unheimlich sind | Interview

Mit „Der Junge und der Reiher“ ist Anime-Altmeister Hayao Miyazaki zurückgekehrt. Wir konnten seinen langjährigen Produzenten Toshio Suzuki einige Fragen zum Film stellen – unter anderem, was genau es mit den Vögeln auf sich hat.

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Wir durften Produzent Toshio Suzuki einige Fragen zu „Der Junge und der Reiher“ stellen. Foto: Studio Ghibli

Hayao Miyazaki hat mit seinen Filmen den Blick auf Anime-Filme im Westen so sehr geprägt wie wohl kein zweiter Regisseur. Umso gespannter waren die Fans auf sein neuestes Werk „Der Junge und der Reiher“, welches wieder tolle Schauwerte bietet, aber insgesamt zu den schwer zu entziffernden Filmen des Altmeisters zählt:

„Der Junge und der Reiher“: Produzent Toshio Suzuki über den kreativen Prozess und die Vogel-Symbolik

Seit fast 40 Jahren ist Toshio Suzuki als Produzent im Studio Ghibli tätig. Deswegen war er natürlich auch wieder bei „Der Junge und der Reiher“ mit von der Partie. Wir durften ihm zu dem Animations-Highlight einige Fragen stellen, deren Antworten ihr hier nachlesen könnt.

TVMovie.de: Vögel spielen in dem Film eine wichtige Rolle – und zwar nicht nur der Reiher. Was haben die Pelikane und die Wellensittiche für eine Bedeutung?

Toshio Suzuki: Vögel sind schwer zu durchschauen, da sie durch ihre Schnäbel ihre Mimik nicht verändern können. Die Tatsache, dass sie nicht viel nachdenken und eher ihrem Hunger und Fortpflanzungstrieb nachgehen, ist hier symbolisch. Vögel sind auch dank ihrer zwei Beine leicht zu vermenschlichen, was im Film ja passiert.

TVMovie.de: Was waren die Herausforderungen, mit Hayao Miyazaki nach seinem eigentlichen Ruhestand zusammenzuarbeiten? Oder lief alles so wie zuvor auch?

Toshio Suzuki: Da Herr Miyazaki älter geworden ist, dauert die Arbeit jetzt länger als früher. Ich glaube, das ist der Grund, warum wir keine Fristen gesetzt und ein Umfeld geschaffen haben, das es ihm erlaubte, sich viel Zeit für „Der Junge und der Reiher“ zu nehmen. Das bedeutete auch, dass wir die Firma über Wasser halten mussten, während wir den Film drehten.

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TVMovie.de: Sie sind seit fast 40 Jahren als Produzent tätig. Was waren in dieser Zeit die größten Veränderungen in der Animationsfilm-Industrie und was für einen Einfluss hatte dies auf Studio Ghibli?

Toshio Suzuki: In der Produktion: der rasche Fortschritt der Digitalisierung. Im Bereich der Kinokassen: die Verlagerung von Kinos mit einer einzigen Leinwand zu Multiplex-Kinos. Auch der Verkauf von Heimkino-Auswertungen ist zurückgegangen, und die Einnahmen aus dem Verleih können nicht mehr ignoriert werden. In der Werbung hat die Macht der Massenmedien nachgelassen, und die Macht der sozialen Netzwerke ist nicht zu übersehen. Das Studio Ghibli ist von diesen Veränderungen nicht ausgenommen.

TVMovie.de: Die fantastischen Stoffe des Studios, wie „Der Junge und der Reiher“ ja zum großen Teil einer ist, scheinen immer mehr Aufmerksamkeit zu bekommen als die realistischen Filme. Woher glauben sie, kommt dieser Unterschied?

Toshio Suzuki: Bei den fantastischen Werken liegt das wahrscheinlich daran, dass die Geschichten, die der unnachahmliche, geniale Künstler Hayao Miyazaki durch langes Ausprobieren erschaffen hat, und die expressiven Bilder die Menschen immer wieder faszinieren.

TVMovie.de: Hat die Pandemie die Produktion in irgendeiner Form und Weise beeinträchtigt, nicht nur durch die offensichtlichen Verschiebungen?

Toshio Suzuki: Glücklicherweise hat dies im Bereich der Animationsproduktion, in dem viel Einzelarbeit geleistet wird, keine nennenswerten Auswirkungen gehabt. Die positive Auswirkung war, dass mehr Menschen auf der ganzen Welt zu Hause blieben, so dass mehr Menschen durch den Vertrieb auf unsere Arbeit aufmerksam wurden. Da der Film nach der Pandemie veröffentlicht werden sollte, war ich mir nicht sicher, ob die Menschen ihn überhaupt in der ursprünglichen Form sehen wollten. Aber ich bin froh, dass wir nichts ändern mussten.

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