Nostalgie trifft Neuanfang

Darum sollten nicht nur Fans „Der Teufel trägt Prada 2“ sehen!

Zwei Jahrzehnte nach dem Original feiert „Der Teufel trägt Prada 2“ sein Comeback – stilvoll, bissig und überraschend aktuell. Warum sich das Sequel wirklich lohnt, liest du hier.

Miranda Priestly schreitet selbstbewusst durch einen eleganten Dior-Store, begleitet von Andy und Nigel, während Kameras auf sie gerichtet sind.
Das Runway-Trio: Andy, Miranda und Nigel. Foto: 2026 20th Century Studios

Lange haben wir auf den Kinostart von „Der Teufel trägt Prada 2“ hingefiebert und jetzt ist es endlich so weit! Am 30. April kehrt die glamouröse Welt von „Runway“ zurück auf die große Leinwand und lässt die Fan-Herzen höher schlagen – zumindest in der Theorie. Denn zwischen Madonnas „Strike a Pose“ und ikonischen High-Fashion-Momenten fühlt sich vieles vertraut an. Gleichzeitig holt die Fortsetzung die Geschichte aus dem Jahr 2006 kompromisslos in die Gegenwart: Cancel Culture, eine Modebranche im Umbruch und die digitale Medienwelt prallen auf die alten Charakterzüge und legendären Looks der Kultfiguren.

Doch reicht Nostalgie allein oder kann das Sequel rund um Miranda Priestly, Andy und Co. auch in einer völlig veränderten Welt wirklich überzeugen?

Zwischen Skandal und Social Media: So spannend ist die neue Handlung

Die Handlung setzt unmittelbar 20 Jahre nach dem Abschied der Protagonist:innen in New York ein. Andy hat sich ihren Traum erfüllt und ist eine erfolgreiche Journalistin – bis sie fristlos gekündigt wird. Parallel dazu steckt auch „Runway“ in der Krise. Das Magazin, weiterhin unter der Leitung von Miranda Priestly, gerät wegen einer umstrittenen Kooperation mit einem Modelabel und falscher Angaben zur Produktion in einen Skandal, der innerhalb kürzester Zeit öffentlich eskaliert.

Die moderne Welt der sozialen Medien kennt dabei kein Erbarmen: Cancel Culture macht kurzen Prozess – inklusive fieser Memes über Miranda. Um das Magazin noch zu retten, braucht „Runway“ dringend Unterstützung. Und genau da kommt Andy wieder ins Spiel: Mit einem neuen Jobangebot steht sie plötzlich erneut in ihrem Büro und soll als neue Feature-Editorin helfen, das Modemagazin aus der Krise zu führen.

Das bedeutet auch, dass sich die Dynamik zwischen Andy und Miranda verändert. Beide sind aufeinander angewiesen: Andy braucht einen Job, Miranda will ihren Ruf und das Magazin retten. Und auch Emily und Nigel sind wieder mit dabei – doch die Machtverhältnisse verschieben sich. Emily arbeitet inzwischen bei Dior und verfolgt eigene Pläne, weshalb Miranda nicht mehr allein das Sagen hat. Intrigen, Verrat und überraschende Allianzen sorgen für Spannung bis zum Schluss.

Nigel und Andy im Fundus; rundherum hängen auffällige Designer-Outfits und Accessoires.
Nigel verpasst Andy erneut glamouröse Looks. Foto: 2026 20th Century Studios

So fängt der Film den Zeitgeist ein

Die Fortsetzung schafft es, den Klassiker aus 2006 überzeugend in die Gegenwart zu holen. Sie greift aktuelle Themen wie Digitalisierung, Promikultur und gesellschaftlichen Wandel auf, ohne sich darin zu verlieren. Smartphones, Social Media und die Dynamik öffentlicher Empörung spielen zwar eine zentrale Rolle, übernehmen jedoch nie komplett die Handlung. Stattdessen dienen sie als glaubwürdige Bühne für die Konflikte der Figuren und der Branche.

Gleichzeitig rückt die Modewelt noch stärker in den Fokus als im ersten Teil. Der Film gewährt intensivere Einblicke in Fashion Shows, kreative Prozesse und die wirtschaftlichen Mechanismen hinter dem Glamour. Dabei wird auch die Realität einer sich wandelnden Industrie sichtbar: Klassische Printmedien verlieren an Bedeutung, Werbekund:innen bestimmen zunehmend die Richtung. Sätze wie „No advertisers, no Runway. No us, no you!“ machen den wirtschaftlichen Druck deutlich, während Nigel mit „Runway stopped being a magazine a few years ago. Now it’s downloadable“ den Wandel der Medienwelt pointiert auf den Punkt bringt.

Die große Frage: Lohnt sich das Sequel?

Zwischenzeitlich fühlt sich der Film wie eine Reise in die Vergangenheit an. Der vertraute Rhythmus, bekannte Dynamiken und eine ähnlich wirkende Storyline lassen schnell Erinnerungen an den ersten „Der Teufel trägt Prada“-Teil aufblühen. Für Fans und Filmliebhaber:innen ein nostalgisches Erlebnis, das unmittelbar an die frühen 2000er Jahre erinnert. Ein wohlig warmes Gefühl von etwas Vertrautem und Geliebtem.

Doch in dem Moment, in dem sich die Zuschauer:innen es sich in dieser Nostalgie gemütlich gemacht haben, passiert der erste gekonnte Plot. Clever platziert katapultiert dieser Twist einen aus der Komfortzone und macht deutlich, dass es sich eben nicht nur um eine bloße Wiederholung handelt.

„Der Teufel trägt Prada 2“: Ein stilvolles Comeback!

Für alle, die als Kinder oder Jugendliche davon geträumt haben, einmal in die Schuhe von Miranda, Andy, Nigel oder Emily zu schlüpfen, ist dieser Film ein echtes Highlight. Er erzählt zugleich von Freundschaften und Intrigen, Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit – durch die persönlichen Entwicklungen der Protagonist:innen ebenso wie durch den Wandel einer ganzen Branche.

„Der Teufel trägt Prada 2“ ist eine klare Empfehlung für Fans des Originals und alle, die sich noch einmal in diese glamouröse Mode- und Medienwelt entführen lassen wollen.

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