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Über diese Absetzung wären dutzende Fans traurig

„Citadel“ Staffel 3: Amazons Millionen-Flop – darum ist nach Staffel 2 Schluss

„Citadel“ geht nach langer Wartezeit in die zweite Runde. Doch die hohen Erwartungen von Prime Video konnten nicht erfüllt werden.

Nadia und Mason aus Citadel kommen sich sehr nah.
Auf Nadia und Mason wartet der Ruhestand. Foto: Paul Abell/Prime

Zwei Staffeln, zwei Spin-offs – das klingt nach einer Erfolgsgeschichte, doch „Citadel“ beweist, dass auch fehlgeleitete Ambitionen dafür sorgen können, dass eine Serie besonders viel Zeit zum Scheitern erhalten kann.

Die Spionage-Serie wurde im Jahr 2018 stolz angekündigt, Jennifer Salke, die damalige Chefin der Amazon Studios, machte sich für diese ambitionierte Franchise stark, die mehrere Staffeln und mehrere Kontinente umspannen sollte. Die Spin-offs „Citadel: Diana“ und „Citadel: Honey Bunny“ waren keinesfalls eine Reaktion auf den Erfolg der Serie, sondern von vornherein geplant. Der Plan sah vor, dass die Figuren aus den verschiedenen Serien in „Citadel“ miteinander interagieren, ein geteiltes Universum wie im Marvel Cinematic Universe.

Doch die Produktion von „Citadel“ lief alles andere als rund: Zwei Showrunner verließen das Projekt wegen kreativer Differenzen und die Russo-Brüder, die als Produzenten beteiligt waren, stellten ein neues Team zusammen. Es folgten Nachdrehs, die das eh schon hohe Budget noch einmal stark anhoben und „Citadel“ zur zweitteuersten Serie aller Zeiten machten – direkt nach „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“.

Die ersten „Citadel“-Köpfe rollen schon

Spricht die Bestätigung von Staffel 2 aber nicht, dass sich die hohe Investition von Amazon gelohnt hat und die 1. Staffel von „Citadel“ zum Hit wurde? Nein!

Die Verlängerung erfolgte nämlich schon vor dem Start von Staffel 1 und beruhte daher nicht auf messbarem Erfolg. Viel wahrscheinlicher ist, dass Amazon hier die prekäre Lage vor den Investoren herunterzuspielen schien. Eine frühe Verlängerung spricht für Vertrauen in die Produktion, zudem blieb ja zumindest die Hoffnung, dass sich „Citadel“ tatsächlich zum Hit entwickelt.

So kam es aber natürlich nicht, was auch daran zu erkennen ist, dass ein drittes Spin-off nie gedreht wurde und die beiden existierenden Ableger lange „in der Warteschleife“ hingen, bis dann bestätigt wurde, dass die Handlungsstränge einfach in Staffel 2 fortgesetzt werden. Eine doppelte Absetzung also, auch wenn das im Statement von Amazon natürlich ganz anders klingt:

„Nachdem „Citadel: Honey Bunny“ und „Citadel: Diana“ in Indien und Italien erfolgreich ausgestrahlt wurden, werden die Handlungsstränge beider Serien in die kommende zweite Staffel der Hauptserie „Citadel“ eingewoben. Auch wenn diese erfolgreichen und international beliebten Ableger nicht als eigenständige Serien fortgesetzt werden, wird die zweite Staffel von „Citadel“ unsere bisher spannendste sein.“

Hätt’ ja klappen können!

Was bleibt also übrig? Nur „Citadel“ selbst, und von einer 3. Staffel ist diesmal noch nicht die Rede. Im Finale von Staffel 2 wird die aktuelle Mission zwar erfüllt, doch einige Handlungsstränge bleiben offen. Fortsetzung folgt?

Jennifer Salke, die mittlerweile nicht mehr an der Spitze von Amazon Studios sitzt, meldete nach dem Start von Staffel 1 begeistert: „Bei ihrem Serienstart verzeichnete [Citadel] eine der höchsten Zuschauerzahlen weltweit in der Geschichte von Prime Video – eine unglaubliche Leistung für eine neue und eigenständige Produktion.“

In den Nielsen Ratings, einer unabhängigen Form der Quotenmessung in den USA, schaffte es „Citadel“ in den ersten Wochen hingegen gar nicht, in die Charts einzusteigen. Konkrete Zahlen gibt es hier nicht und auch wenn es zweifellos „Citadel“-Fans auf der Welt gibt, scheint die Serie für ein Projekt dieser Größenordnung einen auffällig kleinen popkulturellen Fußabdruck zu haben.

Nach dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“ sollte Amazon also in den sauren Apfel beißen, „Citadel“ nach Staffel 2 als gescheitertes Wagnis aufgeben und nicht noch einmal neunstellige Beträge für eine Serie ausgeben, die letztendlich das Passionsprojekt einer früheren Chefin war.

Quellen
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