„Beverly Hills, 90210“-Star Michael Kearns stirbt mit 76 – das ist zur Todesursache bekannt
Michael Kearns ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Freunde berichten von gesundheitlichen Problemen in seinen letzten Monaten – doch vieles bleibt unklar.

Trauer um Michael Kearns: Der US-Schauspieler, Theatermacher und Aktivist ist bereits am 5. Oktober 2026 im Alter von 76 Jahren gestorben. Die Nachricht wurde zunächst von Freunden und Weggefährten öffentlich gemacht.
Fernsehzuschauerinnen und Fernsehzuschauern dürfte Kearns unter anderem aus „Beverly Hills, 90210“ bekannt sein. 1996 war er in der siebten Staffel in mehreren Folgen als Hal zu sehen. Doch seine Bedeutung ging weit über seine Rollen vor der Kamera hinaus: Kearns gehörte zu den ersten Hollywood-Schauspielern, die offen schwul lebten, und sprach Anfang der 90er-Jahre öffentlich über seine HIV-Diagnose.
Michael Kearns: Todesursache bislang nicht bekannt
Eine offizielle Todesursache wurde bislang nicht veröffentlicht. Bekannt ist allerdings, dass Kearns in den Monaten vor seinem Tod gesundheitliche Probleme hatte.
Sein langjähriger Freund, Filmemacher und Professor Roland Palencia berichtete, der Schauspieler sei innerhalb der letzten drei Monate seines Lebens mehr als fünfmal in der Notaufnahme gewesen. Um welche Beschwerden es sich dabei handelte, sagte er jedoch nicht.
Kurz vor seinem Tod habe Kearns sich erneut unwohl gefühlt. Am Sonntag, 4. Oktober, rief er schließlich den Rettungsdienst. Einen Tag später starb er.
Wichtig ist dabei: Kearns' öffentlich bekannte HIV-Diagnose lässt keinen Rückschluss auf seine Todesursache zu. Keine der bislang vorliegenden Mitteilungen nennt HIV oder eine andere konkrete Erkrankung als Grund für seinen Tod.
Palencia verabschiedete sich emotional von seinem Freund und bezeichnete ihn als „Freund, Mentor, Nachbarn und Kinokumpel“. Erst kurz zuvor hatten die beiden noch gemeinsame Kinobesuche geplant.
Michael Kearns sprach schon 1991 offen über seine HIV-Diagnose
Kearns schrieb nicht nur als Schauspieler Geschichte. Bereits in den 70er-Jahren lebte er in Hollywood offen schwul – zu einer Zeit, in der ein Coming-out eine Schauspielkarriere massiv gefährden konnte.
1991 ging er noch einen außergewöhnlichen Schritt weiter und machte öffentlich, dass er HIV-positiv war. Damals waren HIV und AIDS noch stark stigmatisiert und nur wenige bekannte Schauspieler sprachen offen über eine Diagnose.
„Ich tue das für alle Menschen mit HIV“, erklärte Kearns damals. HIV sei nichts, wofür man sich schämen müsse. Schweigen hätte für ihn hingegen bedeutet, Scham oder Angst zu vermitteln.
Kearns hatte nach eigenen Angaben bereits seit 1989 von seiner Diagnose gewusst. Zum öffentlichen Schritt bewegte ihn unter anderem der Tod des „Midnight Express“-Darstellers Brad Davis, dessen AIDS-Erkrankung zu Lebzeiten weitgehend geheim gehalten worden war.
„Beverly Hills, 90210“, „Cheers“ und „Mord ist ihr Hobby“
Sein Fernsehdebüt hatte Kearns bereits 1974 in „Die Waltons“. Später folgten Auftritte in zahlreichen bekannten US-Serien.
Neben seinem dreiteiligen Gastauftritt als Hal in „Beverly Hills, 90210“ war er unter anderem in „Cheers“, „Ein Colt für alle Fälle“, „Mord ist ihr Hobby“, „Zeit der Sehnsucht“ und „Unter der Sonne Kaliforniens“ zu sehen.
Auch im Kino übernahm er Rollen. Zu seinen bekanntesten Filmen gehört Brian De Palmas Thriller „Der Tod kommt zweimal“ („Body Double“) von 1984.
1993 spielte Kearns zudem im preisgekrönten HBO-Film „And the Band Played On“, der sich mit den frühen Jahren der AIDS-Epidemie beschäftigt. Dort verkörperte er den Aktivisten Cleve Jones.
Michael Kearns kämpfte jahrzehntelang gegen die Stigmatisierung von HIV und AIDS
Noch stärker als seine Film- und Fernsehkarriere prägte jedoch das Theater Kearns' Leben. 1986 inszenierte er am Celebration Theatre in Los Angeles die Uraufführung von Robert Chesleys „Jerker“. Das Stück über zwei schwule Männer während der AIDS-Krise löste damals heftige Kontroversen aus.
Kearns gründete beziehungsweise unterstützte im Laufe seines Lebens mehrere Initiativen, die sich für Menschen mit HIV und AIDS und für queere Künstlerinnen und Künstler einsetzten. Seine eigenen Bühnenarbeiten griffen immer wieder Erfahrungen aus der AIDS-Krise auf.
Noch wenige Tage nach seinem Tod hätte er bei einer Veranstaltung zur Geschichte des queeren Theaters auftreten sollen.
Kearns hinterlässt seine Tochter Katherine, die er Mitte der 90er-Jahre als alleinerziehender Vater adoptierte.
Fans von „Beverly Hills, 90210“ mussten sich in den vergangenen Jahren bereits von mehreren Darstellern der Kultserie verabschieden. 2024 starb etwa auch „Beverly Hills, 90210“-Darsteller Nicholas Pryor.


