Abzocke in Hollywood: Der „Joker“-Produzent und das Schneeballsystem
Er finanzierte Hollywood-Hits wie „Joker“, „Babylon“ oder „Ghostbusters: Afterlife“. Nun drohen Produzent Jason Cloth jahrzehntelange Haftstrafen. Die US-Justiz wirft ihm vor, ein millionenschweres Schneeballsystem betrieben zu haben.

Schwere Vorwürfe gegen den kanadischen Filmfinanzierer Jason Cloth (60): Der ausführende Produzent von Filmen wie „Joker“, „Babylon“ und „Ghostbusters: Afterlife“ ist in den USA angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft in Chicago wirft ihm vor, Investor mit falschen Versprechen um rund 100 Millionen US-Dollar betrogen zu haben.
Staatsanwaltschaft spricht von Schneeballsystem
Laut Anklage soll Cloth Gelder, die eigentlich für Filmprojekte und eine Gaming-Plattform bestimmt waren, zweckentfremdet haben. Statt sie wie versprochen zu investieren, soll er damit frühere Investor eines Immobilienprojekts in Kanada ausgezahlt haben – ein Vorgehen, das den Ermittler zufolge einem klassischen Schneeballsystem entspricht.
Am Dienstag wurde Cloth in Los Angeles festgenommen. Gegen ihn wurden sieben Anklagepunkte wegen Überweisungsbetrugs (Wire Fraud) erhoben. Jeder einzelne Anklagepunkt kann theoretisch mit bis zu 20 Jahren Haft geahndet werden.
Bereits mehrere Klagen gegen den Produzenten
Die aktuellen Vorwürfe sind nicht die ersten gegen den Filmfinanzierer. Bereits in den vergangenen Jahren hatten mehrere Investor Zivilklagen eingereicht. In einem Verfahren in Chicago werfen sie Cloth vor, rund 80 Millionen US-Dollar veruntreut zu haben. Das Geld sollte unter anderem in „Ghostbusters: Afterlife“, „Monkey Man“ und weitere Filmproduktionen fließen.
Der Anwalt der Kläger, Alexander Loftus, erklärte gegenüber Variety, Cloth habe den finanziellen Erfolg von „Joker“ regelmäßig genutzt, um neue Anleger zu gewinnen. Dabei habe er jedoch verschwiegen, dass frühere Investor nach seinen Angaben nicht wie erwartet ausgezahlt worden seien.
Insolvenz und weitere Ermittlungen
Cloths Firma Creative Wealth Media Finance meldete bereits 2023 in Kanada Insolvenz an. Die Ontario Securities Commission wirft ihm vor, über einen Zeitraum von rund zehn Jahren rund 500 Millionen US-Dollar von etwa 500 Investor eingesammelt und teilweise zweckwidrig verwendet zu haben.
Auch in einem anderen Zivilverfahren wurde Cloth bereits zur Zahlung von 19,6 Millionen US-Dollar an einen Investor verurteilt. Das Urteil wurde später in der Berufung bestätigt.
Mit der aktuellen Anklage fordert die US-Staatsanwaltschaft außerdem die Rückzahlung von 12,25 Millionen US-Dollar. Das FBI sucht derweil nach weiteren möglichen Geschädigten. Ob und wann es zu einem Strafprozess kommt, ist derzeit noch offen.








