Familie Ritter: Kinder sprechen offen über ihre Vergangenheit „Froh, dass wir nicht zu Hause groß geworden sind“
Die jüngste Generation der bekannten TV-Familie Ritter bricht ihr Schweigen. Sara und Leon berichten im „stern TV“-Spezial von traumatischen Erlebnissen, aber auch von der Liebe zu Oma Karin.

Ihre Namen sind untrennbar mit deutscher Fernsehgeschichte verbunden: Seit über 30 Jahren begleitet „stern TV“ die Familie Ritter aus Köthen. Skandale, Drogen, Alkohol und Fremdenhass prägten das Bild einer Familie, die regelmäßig Schlagzeilen machte. Jetzt stehen die jüngsten Mitglieder im Mittelpunkt: Sara und Leon Ritter sprechen im „stern TV Reportage Spezial – 30 Jahre Familie Ritter“ über ihre Kindheit im Heim, ihre heutige Situation und den Versuch, der Vergangenheit zu entkommen.
„Wir haben alle geheult“
2012 erlebten die Kinder einen der schwersten Tage ihres Lebens. Beim Einkaufen mit Mutter Karina tauchten plötzlich Polizei und Jugendamt auf. Die Geschwister wurden getrennt und in ein Heim gebracht – ein Schock, der tiefe Spuren hinterließ.
„Wir haben alle geheult“, erinnert sich die heute 23-jährige Sara in der Reportage. Ihr Bruder Leon beschreibt den Tag als „psychischen Knacks“, der ihn bis heute begleitet. Fachleute wie Erziehungswissenschaftlerin Nina Kolleck erklären in der Sendung, dass Verlässlichkeit und Bindung die Grundlage für gesundes Aufwachsen sind – Dinge, die Sara und Leon erst außerhalb ihrer Familie erfahren haben.
So denken sie heute über ihre Familie
Für Leon ist die Bilanz eindeutig: „Ich bin nicht sauer, ich bin eher froh, dass wir nicht zu Hause groß geworden sind. Wenn ich nicht ins Heim gekommen wäre, wäre ich jetzt in Köthen in irgendeiner Gosse und drogen- oder alkoholabhängig.“ Das Verhältnis zu seiner Halbschwester Sara beschreibt er dagegen als eng und positiv.
Ganz anders fällt der Blick auf die verstorbene Oma Karin Ritter aus. Während Leon nur noch wenige Erinnerungen an sie hat, ist sie für Sara ein zentraler Halt: „Oma war der liebevollste und teilweise in der Kindheit wichtigste Mensch.“ Besonders die morgendlichen Kuscheleinheiten seien für sie unvergessen. Noch heute gedenkt sie ihrer Oma an deren Geburtstag – mit Luftballons und einer Zigarette als Anspielung auf Karins Leidenschaft fürs Rauchen.
So leben Sara und Leon heute
Sara lebt inzwischen mit ihrem Partner Patrick in Weida. Beide sind arbeitslos, wünschen sich aber eine neue Perspektive und träumen von einem eigenen Haus mit Hof. Sie geben nicht auf, auch wenn ihr Weg steinig bleibt.
Leon wollte sein Leben ebenfalls neu ausrichten – doch kurz nach den Interviews mit „stern TV“ kam es zu einem Vorfall, der alles überschattet. Gemeinsam mit Halbschwester Jasmin und deren Partner soll er einen Mann mit Behinderung attackiert haben. Das Opfer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Leon sitzt seitdem in Untersuchungshaft, ein Urteil steht noch aus. „So wollte ich mein Leben gewiss nicht gestalten“, sagt er im Rückblick.
Zu sehen ist die „stern TV Reportage Spezial – 30 Jahre Familie Ritter“ jederzeit im Stream bei RTL+.







