Aus für die Röhre

Nvidia Shield TV ausverkauft ‒ die besten Alternativen

Stärkere Hardware, weniger Werbung: Die Nvidia Shield TV war die Ausnahme unter den Streaming-Playern. Jetzt ist sie ausverkauft, aber es gibt Alternativen.

Nvidia Shield TV ‒ Basis- und Pro-Modell
Nvidia Shield TV ‒ Basis- und Pro-Modell. Foto: Nvidia

Streaming-Sticks sind in der Regel auf Kante gebaut und zeigen zudem zu viel Werbung. Eine Ausnahme ist die Nvidia Shield TV: stärkere Hardware, aufgeräumte Oberfläche. Kaum einer hatte sie auf dem Schirm. Jetzt ist sie ausverkauft, anscheinend für immer.

Das Basismodell der Nvidia Shield TV erschien 2019 und war eine einfache Röhre – zu groß, um direkt am HDMI-Port zu hängen. Das gab Raum für mehr Technik und Leistung. Am Anfang noch ohne Werbung auf der Oberfläche, später dann doch etwas und durchaus nervig, aber immer noch weniger als das, was die Konkurrenz so abfeuert.

Jetzt ist die Röhre weg – zumindest aus dem Schaufenster. Offiziell bezeichnet sie Nvidia als „ausverkauft", nicht als „eingestellt". Das klingt nach: Wir werden nachproduzieren, nur im Moment bauen wir lieber andere Chips.

Was Nvidia sagt – und was das heißt

Im Januar zeigte sich Nvidia-Manager Andrew Bell gegenüber Ars Technica noch zuversichtlich: stabile Verkaufszahlen, kein Ende von Produktion oder Software-Support, intern werde bereits neue Hardware getestet. Wenige Monate später ist das Einstiegsmodell der Shield TV nicht mehr in den Läden.

Nvidia Shield TV Pro mit aufgeräumter Oberfläche
Nvidia Shield TV Pro mit aufgeräumter Oberfläche. Foto: Nvidia

Offiziell eingestellt ist die Nvidia Shield TV nicht. Das Basismodell sei weitgehend ausverkauft, so Nvidia zu Android Authority. Zur künftigen Verfügbarkeit lägen keine neuen Informationen vor. Doch der Schluss liegt nahe: Die Speicherkrise hat RAM und Flash so verteuert, dass sich eine Nvidia Shield TV zum bisherigen Preis nicht mehr rechnet. Anheben will man ihn offenbar auch nicht.

Was die Röhre so gut gemacht hat

Dass mehr Leistung in der Nvidia Shield TV steckt als in normalen Streaming-Sticks, siehst du bereits am Prozessor. Dieser stammt aus demselben Chip-Zweig, der auch in der Nintendo Switch steckt. Das Plus an Rechenleistung ermöglicht ein KI-Upscaling von HD auf 4K, das keine andere Streaming-Box in dieser Klasse bietet.

Die Werte der Nvidia Shield TV

  • Prozessor Tegra X1+ (16 nm, Maxwell mit 256 CUDA-Kernen)

  • 2 GB RAM, 8 GB Speicher, microSD-Slot

  • KI-Upscaling von HD auf 4K

  • Dolby Vision und Dolby Atmos

  • HDMI 2.0b mit CEC

  • Gigabit-Ethernet

  • Dual-Band-AC-WLAN

  • integriertes Netzteil

  • Zylinder mit 16,4 × 3,9 cm

  • Android TV mit Updates seit 10 Jahren

Einige Pluspunkte: Über ein LAN-Kabel kannst du die Röhre mit Gigabit-Ethernet direkt mit dem Router verbinden. Das Netzteil ist verbaut und liegt nicht irgendwo auf dem Boden herum. Die Röhre sieht schicker aus als jeder TV-Stick, kann dennoch hinter dem Fernseher verschwinden.

Allerdings hat sich die Technik seit 2019 auch weiterentwickelt: Das Basismodell der Nvidia Shield TV bietet kein HDR10+, kein AV1, kein HDMI 2.1, kein USB, nur Wi-Fi 5, und die 2 GB RAM sind heutzutage auch nicht viel.

Diese Alternativen sind jetzt einen Blick wert

Nach unserem Check ist die Nvidia Shield TV (Basismodell) aktuell in keinem deutschen Onlineshop erhältlich. Das sind die Alternativen, wenn du nach einer guten Streaming-Möglichkeit suchst – mit Ethernet, offenem App-System, sauberer Codec-Unterstützung und Update-Versorgung.

Nvidia Shield TV Pro – wenn es die Plattform sein muss

Die Nvidia Shield TV Pro bietet leicht bessere Hardware als das Basismodell, ist aber etwas teurer. Auch hier fehlen HDMI 2.1, Wi-Fi 6, HDR10+ und AV1-Support

  • gleicher Tegra X1+, aber 3 GB RAM, 16 GB Speicher, 2× USB 3.0

  • kann, was die Röhre nicht kann: Plex Media Server, externe Speicher, SmartThings-Hub

  • GeForce NOW, Kodi, Sideloading

Google TV Streamer 4K – der eigentliche Nachfolger

Mit besserer Hardware und der Smart-Home-Funktion ist der Google TV Streamer 4K besser ausgestattet als die Röhre. Allerdings gibt es kein KI-Upscaling in Nvidia-Qualität und er ist nicht zum Spielen geeignet. Cloud-Gaming läuft, fühlt sich aber träge an. Die richtige Wahl für alle, die den vollen Play-Store wollen und keinen Cloud-Gaming-Anspruch haben.

  • 4 GB RAM, 32 GB Speicher

  • Ethernet-Port

  • Dolby Vision, Dolby Atmos

  • Google TV mit vollem Play-Store

  • Thread/Matter-Hub

Amazon Fire TV Cube – Leistung ja, Offenheit nein

Das beste Streaming-Erlebnis, das Amazon hardwareseitig zu bieten hat – ein Würfel, kein Stick. Der Amazon Fire TV Cube bietet aber nur Fire OS statt Android TV mit dem kompletten Play-Store. Und es gibt viel Werbung auf dem Homescreen.

  • Amazons schnellster Fire-TV-Chip

  • 2 GB RAM, 16 GB Speicher

  • Wi-Fi 6E, Ethernet (100 Mbit)

  • 4K-Auflösung, Dolby Vision, Dolby Atmos

Falls du mit Amazons TV-Sticks zufrieden bist und nur ein kleines Upgrade suchst, bieten wir dir eine umfassende Übersicht über alle Fire-TV-Sticks.

Apple TV 4K – aber nicht jetzt

Der Apple TV 4K wäre ebenfalls eine gute Alternative, doch für September 2026 wird ein Nachfolger erwartet, der dann vermutlich einen A17-Pro-Prozessor bietet (statt A15) sowie Wi-Fi 7 und eine überarbeitete Siri Remote. Wer unbedingt Apple will, wartet am besten bis dahin.

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