Klappe, die Zweite

Motorola Razr Fold: Samsungs Lücke, Motorolas Chance

Samsung baut keine Foldables mit Stiftbedienung mehr. Motorola schon – und verlangt dafür inzwischen deutlich weniger als noch im Mai. Wir stellen das Razr Fold gegen das neue Galaxy Z Fold8 Ultra.

Frau mit Motorola Razr Fold
Besser als Samsung: Das Falt-Smartphone Motorola Razr Fold lässt sich mit einem aktiven Stift bedienen. Foto: Motorola

Wer ein Falt-Smartphone im Buchformat sucht, landet fast automatisch bei Samsung. Drei neue Foldables sind gerade vorgestellt worden und ab 7. August erhältlich. Doch es gibt eine Alternative.

Bereits seit Mai ist das Motorola Razr Fold erhältlich – anders als die bisherigen Razr-Modelle ist es das erste Falt-Smartphone der Marke, das sich wie ein Buch öffnen lässt. Seitdem ist der Preis deutlich gesunken.

Zwei Dinge, die das Razr Fold von Samsung unterscheidet

Du kannst mit dem Stift arbeiten. Das Razr Fold erkennt den Moto Pen Ultra, einen aktiven Eingabestift mit 4.096 Druckstufen, und zwar auf dem großen Innendisplay ebenso wie auf dem Außendisplay.

Bei Samsung geht das nicht mehr. Damit ein Bildschirm einen solchen Stift erkennt, braucht er eine zusätzliche Schicht unter dem Display. Die hat Samsung mit dem Galaxy Z Fold7 weggelassen, um das Gerät dünner zu bauen – und auch Fold8 und Fold8 Ultra haben sie nicht. Ein separat gekaufter S Pen nützt dort also nichts.

Motorola Razr Fold, halb aufgeklappt
Das Motorola Razr Fold lässt sich auch nur halb aufklappen, um beim Essen Videos zu schauen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Moto Pen hat einen eigenen Akku und damit ein eigenes Ladeetui, das du zusätzlich mitschleppen musst. Und ins Gerät stecken kannst du ihn nicht, einen Schacht gibt es nicht.

Der Akku ist größer und lädt schneller. 6.000 mAh stecken im Razr Fold, Samsung kommt beim Fold8 Ultra auf 5.000 und beim Fold8 auf 4.800 mAh. Motorola verspricht damit über 43 Stunden mit einer Ladung.

Beim Nachladen ist der Abstand noch deutlicher: 80 Watt per Kabel gegen 45 Watt. Wer abends eine Serie auf 8 Zoll schaut und morgens wieder los muss, merkt beides. Samsung hat dafür das kabellose Laden, das dem Razr Fold komplett fehlt.

Razr Fold und Galaxy Z Fold8 Ultra im Vergleich

Samsung bringt am 7. August drei Foldables in den Handel, zwei davon im Buchformat. Das Fold8 ist das neue, breitere Gerät mit kleinerem Bildschirm, das Fold8 Ultra der klassische Nachfolger des Fold7 – und damit der direkte Gegner des Razr Fold.

Motorola Razr Fold

Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra

Display innen

8,1 Zoll OLED, 120 Hz, HDR

8 Zoll AMOLED, 120 Hz

Display außen

6,6 Zoll OLED, 165 Hz

6,5 Zoll AMOLED, 120 Hz

Prozessor

Snapdragon 8 Gen 5

Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy

Speicher

8 GB + 256 GB, 12 GB + 512 GB oder 16 GB + 512 GB

12 oder 16 GB, 256 GB bis 1 TB

Kameras hinten

dreimal 50 MP (Weitwinkel, Ultraweitwinkel, Tele mit 3-fach-Zoom)

200 MP Weitwinkel, 50 MP Ultraweitwinkel, 10 MP Tele mit 3-fach-Zoom

Akku

6.000 mAh

5.000 mAh

Laden

80 Watt per Kabel, kein kabelloses Laden

45 Watt per Kabel, kabelloses Laden

Eingabestift

Moto Pen Ultra, aktiver Stift mit eigenem Ladeetui

aktive Stifteingabe nicht möglich

Maße aufgeklappt

4,7 mm, 243 Gramm

4,1 mm, 215 Gramm

Beim Prozessor liegt Motorola eine Stufe darunter: Der Snapdragon 8 Gen 5 ist ein Oberklasse-Chip, Samsung verbaut die schnellere Elite-Variante. Im Alltag merkt man davon wenig, bei langen Gaming-Sessions schon. Dafür ist das Razr Fold das ausdauerndere Gerät, und Samsung ist mit knapp 30 Gramm weniger das handlichere.

Wer nur auf den Preis schaut, hat noch eine dritte Option: Das kleinere Galaxy Z Fold8 startet unter dem Fold8 Ultra, kommt dafür aber mit 7,6 Zoll, kleinerem Akku und ohne Telekamera.

Preis ist seit Mai deutlich gefallen

Zum Marktstart am 15. Mai rief Motorola knapp 2.000 Euro auf. Seitdem ist das Razr Fold Schritt für Schritt im Preis gefallen: erst im Juni, dann noch einmal deutlich Anfang Juli. Anfang August liegt es knapp über 1.500 Euro – bei Amazon aktuell mit 24 Prozent Nachlass auf die UVP, befristet bis zum 13. August.

Das sind rund 25 Prozent in zweieinhalb Monaten. So etwas passiert Samsung-Foldables selten, Herausforderern im Foldable-Markt dagegen regelmäßig – sie verkaufen sich schwerer und der Handel reagiert schneller.

Für dich heißt das: Die großen Sprünge sind durch. Der Preis wird weiter nachgeben, aber eher in Zehner- als in Hunderterschritten. Wenn du das Motorola Razr Fold willst, ist jetzt ein guter Moment.

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