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Retro-Trend

Die Kabel-Kopfhörer kommen wieder ‒ warum eigentlich?

Promis tragen wieder Kabel, Gen Z kauft sie – und Bluetooth nervt sowieso. Was hinter dem Comeback steckt und welche Modelle sich lohnen.

Frau mit kabelgebundenen Kopfhörern
Mit Kabel ist manchmal die sicherere Wahl. Foto: Panasonic

Antonio Rüdiger und Cristiano Ronaldo tragen wieder Kopfhörer, an denen ein Kabel hängt – und sie sind nicht die einzigen Fußballspieler bei der Fußball-WM. Doch auch andere Promis haben den Retro-Charme der Nullerjahre wiederentdeckt: Zendaya, Harry Styles, Lily-Rose Depp und Drake, sie alle wurden schon mit Kabel vor der Brust gesichtet.

Dabei waren die ersten AirPods von Apple im Jahr 2016 eine kleine Revolution. Tatsächlich klein, aber auch leicht und angenehm genug im Ohr, dass man sie stundenlang tragen konnte. An den Style musste man sich jedoch gewöhnen. Sie wurden als Zahnbürstenköpfe verspottet, doch viele trugen sie mit Stolz und dem Glauben an Fortschritt. So setzen sie sich schnell durch.

Kabellose In-Ear-Kopfhörer prägten eine ganze Generation – nicht nur die langen, dürren Apple AirPods, auch die knubbeligen WF-1000X, mit denen Sony ein Jahr später nachzog. Es gibt noch andere Formen wie die Clip-ons, die gerade an den Mann, oder genauer: an die Frau gebracht werden sollen.

Bluetooth nervt einfach nur noch

Funk statt Kabel hat auch Probleme gebracht.

Akkulaufzeiten sind immer noch ein Problem, wenn man mehrere Stunden am Stück die Kopfhörer nutzt. In-Ears werden in die Transportbox gesteckt, um nachzuladen – sofern man diese nicht verlegt hat. Over-Ears liegt manchmal ein Notfall-Kabel dabei. Dennoch sehe ich in Microsoft Teams immer noch Menschen schnell die Kopfhörer wechseln.

Apple AirPods im Ladecase
Die lange Laufzeit steckt im Ladecase ‒ wenn es denn zur Hand ist Foto: Apple

Der Verbindungsaufbau über Multipoint ist nach wie vor eine Qual. Wenn der Laptop den Bildschirm ausschaltet, trennen sich die Bluetooth-Kopfhörer kurz vom Smartphone, auf dem ich gerade einen Podcast höre. Solche Aussetzer verfolgen mich seit Jahren. Neue Geräte und Bluetooth-Versionen haben leider nichts daran geändert.

Den Verlust an Audio-Qualität einer Bluetooth-Verbindung höre ich persönlich nicht, weil ich kein geschultes Ohr habe – andere schon. Es gibt zwar Bluetooth-Codecs, die auch Musik-Liebhaberinnen zufrieden stellen, doch die lassen sich nicht immer nutzen. Mal spielt eine Komponente nicht mit, mal will Bluetooth selbst nicht, unerklärlicherweise.

Was man damals noch für Kinderkrankheiten hielt, hat sich leider nicht ausgewachsen.

Sind die Kabel am Kopfhörer eine Gen-Z-Mode?

Kabelgebundene Kopfhörer sieht man in den Instagram-Profilen von Promis, sie werden aber auch mehr verkauft: plus 20 Prozent seit Jahresbeginn, sagen die Marktforscher von Circana. Der Elektronik-Händler Galaxus weiß es genauer: 45 Prozent der jungen Frauen entscheiden sich für kabelgebundene Kopfhörer.

Ist die Wiederkehr der Kabel also eine Frage der Generation? Die Nullerjahre feiern gerade ein Comeback bei Gen Z und jungen Millenials. Menschen um die zwanzig erinnern sich nicht an diese Zeit, sie sind bereits mit dem Smartphone aufgewachsen – dem Gerät für alles.

Sie nutzen wieder Festnetz-Telefone, Klapphandys ohne App-Store, mechanische Tastaturen, Schreibmaschinen, Vinyl-Plattenspieler, Sofortbildkameras und Retro-Gaming-Handhelds. Die Entschleunigung ist eine bewusste Gegenreaktion: Bloß weg vom nächtelangen Doomscrolling am Smartphone. Das fühlt sich so an: ein Gerät, um uns alle zu knechten.

Es fehlt aber auch das Geld. Die ständigen Preissteigerungen treffen Gen Z und Millennials härter als andere Generationen. Zudem wird der Einsatz von KI Jobs kosten, Job-Anfänger sind zuerst betroffen. Da spart ein geerbtes Gerät bares Geld. Und beim Neukauf eines Kopfhörers stellt sich die Frage: Will ich sechsmal mehr für einen Bluetooth-Kopfhörer zahlen als für Kabel-Earbuds?

Welche kabelgebundenen Kopfhörer gibt es?

Das ist jedoch nur grob gerechnet. Bluetooth-Kopfhörer gibt es von 30 bis 600 Euro. Einfache In-Ears mit Kabel können billig sein, auch im doppelten Wortsinn: um die 10 Euro und nicht sehr robust. Es gibt sie aber auch hochwertig und teuer, also für über hundert Euro und für Audiophile.

Ich habe immer das Mikro geschätzt, dass ich mir beim Telefonieren vor den Mund halten konnte. Dafür reichte auch ein einfaches Modell. Wie früher gibt es kabelgebundene Kopfhörer sehr günstig.

Hama Advance In-Ear Kopfhörer
Hama Advance In-Ear Kopfhörer
Maxell Kopfhörer
Maxell Kopfhörer
Samsung Stereo Headset
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Philips In-Ear-Kopfhörer
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Hama Joy Kopfhörer
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Panasonic Ergofit In-Ear-Kopfhörer
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