beyerdynamic Aventho Y: ANC-Kopfhörer mit ansteckbarem Mikro
Ein ANC-Kopfhörer für den Alltag, der sich mit einem Handgriff zum Headset mit biegbarem Bügel-Mikro erweitern lässt: Was der beyerdynamic Aventho Y kann.

Ein Over-Ear-Kopfhörer mit gutem Sprechton ist nicht leicht zu finden. Das Mikrofon sitzt weit hinten, der Ton ist schlecht, wenn ich spreche. Ich möchte aber auch nicht mit einem Riesen-Headset draußen spazierengehen.
Der beyerdynamic Aventho Y verbindet beides: Auf den ersten Blick ist er ein normaler, schicker ANC-Kopfhörer, der im Stadtbild nicht auffällt. Dort filtert er alles an missliebigen Geräuschen weg. Vor dem PC wird er aber zum Gaming-Headset. Du kannst ein optionales Mikrofon anstecken, das direkt vor deinem Mund sitzt.
Ein Kopfhörer für zwei verschiedene Szenarien bedeutet aber auch zwei Maßstäbe, um ihn zu beurteilen. In beiden schlägt sich der Aventho Y unterschiedlich.
Das Bügelmikrofon – stecken statt klappen
Das Mikrofon sitzt an einem kurzen, nach vorn gebogenen Arm und wird angesteckt. Es lässt sich nicht wegklappen und nicht ins Gehäuse schieben. Wer es nicht braucht, zieht es ab.
Angeschlossen wird es an eine 3,5-mm-Klinkenbuchse, die direkt neben dem USB-C-Anschluss an der linken Hörschale sitzt. Der Stecker passt nur so hinein, dass der Arm nach vorn zum Mund zeigt. Er reicht bis etwa auf Höhe des Mundwinkels und ist damit deutlich kürzer als bei klassischen Gaming-Headsets. Er lässt sich ein wenig biegen, aber nicht so flexibel wie ein Schwanenhals.

Sobald das Mikrofon steckt, ist es aktiv. Stummschalten kannst du es über eine eigene Taste, die auf der Kapsel am Ende des Arms sitzt. Eine rote LED zeigt dir den Zustand an.
Dazu gehört auch ein USB-C-Dongle, der im Kopfhörer unter dem rechten Ohrpolster verstaut wird. Das Polster hält magnetisch und lässt sich einfach abziehen.
Offen ist, ob das Mikrofon Sidetone unterstützt, also ob du deine eigene Stimme im Kopfhörer hörst – beim Gaming-Headset MMX 150 wireless gehört das zum gleichnamigen META-VOICE-Mikrofon dazu.
316 Gramm – zu schwer für die Reise, zu leicht für ein Vorurteil
beyerdynamic gibt 316 Gramm als Gewicht des Aventho Y an. Für mehrere Stunden in Zug oder Flugzeug ist das zu schwer. Andere ANC-Kopfhörer wiegen zwischen 250 und 290 Gramm. Den Unterschied merkst du noch nicht nach zwanzig Minuten, aber nach drei Stunden.
Für ein kabelloses Gaming-Headset fällt er jedoch leicht aus. 320 bis 340 Gramm sind dort der Normalfall, obwohl dort meist nicht einmal ANC-Technik drinsteckt.

Wer den Aventho Y auf die Langstrecke mitnimmt, sollte ihn vorher aufprobieren. Wer ihn am Schreibtisch trägt, bekommt ein für seine Klasse leichtes Gerät.
Bluetooth 6.0 – und trotzdem nur SBC und AAC
Kabellos verbindet sich der Aventho Y über Bluetooth 6.0, mit bis zu 20 Metern Reichweite. Multipoint ist an Bord, du kannst also Laptop und Smartphone gleichzeitig verbunden halten und zwischen Videokonferenz und Musik wechseln, ohne neu zu koppeln.
Bei den Codecs bleibt es dagegen bei SBC und AAC. aptX und LDAC fehlen. Wenn du ein iPhone nutzt, ändert das für dich nichts, weil Apple ohnehin auf AAC setzt. Nutzt du ein Android-Smartphone, das aptX oder LDAC beherrscht, verschenkst du hier etwas – in dieser Preisklasse bieten andere Hersteller inzwischen mehr.
Einen Modus mit niedriger Latenz kannst du in der beyerdynamic App zuschalten. Richtig kurz werden die Wege aber erst mit dem Dongle aus dem Upgrade-Paket, und genau dafür ist er gedacht: Spiele und Filme, bei denen Bild und Ton zusammenpassen müssen.
Was noch im Datenblatt steht
Beim Akku nennt beyerdynamic über 90 Stunden Laufzeit. Diese Zahl gilt allerdings mit abgeschaltetem ANC. Mit aktiver Geräuschunterdrückung sind es über 60 Stunden. Auch das ist ein starker Wert.

Voll geladen ist der 650-mAh-Akku in einer Stunde, und fünf Minuten am Kabel reichen laut Hersteller für bis zu sechs weitere Stunden. Der Akku lässt sich selbst wechseln. Er sitzt in einem aufklappbaren Fach unter dem linken Ohrpolster.
Beim Kabelbetrieb solltest du wissen, dass das mitgelieferte Kabel an beiden Enden USB-C hat und gleichzeitig als Lade- und Audiokabel dient. Die einzige Klinkenbuchse am Gerät nimmt ausschließlich das Mikrofon auf. Und eingeschaltet sein muss der Aventho Y auch am Kabel – bei leerem Akku bleibt es still.
Was der Aventho Y kostet – und was noch dazukommt
Der beyerdynamic Aventho Y ist seit dem 3. September für 149 Euro erhältlich, in den Farben Liquid Black, Blue Fusion, Soft Jade und Peach Blush. Vorerst nur im eigenen Onlineshop. Das Upgrade-Paket mit Mikrofon und Dongle folgt im Oktober, einen Preis dafür hat beyerdynamic noch nicht genannt.
Ich persönlich habe immer nach so einem Modell gesucht, schaue in letzter Zeit aber nach einem Ansteckmikrofon fürs Smartphone, das ich zusammen mit meinen Bose QuietComfort nutze.
Beides muss unterwegs mit, das ansteckbare Mikrofon des beyerdynamic Aventho Y wie auch ein Ansteckmikrofon, und kann verloren gehen. Die Kopplung fällt beim Aventho Y weg, das ist schon einmal ein großer Vorteil, wenn es schnell gehen muss. Auch die Mute-Taste ist dort schnell erreicht. Zudem ist die niedrige Latenz mit eingestecktem Dongle am PC ein weiterer Vorteil.
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