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Zu weihnachtlich für Halloween, zu gruselig für Weihnachten: Dieses Fantasy-Meisterwerk sorgt heute für Feiertag-Wirrwarr

Ein Film zwischen Tannenbaum und Tränendrüse: Dieses Tim-Burton-Meisterwerk verwirrt Fans jedes Jahr.

Edward zaubert Eisskulpturen.
Tim Burtons Stil passt in den Herbst, doch Edward lässt es auch schneien. Foto: TMDB

Schneeflocken, Scherenhände und suburbane Idylle – Tim Burtons „Edward mit den Scherenhänden“ ist ein Film, der sich seit über 30 Jahren einer klaren Schublade entzieht. Zu melancholisch für Weihnachtsglück, zu herzerwärmend für Halloween – und doch irgendwie perfekt für beide Feiertage.

Dennoch entbrennt unter Fans jedes Jahr die gleiche Diskussion: Ist „Edward mit den Scherenhänden“ ein Weihnachtsfilm oder ein Fantasy-Drama mit winterlicher Kulisse?

Ein Weihnachtsfilm – zumindest für ein Drittel

Zugegeben: Nur der letzte Teil des Films spielt tatsächlich zur Weihnachtszeit. Doch was für ein Teil! Die kleine amerikanische Vorstadtsiedlung wird in ein Lichtermeer getaucht, überall glitzert Lametta – und mitten in dieser festlichen Kulisse schnitzt Edward (Johnny Depp) im Garten eine Eisskulptur, die so gewaltig ist, dass sie Schnee regnen lässt.

Diese Szene, in der Winona Ryder als Kim unter den fallenden Schneeflocken tanzt, gehört zu den schönsten Momenten der Filmgeschichte – und wirkt, als hätte Burton hier seinen ganz eigenen Weihnachtsklassiker geschaffen.

Auch ein Rückblick auf den Erfinder (Vincent Price), der Edward kurz vor Weihnachten das Herz brechen lässt, trägt zur festlichen, aber tragischen Atmosphäre bei.

Warum das Timing entscheidend ist

Burtons Film lebt vom Kontrast: Der Beginn zeigt eine bunte, überperfekte Vorstadtidylle, in der jeder Nachbar den Rasen trimmt und die Sonne ewig scheint – eine überzeichnete Karikatur amerikanischer Durchschnittlichkeit.

Doch als die Lichterketten angehen und die besinnliche Jahreszeit naht, kippt die Stimmung. Edward, zunächst als Kuriosität gefeiert, wird plötzlich zum Außenseiter, zum „Monster“. Das Fest der Nächstenliebe entlarvt sich als Bühne der Heuchelei.

Nicht gerade festlich – und doch: An keinem anderen Punkt im Jahr würde diese Botschaft so deutlich zünden.

Themen, die klingen wie Weihnachtsglocken

Unter der Oberfläche ist „Edward mit den Scherenhänden“ ein Film über Mitgefühl, Familie und Akzeptanz – also exakt jene Werte, die man auch in jedem klassischen Weihnachtsfilm findet.

Edward ist ein Fremder, der trotz seines bizarren Äußeren nur Gutes tun will. Er schenkt Schönheit, formt Gärten, schneidet Haare – und wird am Ende von den Menschen verstoßen, denen er helfen wollte.

Seine Geschichte erinnert nicht nur an „Frankenstein“, sondern auch an Jesus Christus: ein scheinbar unsterbliches „Wunderwesen“, das Nächstenliebe predigt, dafür aber Ablehnung erfährt.

Im Winter einfach besser

Natürlich kann man „Edward mit den Scherenhänden“ das ganze Jahr über schauen – aber je näher Weihnachten rückt, umso besser funktioniert das tragikomische Fantasy-Märchen.

Die Musik von Danny Elfman, die glitzernden Lichter, die kühle Schneestimmung – alles erinnert an eine düstere Weihnachtsparabel, irgendwo zwischen Charles Dickens und „Die Schöne und das Biest“.

Warum er trotzdem nie zum Weihnachtsstandard wurde

Trotz seiner Beliebtheit hat es „Edward mit den Scherenhänden“ nie in die offizielle Weihnachtsfilmrotation geschafft. Während „Kevin – Allein zu Haus“ oder „Der Grinch“ jedes Jahr über die Bildschirme flimmern, bleibt Burtons Meisterwerk ein Sonderfall: zu poetisch, zu melancholisch, zu eigen – und nicht immer familienfreundlich.

Vielleicht ist genau das sein Reiz: ein Film, der sich nicht vereinnahmen lässt, der zwischen Halloween-Deko und Adventskranz schwebt wie eine Schneeflocke, die zu früh oder zu spät vom Himmel fällt.

Wer sich Edward schon jetzt in die eigenen vier Wände holen will, bekommt heute Abend um 22:20 Uhr auf dem Disney Channel die Chance dazu. Alternativ gibt es den Film auch bei Disney+ im Stream und schon bald in einem schicken 4K-Steelbook, das auch, aber nicht nur unter dem Weihnachtsbaum eine gute Figur macht.

Quellen