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„XATAR – Ein Leben ist nicht genug“: Das steckt wirklich hinter seiner Geschichte

Wer war Xatar wirklich? „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“ beleuchtet das Leben von Giwar Hajabi – vom kurdischen Flüchtlingskind über den Goldraub bis zum gefeierten Chartstürmer.

Porträt von Xatar mit Sonnenbrille, dicker Goldkette und Zigarre; daneben der Schriftzug „XATAR“ mit ARD-Logo.
Zwischen Mythos und Realität: Die Dokuserie zeichnet Xatars Leben als Rapper, Unternehmer und Ausnahmefigur nach. Foto: NDR

Wenn man an die Rap-Legende Xatar denkt, fällt einem nicht nur sein musikalischer Werdegang ein – vor allem eines ist immer wieder präsent: der Goldraub. Thematisiert im Kinofilm „Rheingold“ wird er sein Leben lang immer wieder mit diesen heftigen Schlagzeilen verbunden. Doch was steckt wirklich hinter der Legende?

Durch die Stimmen von Musikjournalist:innen, Angehörigen, Geschäftspartner:innen und Weggefährt:innen wird in der ARD-Dokureihe „XATAR – Ein Leben ist nicht genug“ der Frage nachgegangen: Wie sah sein Leben noch vor seinem Tod aus und wer war Giwar Hajabi wirklich?

Der Anfang: Xatars Weg in die Musik

Die dreiteilige Dokureihe geht bis an seine Wurzeln zurück: Giwar Hajabi wird 1981 im Iran geboren. Seine Familie gehört zur kurdischen Minderheit und flieht Anfang der 1980er-Jahre aus politischen Gründen nach Deutschland. In einer Reise durch seine Heimat, alten Interviews und Archivmaterial sowie der Wiedererzählung seiner Frau über das junge Leben des Künstlers wird schnell klar, in welchem Spannungsfeld er sich befand: zwischen zwei Kulturen – eine Erfahrung, die später seine Musik prägen sollte.

Schon als Jugendlicher entdeckt er Hip-Hop für sich – die Musik für die „Ausgestoßenen“, die aus Wut und Frustration entstand, fasst ein Journalist zusammen. Seine Texte waren roh, direkt und erzählten authentische Geschichten von der Straße, von Loyalität und dem Streben nach Erfolg, so wie sie passiert sind. Und er war von Anfang an nicht alleine: Früh entstand aus der Freundschaft mit Rap-Kollegen Samy und SSIO gemeinsame Musik.

Erfolg trotz Skandalen: Die zwei Seiten eines Rappers

Es entsteht ein ehrliches Porträt über den Rapper, bei dem auch der Goldraub thematisiert wird.Die Hintergründe werden beleuchtet und was folgt, liest sich wie ein Krimi: Flucht ins Ausland, Festnahme im Irak, Auslieferung nach Deutschland. 2011 wird Xatar zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Dokuserie rekonstruiert die Ereignisse auf detailreiche Art und Weise und lässt sowohl juristische Experten als auch damalige Beteiligte zu Wort kommen.

Doch dieser Vorfall sollte nicht das Ende seiner Karriere bedeuten: Aus dem Gefängnis heraus arbeitet er weiter an Musik. Nach seiner Entlassung 2014 gelingt ihm ein spektakuläres Comeback. Sein Album „415“ stürmt die Charts – ein Triumph, der seine Legende weiter festigt.

Seine Stimme: Inspiration für eine ganze Generation

Die Dokureihe zeigt eindeutig: Xatar war eine Ausnahme – eine Schnittstelle zwischen Raplegende, Familienvater und Geschäftsmann, der vielen jungen Menschen mit Migrationsgeschichte eine Stimme verlieh. Besonders seine Weggefährt:innen SSIO und Schwesta Ewa machen deutlich: Er wollte Türen öffnen und hat sie geöffnet. Für sich und für alle anderen.

Im Mai 2025 erschütterte dann die Nachricht von seinem plötzlichen Tod die deutsche Musikszene. Xatar wurde nur 43 Jahre alt – und die Anteilnahme war enorm. Die Dokuserie spart auch dieses Kapitel nicht aus – sensibel und respektvoll zeichnet sie die Hintergründe und letzten Jahre seines Lebens nach und zeigt, wie sehr sein Tod eine Lücke hinterlassen hat.

Interviewaufnahme von Schwesta Ewa mit langen blonden Haaren in einem stilvoll eingerichteten Raum.
Kolleg:innen und Vertraute wie Schwesta Ewa erinnern sich an ihn zurück. Die Serie beleuchtet Xatars Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Foto: NDR

Es ist ein ehrlicher Blick auf sein Leben

Am Ende bleibt das vielschichtige Porträt eines Menschen, der kompromisslos seinen eigenen Weg ging, mit allen Konsequenzen. „Alles oder Nichts“ war dabei nicht nur sein erster Albumtitel, sondern ein Lebensmotto, bringt es sein langjähriger Freund und Weggefährte Samy am Ende der Dokureihe auf den Punkt. Xatars Geschichte ist damit weit mehr als eine klassische Rap-Biografie. Sie ist die Erzählung eines Lebens zwischen Aufbruch, Absturz und unbedingtem Willen.

Alle drei Episoden ab dem 1. Mai in der ARD-Mediathek. Anschließend die erste Folge am 5. Mai um 0:05 Uhr im Ersten und die gesamte Dokureihe am 6. Mai um 23:35 Uhr im NDR Fernsehen.

Quellen
  • ARD / NDR

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