„Wochenendrebellen“: Die wahre Geschichte hinter dem ARD-Erfolg bewegt bis heute – und die Suche ist noch immer nicht vorbei
„Wochenendrebellen“ gehört zu den erfolgreichsten deutschen Filmen der vergangenen Jahre. Das bewegende Drama nach einer wahren Geschichte läuft heute in der ARD. Warum Jasons außergewöhnliche Suche bis heute nicht beendet ist, erfährst du hier!

Als „Wochenendrebellen“ 2023 in die Kinos kam, entwickelte sich der Film überraschend zu einem der größten deutschen Publikumserfolge des Jahres. Fast eine Million Menschen sahen das emotionale Vater-Sohn-Drama auf der großen Leinwand. Nun kehrt der Film zurück ins Free-TV: Heute Abend um 20:15 Uhr zeigt die ARD die bewegende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert und deren reales Vorbild bis heute weiterschreibt.
Darum geht es in „Wochenendrebellen“
Im Mittelpunkt steht der zehnjährige Jason (Cecilio Andresen), ein autistischer Junge, der die Welt auf seine ganz eigene Weise wahrnimmt. Als die Situation in der Schule immer schwieriger wird, sucht seine Familie nach einer Möglichkeit, ihm mehr Sicherheit und soziale Kontakte zu ermöglichen.
Schließlich treffen Jason und sein Vater Mirco (Florian David Fitz) eine ungewöhnliche Vereinbarung: Bevor Jason sich für einen Lieblingsverein entscheidet, möchte er alle 56 Profiklubs der ersten drei deutschen Ligen live im Stadion erleben. Erst danach will er festlegen, welchem Verein künftig sein Herz gehört.
Was zunächst wie eine verrückte Idee klingt, entwickelt sich zu einer Reise quer durch Deutschland – voller Herausforderungen und bewegender Begegnungen. Vor allem aber verändert sie die Beziehung zwischen Vater und Sohn nachhaltig.
Die Geschichte ist wirklich passiert
Viele Zuschauerinnen fragen sich nach dem Film, ob die Geschichte tatsächlich wahr ist. Die Antwort lautet: Ja.
Die Figuren Jason und Mirco beruhen auf den realen Jason und Mirco von Juterczenka. Bereits 2011 begannen Vater und Sohn gemeinsam ihre außergewöhnliche Stadionreise. Ihre Erlebnisse dokumentierten sie zunächst im Blog „Der Wochenendrebell – Groundhopping mit Asperger“, später auch in einem Podcast 2017 veröffentlichten die beiden ihre Autobiografie „Wir Wochenendrebellen“, die unter anderem als Fußballbuch des Jahres nominiert wurde. Autor Richard Kropf wurde auf das Buch aufmerksam und erkannte darin das Potenzial für einen Kinofilm.
Besonders wichtig war den beiden realen Vorbildern dabei, dass Autismus authentisch und respektvoll dargestellt wird. Deshalb begleiteten Jason und Mirco die Entstehung des Films eng und brachten ihre Erfahrungen aktiv ein.
Hat Jason inzwischen seinen Lieblingsverein gefunden?
Wer den Film sieht, erlebt vor allem den Beginn der außergewöhnlichen Reise. Doch im echten Leben ist sie bis heute nicht abgeschlossen.
Jason ist inzwischen 21 Jahre alt und studiert Physik an der ETH Zürich. Neben seinem Studium beschäftigt er sich intensiv mit wissenschaftlichen Themen und führt gemeinsam mit seinem Vater den bekannten Blog weiter. Dort berichten die beiden nicht nur über Fußball, sondern auch über Autismus, Familie und gesellschaftliche Themen.
Trotz des neuen Lebensabschnitts bleibt die Suche nach dem perfekten Verein bestehen.
Darum dauert die Suche so lange
Dass Jason sich bis heute nicht für einen Klub entschieden hat, liegt an seinen außergewöhnlich hohen Anforderungen. Der Verein seiner Wahl soll unter anderem kein Maskottchen besitzen. Auch bestimmte Rituale auf dem Spielfeld – etwa ein Spielerkreis vor dem Anpfiff – kommen für ihn nicht infrage. Zusätzlich spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: Der Klub sollte möglichst umweltbewusst handeln und idealerweise klimaneutral arbeiten.
Diese Kriterien machen die Suche alles andere als einfach. Inzwischen beschränkt sie sich längst nicht mehr auf Deutschland. Vater und Sohn reisen heute auch ins Ausland – ausschließlich mit der Bahn.
Aus einer Fußballreise wurde ein Herzensprojekt
Längst geht es den beiden nicht mehr nur um Fußball. Aus dem ursprünglichen Versprechen zwischen Vater und Sohn entwickelte sich im Laufe der Jahre ein gemeinsames Engagement für soziale und ökologische Projekte. Während ihrer Lesereisen sammelten Jason und Mirco nach eigenen Angaben mehr als 60.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Wasserversorgung in Ostafrika. Außerdem unterstützen sie über ihre Plattform die well:fair Stiftung, die sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung einsetzt.
So ist aus der Suche nach einem Lieblingsverein längst eine Geschichte über den Wunsch geworden, die Welt ein Stück besser zu machen.
Wer den Kinohit bislang verpasst hat oder die bewegende Geschichte noch einmal erleben möchte, hat heute Gelegenheit dazu: „Wochenendrebellen“ läuft heute um 20:15 Uhr im Ersten. Im Anschluss ist der Film zudem über die ARD-Mediathek abrufbar.







