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Weshalb es kein "In aller Freundschaft"-Happy End geben wird | Interview mit Jana Brandt

Die Sachsenklinik wird 20 Jahre alt! Zum Jubiläum von "In aller Freundschaft" sprachen wir mit MDR-Fictionchefin Jana Brandt über Roland Heilmanns nächste Liebe, Veränderungen in der 22. Staffel und das Happy-End, das es nicht geben wird.

In aller Freundschaft: Mit einem Happy End wäre die Geschichte auserzählt
Am 26. Oktober wird "In aller Freundschaft" 20. Um das zu feiern, reisten Darsteller Thomas Rühmann und Jascha Rust für einen 90-Minüter nach Thailand. MDR-Fictionchefin Jana Brandt sprach mit uns über das Jubiläum und die Chancen auf ein Happy End. © MDR/Saxonia Media/Tom Schulze

Zwanzig Jahre ist es nun her, seit "In aller Freundschaft" zum ersten Mal über den Bildschirm flimmerte. Dass die Krankenhausserie heute zu den erfolgreichsten Formaten im deutschen Fernsehen zählt, liegt auch an Jana Brandt und ihrem Team. Die MDR-Fictionchefin brennt für das, was sie tut, und ist seit der zweiten Staffel federführend bei der Serie.

TVMovie Online traf die 53-Jährige in Hamburg zum Interview, um mit ihr über das 20-jährige Jubiläum der Sachsenklinik zu sprechen, und erfuhr ganz nebenbei auch, wie es um Roland Heilmanns und Sarah Marquardts Liebesleben und Veränderungen in der 22. "In aller Freundschaft"-Staffel bestellt ist.

MDR-Fictionchefin Jana Brandt
Die Frau hinter "In aller Freundschaft": MDR-Fictionchefin Jana Brandt.          © MDR/Marco Prosch

TV Movie Online: Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen von „In aller Freundschaft“! Was ist das Erfolgsrezept der Serie?

Jana Brandt: Ich glaube, der Charme einer solchen Serie ist, mit den Figuren zu wachsen. Wir bieten emotionale Geschichten von Menschen,  die man seit vielen Jahren kennt. Episodisch erzählen wir berührende Fälle, die zugleich auch sehr authentisch sind, ein großes Mitfühlpotenzial und eine große Dramatik haben. Wir haben tolle Autorinnen und Autoren – und  sehr viele kreative Ideen für neue Geschichten, wie wir beispielsweise mit Ablegern wie „In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte“ und  „In aller Freundschaft - Die Krankenschwestern“ zeigen oder einem 90-minütigen Einteiler wie „In aller Freundschaft - Zwei Herzen“.

Wie ist die Idee zu „Zwei Herzen“ entstanden?

Wir haben überlegt, welche Variante wir erzählen: Eine Geschichte mit dem gesamten Ensemble in der Sachsenklinik oder Reiseabenteuer mit ausgewählten Figuren. Wir haben uns entschieden, drei Serienfiguren in eine für sie fremde und neue Gegend zu schicken und zugleich ein besonders dramatisches Ereignis in der Sachsenklinik zu entwickeln, das eng mit einer der Hauptpersonen verbunden ist. So entsteht ein besonderer Spannungsbogen zwischen den Ereignissen zuhause und den Abenteuern in Thailand.

Auch dass mit Roland Heilmann, Sarah Marquardt und Kris Haas drei beliebte Figuren zusammen zu sehen sind, die sonst nicht so viel miteinander erleben, fanden wir sehr interessant! Das alles zusammengenommen hat uns auf die Grundidee zu „Zwei Herzen“ gebracht.

In aller Freundschaft: Roland und Kris im thailändischen Nirgendwo
Roland und Kris verirren sich im thailändischen Nirgendwo. © MDR/Saxonia Media/Tom Schulze

Dr. Roland Heilmann hatte es in den letzten Jahren nicht leicht. Umso mehr dürften sich die Zuschauer freuen, dass er sich in Thailand wieder ein wenig öffnet und sogar flirtet, wenn auch manchmal etwas unbeholfen. Welche Rolle spielt die schwedische Ärztin Dr. Helen Larsson denn in Zukunft für ihn?

Das ist natürlich eines der bestgehüteten Geheimnisse (lacht)! Wir finden alle als Macher, dass es Zeit wird für die zweite große Liebe in Rolands Leben. Auf dem Weg dahin darf er so einige küssen (lacht)! Ich kann nur so viel sagen: Es wird bestimmt noch jemand anderes durch die Tür treten als Helen und zwar demnächst (lacht)! Ähnlich wie Rolands Freunde und Familie finden wir nämlich auch, er hatte genug Zeit, um sich zu besinnen und zu reflektieren, und ist in Staffel 22 nun bereit für die nächste große Liebe – bei der hoffentlich auch die Zuschauerinnen und Zuschauer sagen werden: „Die beiden sind füreinander bestimmt!“

In aller Freundschaft: Dr. Roland Heilmann und Dr. Helen Larsson
Unverhofft kommt oft: In Thailand lernt Roland die attraktive Ärztin Helen kennen, die ihn aus der Lethargie befreit.          © MDR/Saxonia Media/Tom Schulze

Wird er sich zaghaft verlieben oder wird es zwischen Roland und seiner nächsten großen Liebe auf den ersten Blick „Peng“ machen?

Wenn es ausschließlich nach mir gehen würde, würde es „Peng“ machen (lacht)! Die Eine würde durch die Tür kommen und ihn – auf Neudeutsch - flashen!

Helen ist also aus dem Rennen…

Helen ist auf jeden Fall eine Person, die Roland sehr reizvoll findet… Ganz aus dem Rennen ist man ja in Serien sowieso nie (lacht)!

Und wie steht es um Sarah Marquardt? Die Verwaltungschefin hat in Sachen Liebe ja eine ganz andere Geschichte als Roland und ist kein Kind von Traurigkeit…

Ja, das finde ich auch ganz toll! Sie ist eine sehr schillernde Figur, die Spaß am Leben in jeder Beziehung hat, obwohl auch sie sich im Laufe der Jahre immer wieder auf die ihr eigene Art und Weise von harten Schicksalsschlägen berappeln musste. Da geht immer was, würde ich sagen (lacht)!

In aller Freundschaft - Zwei Herzen: Sarah und der thailändische Polizeipräsident Adirak Bunriag
Sachsenklinik-Verwaltungschefin Sarah Marquardt musste in den letzten 20 Jahren schon viele Frösche küssen.          © MDR/Saxonia Media/Tom Schulze

Wird es für Sarah ein Happy End geben?

Gäbe es immer ein Happy End, wären alle immer glücklich, dann wäre die Geschichte auserzählt. Bei einem Kinofilm mit Happy End gehen die Zuschauer anschließend zufrieden nach Hause. Bei einer Serie ist es anders: Da schaut man sich das ein paar Folgen lang an und beginnt sich dann zu fragen „Und jetzt?“ Uns Serienmachern bleibt dann eigentlich nur, neue Konstellationen zu schaffen, um weitere spannenden Geschichten zu erzählen. Deshalb denken wir immer schon über das Happy End hinaus…

Sie haben einmal gesagt, keine Veränderung sei der Tod einer Serie. Welche Veränderungen kommen in der 22. Staffel auf die Sachsenklinik zu? Wird es Abschiede geben?

Ob jemand aussteigen wird, das ist so konkret noch nicht geplant. Ich erinnere mich noch an die Situation, in der das Zitat entstand: Damals mussten wir Bewegung in den Kollegenkreis der Sachsenklinik bringen, um Möglichkeiten für neue Erzählstränge zu schaffen. Deshalb mussten wir uns von einigen liebgewonnen Figuren [wie beispielsweise Dr. Elena Eichhorn] verabschieden.

Jetzt sieht es anders aus: Wir haben relativ viele neue Figuren an Bord, einen neuen Chefarzt, eine neue Ärztin, über die man noch sehr wenig weiß. Insofern wird unsere Aufgabe in der 22. Staffel sein, diese Figuren weiterzuentwickeln, ihre Geschichte zu erzählen und uns gleichzeitig um Roland und die Liebe zu kümmern. Die Veränderungen werden also nur im Kleinen sein.

Also verlässt Jakob mit dem Ende von „Zwei Herzen“ nicht „In aller Freundschaft“?

Nein, glücklicherweise nicht (lacht)! Er ist nur kurz im Urlaub.

Vielen Dank für das Gespräch!

"In aller Freundschaft - Zwei Herzen" wird am 26. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. 

von Sophie Piper

 



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