Fernsehen

„Wer weiß wie wann was war?“: Heftige Raab-Kritik trotz starker Quoten

Gute Einschaltquoten, aber viel Spott im Netz: Die neue Samstagabendshow „Wer weiß wie wann was war?“ sorgt für reichlich Gesprächsstoff.

Barbara Schöneberger und Stefan Raab lächeln vor dem Logo ihrer Show.
Nach der ersten Show haben Barbara Schöneberger und Stefan Raab gut lachen. Foto: RTL / Raab Entertainment / Willi Weber

Am 14. März wagte RTL den nächsten Versuch, Stefan Raab nach seinem Comeback wieder dauerhaft im Fernsehen zu etablieren. „Wer weiß wie wann was war? Die Show der Generationen“ setzt dabei auf ein vergleichsweise simples, aber durchaus ungewöhnliches Konzept: Das Studiopublikum wird in drei Altersgruppen eingeteilt – jüngere Erwachsene, Menschen mittleren Alters und Zuschauer über 60 Jahre.

Diese Generationen treten anschließend in verschiedenen Quizrunden gegeneinander an, bei denen sich alles um Popkultur, Musik, Fernsehen und Zeitgeschichte dreht.

Unterstützt wird jede Altersgruppe von einem prominenten Paten, während Raab gemeinsam mit Barbara Schöneberger durch den Abend führt. Am Ende winkt ein Preisgeld von 100.000 Euro, das unter den Mitgliedern der erfolgreichen Generation aufgeteilt wird. In der Auftaktfolge hatte die Gruppe der 40- bis 59-Jährigen die Nase vorn und durfte sich über den Gewinn freuen.

Auch aus Quotensicht lief der Start besser als manche erwartet hatten. Insgesamt 1,81 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer schalteten ein, was einem Marktanteil von 8,8 Prozent entsprach. Besonders stark war die Show in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen: Dort erreichte das Format 630.000 Zuschauer und einen Marktanteil von 17 Prozent. Damit sicherte sich RTL in dieser Zielgruppe sogar die Primetime-Marktführerschaft. Verglichen mit Raabs vorherigem Quizformat „Die Unzerquizbaren“ waren also fast doppelt so viele Menschen dabei.

Im Netz hagelt es Kritik

Während die Quoten stimmen, ist das Urteil vieler Zuschauer im Internet deutlich weniger freundlich. Auf der Plattform X sammelten sich schnell zahlreiche Kommentare, die mit der neuen Show wenig anfangen konnten.

Ein Nutzer brachte seine Meinung sehr direkt auf den Punkt: „Ich glaube, die TV-Zeit von Raab ist vorbei.“

Ein anderer schrieb sogar: „Raab merkt leider nicht, dass er seinen Zenit längst überschritten hat und mit seinem peinlichen 90er-Jahre-Altherrenhumor einfach nur aus der Zeit gefallen wirkt.“

Doch nicht nur der Moderator selbst geriet in die Kritik. Auch das Konzept der Sendung wurde von einigen Zuschauern infrage gestellt. Ein Kommentar bemängelte etwa, die Show habe „null Konzept“ und wirke mit ihren musikalischen Einlagen eher wie eine Mischung aus Unterhaltungsformaten à la „Fernsehgarten“ oder „Chartshow“, obwohl sie eigentlich eine Quizsendung sein wolle.

Besonders bissig fiel ein weiterer Kommentar aus: „Über Katastrophen wie #WWWWWW hätte sich #Raab früher ausgiebig lustig gemacht. 20 Jahre später ist er selber der Gastgeber solcher Shows.“

Andere Zuschauer bezeichneten die Sendung schlicht als „Fiebertraum“ und fragten sich schon während der Premiere, wie lange das Format wohl im Programm bleiben werde.

Nächsten Samstag entscheidet sich alles

Trotz der teils harten Kritik gab es aber auch positive Stimmen. Gerade bei Facebook berichteten viele Zuschauer, dass sie sich von der Show sehr gut unterhalten fühlten. Vor allem die Einschaltquoten zeigen, dass das Interesse an Raabs TV-Comeback weiterhin vorhanden ist –oder zumindest an guten Samstagabendshows.

Für Raab ist dieser Erfolg allerdings besonders wichtig. Seit seiner Rückkehr ins Fernsehen im September 2024 versucht er sich mit verschiedenen Formaten bei RTL neu zu positionieren. Sein erstes großes Projekt nach dem Comeback, „Du gewinnst hier nicht die Million bei Stefan Raab“, wurde allerdings nach weniger als einem Jahr wieder eingestellt – wegen schwacher Quoten und durchwachsener Kritiken.

Ob „Wer weiß wie wann was war?“ tatsächlich zum dauerhaften Samstagabend-Hit werden kann, ist daher noch offen. Eine bessere Einschätzung dürfte möglich sein, wenn am kommenden Samstag die zweite Ausgabe ausgestrahlt wurde. Erst dann zeigt sich, ob das Publikum aus echter Begeisterung eingeschaltet hat oder ob es bei einem einmaligen Neugier-Effekt bleibt.

Quellen