„Wer weiß denn sowas?“-Star Bernhard Hoëcker: Aussage löste heftige Anfeindungen aus
Bernhard Hoëcker erzählt von einer feindseligen Reaktion auf seine Wortwahl. Zur Debatte ums Gendern hat der „Wer weiß denn sowas?“-Star eine klare Haltung.

Muss ein weiblicher Gast unbedingt als „Gästin“ bezeichnet werden? Darüber lässt sich diskutieren. Für „Wer weiß denn sowas?“-Star Bernhard Hoëcker wurde aus einer solchen Formulierung allerdings gleich eine Frage nach seiner politischen Gesinnung. Im Podcast „Zwischen den Zeilen“ mit Bettina Böttinger schildert der Comedian, wie heftig jemand auf das Wort reagierte – und warum er den Streit um geschlechtergerechte Sprache anders erlebt, als es die aufgeheizte Debatte vermuten lässt.
Bernhard Hoëcker berichtet von Anfeindung wegen „Gästin“
Hoëcker hatte nach eigener Erzählung einmal öffentlich von einer „Gästin“ gesprochen. Daraufhin bekam er unter anderem diese Rückmeldung: „Jetzt höre ich Sie auch nicht mehr. Sind Sie jetzt linksgrünversifft?“
Aus einer weiblichen Wortform wurde damit unmittelbar eine politische Zuschreibung. Dabei beschreibt Hoëcker seinen sonstigen Umgang mit dem Thema als weitgehend unaufgeregt: Niemand habe ihn bislang per E-Mail oder im persönlichen Gespräch dazu aufgefordert, zu gendern. Dass er keine geschlechtergerechten Formulierungen verwende, sei für ihn zuvor kein Thema gewesen.
Seine Erfahrung mit dem Wort „Gästin“ fiel dagegen deutlich anders aus. Für den Comedian liegt genau darin das Missverhältnis: Während er selbst keinen Druck zum Gendern erlebt habe, rief eine entsprechende Formulierung unmittelbar Widerstand hervor.
Bernhard Hoëcker bezieht in der Gender-Debatte Stellung
„Das Problem des Gendern besteht nur bei denen, die es nicht wollen, aber nicht bei denen, die es tun oder nicht machen“, bringt es Hoëcker im Gespräch mit Böttinger auf den Punkt.
Seine Kritik richtet sich damit gegen die Vehemenz, mit der manche Gegnerinnen und Gegner auf geschlechtergerechte Sprache reagieren. Die von ihm geschilderte Rückmeldung betraf schließlich längst nicht mehr nur einen Begriff: Sie stellte seine vermeintliche politische Haltung in den Mittelpunkt.
Wie unterschiedlich Prominente mit dem Thema umgehen, zeigte zuletzt auch Heino. Der Sänger gehört zu den erklärten Gegnern des Genderns – und wollte diese Haltung sogar bei einem TV-Projekt zur Bedingung seiner Mitwirkung machen.
Heino drohte wegen „Die Rettungsschwimmer:innen“ mit Ausstieg
Für das Projekt „Die Rettungsschwimmer vom Wörthersee“ hatte Heino eine Gastrolle zugesagt. Als ihm später der gegenderte Arbeitstitel „Die Rettungsschwimmer:innen vom Wörthersee“ begegnete, drohte er mit einem Drehabbruch.
Produzentin und Regisseurin Stefanie Mayer verwies darauf, dass auch Frauen und queere Menschen in ihrem Film mitspielten. Die endgültige Entscheidung über den Titel wollte sie zunächst offenlassen. Heino drehte zwar eine Szene, blieb aber bei seiner Ablehnung: Sollte die Produktion den gegenderten Titel bekommen, wollte er deren Verwendung untersagen und auch den vorgesehenen Titelsong nicht singen.
Die beiden Fälle zeigen, wie weit die Positionen in der Debatte ums Gendern auseinanderliegen: Während Heino seine Beteiligung an einer Produktion vom Titel abhängig machte, hinterfragt Hoëcker vor allem die heftigen Reaktionen, die einzelne Wörter auslösen.







