Wer noch nie einen Film gesehen hat, wird „The Rip“ lieben – Kritik zum Netflix-Film mit Ben Affleck und Matt Damon
„The Rip“ ist das neueste Starvehikel auf Netflix und voller korrupter Cops. Aber manchmal trügt der Schein … auch bei „The Rip“. Wie wir den Film fanden, kannst du in unserer Kritik lesen.

Fünf Cops und 24 Millionen Dollar. Das ist die Ausgangslage des neuesten Netflix-Films „The Rip“, der mit Ben Affleck und Matt Damon in den Hauptrollen aufwartet. Doch wandeln wir hier auf den Spuren von „Good Will Hunting“, oder muss man in „The Rip“ genauer hinschauen, um guten Willen zu erkennen?
- „The Rip“: Darum geht es
- Irgendwo zwischen einer Folge „Law & Order“ und „Heat“: „The Rip“ ist vieles
- „Uh-oh, the girls are fighting“: Wie die Mattfleck-Bromance „The Rip“ rettet
- TNT: Das Team aus „The Rip“ ist eine explosivere Mischung als Sprengstoff
- „The Rip“: Manchmal ist weniger mehr – aber ich will trotzdem mehr
„The Rip“: Darum geht es
Lieutenant Dane Dumas (Matt Damon) und Detective J.D. Byrne (Ben Affleck) schauen nicht schlecht, nachdem sie hinter einer Wand in einem Safehouse 24 Millionen US-Dollar finden. Gemeinsam mit ihrem Team schaffen sie das Geld in die Garage des Hauses, um es dort zu zählen. Doch nicht nur das Kartell und andere Personen haben es auf das Geld abgesehen, sondern augenscheinlich auch Mitglieder des eigenen Teams …
Irgendwo zwischen einer Folge „Law & Order“ und „Heat“: „The Rip“ ist vieles
Regisseur Joe Carnahan nannte als Inspirationen für „The Rip“ Filmklassiker wie „Serpico“ (1973) und „Heat“ (1995). Und Elemente dieser Filme kann man in „The Rip“ durchaus entdecken, aber zwischen all diesen Elementen findet ein Film statt, der sehr stark nach Schema F abläuft.
Fast wissentlich wird die doch eher formelhafte Geschichte mit Wendungen angereichert, die aber jede Person vorhersehen sollte, die mindestens schon einen Film gesehen hat. All das, von dem man denkt, was passieren wird, wird passieren – und das sorgt dafür, dass sich die knapp zweistündige Lauflänge stellenweise doch etwas zäh anfühlen kann. Und so zäh das alles sein mag, ist der Film dennoch charmant …
„Uh-oh, the girls are fighting“: Wie die Mattfleck-Bromance „The Rip“ rettet

Ben Affleck und Matt Damon gehören einfach zusammen. Immerhin vereint die beiden 40 Jahre Freundschaft – eine Zahl, die ungefähr doppelt so lang ist wie die zusammengerechnete Dauer aller Ehen Ben Afflecks. Kein Wunder also, dass die beiden auf der Leinwand unfassbar gut funktionieren; hatten sie ja schon genügend Zeit, sich warmzuspielen. Und das merkt man auch in „The Rip“.
Egal, ob sie sich wie zwei Jugendliche auf den Toiletten der Polizei kabbeln, gemeinsam auf Alpha-Cops machen oder versuchen, einen Mordfall zu lösen – man merkt ihnen einfach an, dass sie zusammengehören. Da tut es noch umso mehr weh, wenn man die beiden streiten oder sich gar prügeln sieht. Die Stärken beider Hauptdarsteller hat auch Joe Carnahan erkannt und stellt die beiden so frontal in den Mittelpunkt der Geschichte, dass man stellenweise vergisst, dass es auch noch andere Charaktere gibt. Und wo wir gerade bei diesen anderen Charakteren sind …
TNT: Das Team aus „The Rip“ ist eine explosivere Mischung als Sprengstoff
Neben Mattfleck tummeln sich nämlich noch einige andere Stars durch die korrupten Straßen Miamis. Steven Yeun, also „Invincible“ selbst, ist Teil des TNT (Tactical Narcotics Team), ebenso wie Teyana Taylor, die erst vor ein paar Tagen mit einem Golden Globe als beste Nebendarstellerin für „One Battle After Another“ bedacht wurde, sind mit von der Partie. Und die Chemie, die Damon, Affleck, Yeun und Taylor miteinander haben, ist erschreckend gut. So erschreckend gut tatsächlich, dass man sich, sobald der Abspann anläuft, sofort den nächsten Fall mit dem TNT wünscht – wenn auch mit einer besseren Geschichte.
„The Rip“: Manchmal ist weniger mehr – aber ich will trotzdem mehr
Ist „The Rip“ jetzt schon der beste Film des Jahres? Wohl kaum, und man kann sich auch kein Szenario vorstellen, in dem dieser Film viele Preise mit nach Hause nehmen wird. Aber das muss er auch gar nicht. Auch wenn Regisseur Joe Carnahan seinen Film viel zu ernst nimmt und das wohl offensichtlichste Skript des Jahres auf die TV-Bildschirme gebannt hat, muss man dennoch sagen, dass das Potenzial da ist. Potenzial, mehr zu erzählen.
Zwar sollten Ben Affleck und Matt Damon lieber für „Dogma 2“ zurückkehren, aber ein Teil von mir wäre nicht böse, wenn sie mit Carnahan und Netflix in gemeinsamer Zusammenarbeit mehr Geschichten rund um das TNT erzählen. Dementsprechend mein Wunsch für eine Fortsetzung: eine bessere Geschichte und dass aus Matt Damons und Ben Afflecks Bromance endlich die Romance wird, die sich alle so sehnsüchtig wünschen.









