„Unter uns“-Ende vorgezogen: Was hinter der RTL-Entscheidung steckt
Eigentlich soll „Unter uns“ noch bis März 2027 bei RTL laufen. Doch schon jetzt verschwinden die ersten Folgen aus dem TV-Programm – und das offenbar ohne vorherige Ankündigung. Für die Fans der beliebten Dailysoap ist die Entscheidung ein weiterer Grund, um ihre Lieblingsserie zu kämpfen.

Seit mehr als drei Jahrzehnten gehört „Unter uns“ zum festen Bestandteil des RTL-Programms. Doch die Tage der Bewohner der Schillerallee sind gezählt: Der Sender hat entschieden, die langjährige Dailysoap nach über 32 Jahren nicht weiterzuführen. Im März 2027 soll Schluss sein.
Bis dahin können die Fans zumindest noch die neuen Folgen verfolgen. Allerdings nimmt RTL bereits jetzt eine Änderung vor, die bei der Fangemeinde für Unverständnis sorgt. Die morgendlichen Wiederholungen von „Unter uns“ wurden aus dem Programm gestrichen. Der offizielle Fanclub kritisiert vor allem, dass die Entscheidung offenbar ohne vorherige Ankündigung getroffen wurde.
RTL streicht „Unter uns“: Diese Folgen sind schon jetzt betroffen
Wer eine Folge von „Unter uns“ am Vorabend verpasst hat, konnte sie bislang am nächsten Morgen nachholen. Um 9:30 Uhr zeigte RTL die Wiederholung der jeweils vorherigen Episode. Damit ist nun Schluss. Wie der offizielle Fanclub der Serie mitteilt, sind die Wiederholungen aus dem Frühprogramm verschwunden. Stattdessen setzt RTL auf ein anderes Format: „Verklag mich doch!“ mit Christopher Posch übernimmt den bisherigen Sendeplatz.
Für Fans bedeutet das eine deutliche Einschränkung: Im linearen Fernsehen bleibt vorerst nur die reguläre Ausstrahlung der neuen Folgen um 17:30 Uhr. Alternativ können die Episoden weiterhin beim Streamingdienst RTL+ abgerufen werden. Wichtig ist allerdings: Das angekündigte Ende der neuen „Unter uns“-Folgen wurde dadurch nicht vorgezogen. Die aktuellen Episoden sollen nach bisherigem Stand weiterhin bis März 2027 laufen. Betroffen sind zunächst ausschließlich die Wiederholungen am Morgen.
Warum setzt RTL „Unter uns“ überhaupt ab?
Die Nachricht vom geplanten Serienende hatte bereits zuvor für Enttäuschung gesorgt. Schließlich zählt „Unter uns“ zu den langlebigsten Dailysoaps im deutschen Fernsehen. Bei der Entscheidung spielen nach Angaben von RTL wirtschaftliche und strategische Überlegungen eine Rolle. Der Sender verwies unter anderem auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen für tägliche fiktionale Programme, ein verändertes Nutzungsverhalten sowie die künftige Ausrichtung des Programms. Vereinfacht gesagt: Die Produktion einer täglichen fiktionalen Serie ist aufwendig, während sich die Art und Weise verändert, wie das Publikum Fernsehinhalte konsumiert.
Ob dieselben Überlegungen auch konkret zur Streichung der morgendlichen Wiederholungen geführt haben, hat RTL allerdings nicht erläutert. Für die Fangemeinde ist die zusätzliche Kürzung dennoch ein schlechtes Zeichen – denn während die letzten Monate der Serie laufen, wird ihre Präsenz im linearen Fernsehen bereits reduziert.
„Unter uns“-Fans kämpfen gegen die Absetzung
Dass die Schillerallee nach mehr als drei Jahrzehnten endgültig verschwinden soll, wollen viele Zuschauer:innen nicht akzeptieren. Der offizielle „Unter uns“-Fanclub setzt sich deshalb weiterhin für eine Fortsetzung ein. Besonders die kurzfristige Streichung der Wiederholungen sorgt dort für Ärger. „Dass nun auch die morgendlichen Wiederholungen ohne offizielle Ankündigung aus dem Programm verschwunden sind, zeigt einmal mehr, dass wir weiter für ein neues Zuhause der Serie kämpfen müssen“, erklärt Fanclub-Leiter Sebastian Hiedels.
Doch die Initiative will sich nicht allein auf Kritik beschränken. Gemeinsam mit der Produktionsfirma soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die Geschichte der Schillerallee auch nach dem angekündigten RTL-Aus fortzuführen. „Wir werden uns auch weiterhin mit der Produktionsfirma dafür einsetzen, dass die einzigartigen Geschichten und diese besondere Gemeinschaft der Schillerallee 10 eine neue Heimat finden. Lasst uns gemeinsam kämpfen! #NichtOhneUnteruns“, heißt es in der Mitteilung. Unter dem Hashtag #NichtOhneUnteruns sollen Fans ihre Unterstützung in den sozialen Netzwerken sichtbar machen.
„Unter uns“ nach März 2027: Gibt es doch noch Hoffnung?
Nicht nur die Fangemeinde möchte die Hoffnung auf eine Zukunft der Serie noch nicht aufgeben. Auch aus dem Cast kommen vorsichtig optimistische Stimmen. Schauspieler Lars Steinhöfel, der seit 2005 als Ingo „Easy“ Winter vor der Kamera steht und aktuell zudem bei „Club der Reality Detektive“ zu sehen ist, äußerte sich gegenüber TAG24 zur Möglichkeit einer Fortsetzung bei einem anderen Anbieter. „Vielleicht finden wir die auch, dann geht 'Unter uns' weiter“, erklärte er mit Blick auf eine mögliche neue Heimat für die Serie.
Ob sich tatsächlich ein anderer Sender oder eine Streamingplattform findet, die „Unter uns“ übernimmt, ist derzeit allerdings offen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Für die Fans bleibt damit vorerst nur die Hoffnung, dass die Bemühungen des Fanclubs und der Produktionsfirma erfolgreich sind.
Bis März 2027 soll „Unter uns“ weiterhin montags bis freitags um 17:30 Uhr bei RTL laufen. Die morgendlichen Wiederholungen gehören dagegen schon jetzt der Vergangenheit an. Ob die Geschichte der Schillerallee danach wirklich endet, bleibt abzuwarten.
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