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„Ungeschminkt“ heute im TV: „Tatort“-Star Adele Neuhauser über Transpersonen

Adele Neuhauser begeistert nicht nur als „Tatort“-Kommissarin, sondern auch in Filmproduktionen: In „Ungeschminkt“ gibt sich die Schauspielerin so wandelbar und verletzlich wie noch nie.

Adele Neuhauser steht vor einem Spiegel. Im Spiegelbild sieht man das Abbild eines jungen Mannes.
Eine Dramödie mit Transthematik? Kann die ARD diesem schwierigen Umständen gerecht werden oder ist der Film mit Adele Neuhauser (l.) einfach nur plump? Foto: BR/ORF/Bavaria Fiction GmbH/Jacqueline Krause-Burberg

Adele Neuhauser ist und bleibt ein Juwel im deutschen Schauspielkosmos. Das weiß auch das Publikum zu schätzen, weshalb die ARD erneut am Mittwochabend einen Fernsehfilm mit Neuhauser wiederholt. Diesmal wird „Ungeschminkt“ gezeigt, in dem die Schauspielerin in die Rolle einer Transfrau schlüpft. Passend zu dieser herausfordernden Rolle hat Neuhauser sehr klare Worte gefunden …

„Ungeschminkt“: Was passiert im ARD-Fernsehfilm mit Trans-Thematik?

Nach vierzig Jahren kehrt Josefa (Adele Neuhauser) in ihr Heimatdorf zurück. Dieses hatte sie einst im Streit als Josef (Riccardo Campione) verlassen und hat seitdem nicht nur ihre Geschlechtsidentität, sondern auch ihre Lebensausrichtung geändert.

Nun ist Josefa entgegen dem Rat ihres Mannes (Matthias Matschke) zurück in Distelfing und muss sich mit den Geistern ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. So zum Beispiel Petra (Eva Mattes), mit der Josefa in ihrem ehemaligen Leben als Josef verheiratet war. Aber sie begegnet auch ihrem besten Freund Blume (Ulrich Noethen) erneut. Mit diesem zwischenmenschlichen Chaos will Josefa endgültig aufräumen – auch wenn das bedeutet, alte Narben wieder aufzureißen.

Adele Neuhauser über Transpersonen: Das denkt die Schauspielerin über „Ungeschminkt“

In einem Interview mit dem Tagesspiegel hat Adele Neuhauser verraten, dass sie sich intensiv auf ihre Rolle als Josefa vorbereitet hat. So hat sie sich laut eigenen Aussagen eingelesen und mit Betroffenen gesprochen. Insbesondere war es ihr aber auch wichtig zu erfahren, wie schmerzhaft eine Geschlechtsangleichung ist beziehungsweise sein kann.

Zu Transpersonen selbst findet die Schauspielerin klare Worte: „Es ist ein Thema, das noch nicht in allen Herzen angekommen ist.“ Darüber hinaus: „Es herrscht oft so ein Verhalten, als würde eine Gefahr von trans Personen ausgehen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.“ Generell ist ihr die Aufarbeitung in den Medien häufig „zu reißerisch“, da sie der Ansicht ist, dass Transmenschen zwar Sichtbarkeit wollen, aber keiner „gaffenden Neugier“ ausgesetzt sein möchten.

„Ungeschminkt“: Hier kann man den Film schauen

„Ungeschminkt“ ist bereits jetzt in der ARD-Mediathek verfügbar. Wer eher die Wiederholung im linearen TV bevorzugt, kann den Film heute Abend um 20:15 Uhr in der ARD schauen. Der Film ist übrigens Teil einer losen Kollaborationstrilogie zwischen Adele Neuhauser und Regisseur Dirk Kummer. Den ersten Teil „Faltenfrei“ (2021) kann man ebenfalls in der ARD-Mediathek finden, während der dritte Teil „Makellos“ nächste Woche seine TV-Premiere feiert.