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"Unbroken"-Interview mit Aylin Tezel: Über den Kampf einer Frau um ihr Baby

Die Kriminalkommissarin Alexandra "Alex" Enders erlebt in der neuen sechsteiligen Mini-Serie "Unbroken" auf ab dem 23. Februar auf ZDFneo das schlimmste Horror-Szenario einer jeden hochschwangeren Frau. Gespielt wird die Kommissarin von Aylin Tezel (35).

"Unbroken" mit Aylin Tezel
Kurz vor der Geburt wird Kommissarin Alex Enders (Aylin Tezel) entführt und taucht eine knappe Woche später blutverschmiert und ohne Babybauch in einer Siedlung am Waldrand wieder auf. Von ihrem Kind fehlt jede Spur. Foto: Foto: ZDF/Frank Dicks

Es ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht sind: Alex Enders ist hochschwanger und wird überfallen. Blutüberströmt wacht sie einige Tage später im Wald auf - ihr Baby befindet sich nicht mehr in ihrem Bauch. Enders weiß nicht, was passiert ist und wo ihr Kind ist. Sie spürt jedoch, dass es noch lebt. Fortan treibt sie nur noch eins an: Die Suche nach ihrem Neugeborenen.

In der hochemotionalen Drama-Serie "Unbroken" spielt Aylin Tezel die Hauptrolle. "TVMovie Online" sprach mit der Schauspielerin, die viele aus dem "Tatort" kennen, über die neue Serie und darüber, wie die Corona-Pandemie den Dreh beeinflusste.

TVMovie Online​: Was hat Sie dazu bewogen, diese Rolle anzunehmen?

Tezel: Für mich ist es erstmal eine spannende und komplexe Frauenfigur. Das ist etwas, was ich in den vergangenen Jahren vermisst habe, vor allem im deutschen Fernsehen. Dass man Geschichten erzählt, wo es eine weibliche Figur gibt, die diese Größe einnimmt, und wo es um ein sehr menschliches Thema geht. Zudem finde ich die Figur sehr vielschichtig, weil sie eine junge Frau ist, die einen großen Kampfgeist und einen starken Überlebensinstinkt hat.

"Unbroken" mit Aylin Tezel
Im Wald eskaliert die Situation und Alex flieht. Sie ist nun völlig auf sich allein gestellt. Foto: ZDF/Frank Dicks

Inwieweit können Sie sich mit Ihrer Rolle identifizieren?

Wenn man sich dazu entscheidet, eine Rolle zu spielen, muss man sich zu 100 Prozent auf sie einlassen und hinter den Gedanken und Aktionen stehen. Das hat erstmal nichts mit den eigenen Eigenschaften zu tun. In den meisten Fällen spiele ich Figuren, die Dinge erleben, die ich selbst noch nicht erlebt habe. Das muss man unabhängig vom eigenen Charakter sehen und das ist für mich das Spannende an dem Beruf.

Wie würden Sie den Zuschauern Ihre Rolle beschreiben?

Alex ist eine Kämpferin gegen sich und für sich.

Die Serie heißt „Unbroken“ (deutsch: ungebrochen). Können Sie sich vorstellen, warum dieser Titel in Bezug auf Ihre Figur gewählt wurde?

Für mich bedeutet dieser Titel, dass etwas nicht gebrochen wurde oder nicht gebrochen werden kann. Das hat viel mit der Energie zu tun, mit der Alex ihren Weg geht. Alex ist ein Mensch, der ein großes Trauma erlebt und sich davon nicht unterkriegen lässt. Mit einem unglaublichen Überlebenswillen versucht sie herauszufinden, was ihr passiert ist und wo das Kind ist, das ihr Umfeld als verloren glaubt. Ihr ungebrochener Wille, die Wahrheit herauszufinden, steckt für mich in dem Titel.

Warum sollten die Zuschauer diese Serie gucken?

Weil sie gut ist! (lacht) Und man sollte sie sich anschauen.

Ihre Figur hat auf mysteriöse Art und Weise ihr Baby verloren. Wie war das für Sie, diese Szenen zu spielen?

Der Verlust des Babys setzt eine Energie frei, die die Figur über sechs Folgen ausmacht. Die Frage, ob es dieses Kind wirklich gibt und was mit ihm passiert ist, ist eine, die Alex konstant versucht zu beantworten. Im Laufe der Serie nimmt die Suche nach Antworten allerdings so extreme Züge an, dass man irgendwann das Gefühl bekommt, dass sie an dem Glauben festhalten muss, dass ihr Kind noch lebt, um selbst überhaupt überleben zu können.

"Unbroken" mit Aylin Tezel
Alex ist überzeugt, dass ihr Kind lebt und ermittelt immer kompromissloser in ihrem eigenen Fall. Foto: ZDF/Frank Dicks

Die Dreharbeiten wurden coronabedingt unterbrochen. Wie und unter welchen Bedingungen wurde weitergedreht?

Den allergrößten Teil haben wir bereits im ersten Quartal 2020 gedreht. Als der erste Lockdown kam, haben wir gestoppt. Nach zwei Monaten haben wir den Dreh unter strengsten Hygienemaßnahmen fortgesetzt. Das bedeutete, dass die Schauspieler zwei- bis dreimal die Woche getestet wurden. Auch das Team wurde getestet und trug die ganze Zeit Maske. Wo es ging, wurde Abstand eingehalten. Es wurde erwartet, dass sich alle während der Drehzeit sehr rücksichtsvoll verhalten, auch an den Wochenenden.

Wünschen Sie sich eine zweite Staffel oder ist die Geschichte für Sie abgeschlossen?

Ich bin da ehrlich gesagt ganz frei. Ich freue mich erstmal, dass es diese erste Staffel gibt, weil ich die Geschichte unglaublich gerne mag. Ich finde die Figur spannend und komplex und könnte mir grundsätzlich vorstellen, sie nochmal zu spielen. 

Was steht für dieses Jahr noch auf dem Plan?

Es gibt einen Kinofilm, den ich gerade abgedreht habe. Der heißt „Der Russe ist einer, der die Birken liebt“ und ist eine Roman-Adaption von Olga Grjasnowa. In dem Film geht es um Mascha, eine angehende Simultandolmetscherin. Sie ist als Kind als russische Jüdin aus Baku nach Deutschland gekommen und ist als Erwachsene auf der Suche nach ihrer Heimat und vor allem nach sich selbst. Den Film haben wir in Deutschland und Israel gedreht und er wird vermutlich dieses Jahr ins Kino kommen. Ich hoffe sehr, dass die Kinos bald wieder offen sind. 

Die sechs Folgen der Serie "Unbroken" sind ab 19. Februar, ab 10 Uhr, in der ZDF-Mediathek abrufbar. Am 23. Februar laufen ab 21.45 Uhr die ersten drei Folgen bei ZDFneo. Einen Tag später zeigt der Sender zur gleichen Uhrzeit die restlichen Folgen.

Das Interview mit der Schauspielerin Aylin Tezel führte Leonie Dreier.



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