Uefa droht mit WM-Boykott: So reagiert die Fifa
Die Uefa hat deutlich auf die Investorenpläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino reagiert. Der jedoch denkt gar nicht daran, sein Vorhaben aufzugeben.

Schon während der WM 2026 wurde Fifa-Boss Gianni Infantino unter anderem für sein enges Verhältnis zum US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump kritisiert. Doch die Pläne, die der 56-Jährige jetzt vorgestellt hat, sorgen sogar dafür, dass ein WM-Boykott der Uefa im Raum steht.
Das steckt hinter den Plänen der Fifa
Was war passiert? Zunächst hatte die englische Zeitung „The Times“ berichtet, dass der Fifa-Präsident Gianni Infantino die Fußball-Weltmeisterschaft privatisieren und Anteile an dem Turnier an Investoren verkaufen will. Zunächst ist geplant, eine Tochtergesellschaft „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) zu gründen, „in der die kommerziellen Aktivitäten und das Veranstaltungsgeschäft der FIFA gebündelt werden.“ Über diese sollen dann mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren kommen. Auch künftige WM-Turniere sollen dann unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, Mehrheits-Eigentümer wäre dann der Weltverband.
Die Uefa hatte die Pläne der Fifa daraufhin heftig kritisiert und mit einem Boykott zukünftiger Spiele gedroht. Alle 55 Uefa-Mitgliedsverbände hatten am Donnerstag dafür gestimmt, einen WM-Boykott zu unterstützen. Auch Concacaf, der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständig ist sowie der asiatische Verband stellen sich gegen den Plan.
Nach Uefa-Boykott: Luft für Infantino wird dünner
Und die Fifa? Die bleibt vorerst bei dem Vorhaben. „Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einem offenen und demokratischen Konsultationsprozess“, heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig betonte der Verband: „Niemand verkauft den Fußball. Das ist nicht, worüber die Fifa jemals nachdenken würde.“ Und weiter: „Die FFE wurde ausschließlich vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände (MAs) die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen, und dass dies weder auf Kosten des Geistes noch der Führung der FIFA oder des Fußballs selbst geht.“
Dass es hinter den Kulissen aber ordentlich Wirbel gibt, zeigt der Rücktritt von Carlos Cordeiro, der leitende Berater von Fifa-Boss Gianni Infantino. In einer Mitteilung, die Sky vorliegt, erklärt dieser: „Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht. Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.“









