Fernsehen

TV-Tipp: „Unschuldig – Der Fall Julia B.“ – ARD zeigt den kompletten Zweiteiler am Stück

Ein Freispruch, der alles verändert: In „Unschuldig – Der Fall Julia B.“ erzählt die ARD einen intensiven Krimi über Schuld, Vorurteile und verdrängte Wahrheiten. Teil 1 läuft um 20:15 Uhr, Teil 2 direkt im Anschluss um 21:45 Uhr.

Julia Brandt (Emily Cox) spricht mit den Eltern des Opfers, Marie (Gerti Drassl) und Hannes Weixler (Peter Schneider)
Julia Brandt (Emily Cox) spricht mit den Eltern des Opfers, Marie (Gerti Drassl) und Hannes Weixler (Peter Schneider) Foto: ARD Degeto Film/Filmpool Fiction GmbH/Christine Schroeder

Fünf Jahre Gefängnis, ein zerstörtes Leben und ein Heimatort, der nicht vergessen will. „Unschuldig – Der Fall Julia B.“ gehört zu den ARD-Krimis, die unter die Haut gehen – ruhig erzählt, psychologisch dicht und voller Wendungen. Am Samstag zeigt Das Erste den kompletten Zweiteiler im Fernsehprogramm am Samstagabend am Stück, was den Filmabend zu einem echten Pflichttermin für Krimi-Fans macht.

Worum geht es in „Unschuldig – Der Fall Julia B.“?

Im Mittelpunkt steht Julia Brandt, gespielt von Emily Cox, die wegen des Mordes an einem 16-jährigen Schüler verurteilt wurde – obwohl sie ihre Schuld stets bestritten hat. Fünf Jahre später taucht ein Foto auf, das alles infrage stellt. Julia wird freigesprochen und kehrt in ihren Heimatort an der Ostsee zurück. Doch statt Erleichterung schlagen ihr Misstrauen, Ablehnung und offene Feindseligkeit entgegen.

Julia will ihr früheres Leben zurück. Ihren Beruf, ihre Würde und auch ihren Exmann Jan, der sich nach ihrer Verurteilung von ihr getrennt hat. Gleichzeitig beginnen die Ermittlungen von vorn – mit allen Konsequenzen für einen Ort, der seine eigenen Geheimnisse lieber verdrängen würde.

Neue Ermittlungen, alte Wunden

Mit dem wieder aufgerollten Mordfall werden Hauptkommissar Max Kauth und sein Kollege Naveed Nawawi betraut. Besonders Kauth ist innerlich zerrissen: Der Tod seiner früheren Partnerin verfolgt ihn noch immer, Halluzinationen vermischen sich mit der Realität. Auch das Opfer selbst scheint in seinen Gedanken präsent zu sein.

Je tiefer die Ermittler graben, desto mehr bröckelt das Bild des angeblich beliebten Schülers. Manipulation, Lügen und verdrängte Schuld treten zutage, die Zahl der Verdächtigen wächst. Warum hatte eine Schülerin damals falsch ausgesagt? Welche Rolle spielt die Familie des Opfers? Und warum reagieren manche Dorfbewohner plötzlich panisch?

Starkes Schauspiel, große Emotionen

Emily Cox trägt den Zweiteiler mit einer zurückgenommenen, aber extrem intensiven Performance. Ihre Julia ist verletzlich, wütend, hoffnungsvoll – oft alles zugleich. Gerade diese leisen Momente machen „Unschuldig – Der Fall Julia B.“ so eindringlich. Unterstützt wird sie von einem starken Ensemble, das den Krimi weit über ein klassisches Whodunit hinaushebt.

Warum sich Dranbleiben lohnt

Auch wenn der Film als klassischer Ermittlerkrimi beginnt, entwickelt er schnell eine psychologische Tiefe, die lange nachwirkt. Die Auflösung ist überraschend, aber konsequent erzählt – und funktioniert besonders gut, weil Teil 2 direkt um 21:45 Uhr folgt. Wer einmal eingestiegen ist, bleibt automatisch dran.

Quellen

  • ARD / Das Erste

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