„Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ heute im TV: Lohnt sich der ARD-Krimi?
„Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ läuft heute um 20.15 Uhr in der ARD. Überzeugt der Thüringen-Krimi mit Kristin Suckow?

Ein Toter im Kühlschrank, rätselhafte Bibelbotschaften und ein Täter, der seine Opfer offenbar nach einem makabren Plan auswählt: Die ARD zeigt „Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ heute, am Donnerstag, 16. Juli, um 20.15 Uhr. Der Kriminalfilm wurde 2023 erstmals ausgestrahlt und markierte den Start der Thüringer Krimireihe rund um das Team der Operativen Fallanalyse.
„Tod am Rennsteig: Auge um Auge“: Darum geht es im ARD-Krimi
Der erste Arbeitstag der Kriminalpsychologin Annett Schuster (Kristin Suckow) beginnt alles andere als entspannt. Auf dem Rennsteig, mit Blick in Richtung Wartburg, wird ein abgestellter Kühlschrank entdeckt. Darin befindet sich die Leiche eines Mannes – gefesselt und zusammengekauert, als würde er beten.
Bei dem Opfer handelt es sich um einen Richter des Oberlandesgerichts Erfurt, der wegen seiner kompromisslosen Urteile als „Richter Gnadenlos“ bekannt war. Dass jemand mit ihm eine offene Rechnung hatte, erscheint daher durchaus wahrscheinlich.
Gemeinsam mit dem erfahrenen Fallanalytiker Jan Kawig (Bernhard Conrad) nimmt Annett die Ermittlungen auf. Religiöse Symbole am Tatort deuten auf das biblische Prinzip „Auge um Auge“ hin. Doch bevor das Team die Botschaft vollständig entschlüsseln kann, wird in der Nähe einer verlassenen Kirche eine weitere Leiche gefunden.
Damit steht fest: Die Ermittler suchen nicht nach einem einzelnen Rachemörder, sondern nach einem Serientäter, der ihnen offenbar bewusst Hinweise hinterlässt. Für Annett und Jan beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel.
Kristin Suckow und Bernhard Conrad als ungewöhnliches Ermittlerduo
Im Mittelpunkt von „Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ steht nicht nur die Jagd nach dem Täter. Der Film nimmt sich auch Zeit, das Team der Operativen Fallanalyse, kurz OFA, vorzustellen.
Annett Schuster betritt diese spezielle Ermittlerwelt als Neuzugang. Sie beobachtet genau, stellt unbequeme Fragen und versucht, hinter die Fassade des Mörders zu blicken. Jan Kawig bildet dazu einen interessanten Gegenpol. Der Fallanalytiker ist gelernter Schreiner, lebt zurückgezogen auf dem Land und fühlt sich seiner thüringischen Heimat eng verbunden.
Bernhard Conrad verleiht seiner Figur eine angenehm eigenwillige, gelegentlich verschrobene Note. Kristin Suckow spielt Annett dagegen konzentriert, modern und selbstbewusst. Gerade die Gegensätze zwischen den beiden machen den Reiz des Ermittlerduos aus.
Unterstützt werden sie von OFA-Leiterin Marion Dörner (Anne-Kathrin Gummich), Sabine Limmer (Berit Künnecke) und Gerichtsmedizinerin Vanessa Sun (Jing Xiang). Auch Uwe Preuss ist zu sehen: Er spielt Raimund Kawig, den Vater des Fallanalytikers.
Der ARD-Krimi setzt auf Ritualmorde und düstere Bilder
Der Auftaktfilm fährt große Geschütze auf. Ein Toter im Kühlschrank, biblische Zeichen, mehrere Opfer und ein Täter, der den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein scheint: „Auge um Auge“ erinnert stellenweise stärker an einen internationalen Serienkiller-Thriller als an einen klassischen Regionalkrimi.
Das sorgt früh für Spannung, wirkt gelegentlich aber etwas überladen. Der Fall hätte nicht unbedingt sämtliche Zutaten eines düsteren Ritualmord-Thrillers benötigt, um das Publikum zu fesseln. Die eindrucksvollen Landschaften rund um Rennsteig und Wartburg sowie die besondere Atmosphäre Thüringens wären auch ohne große Thriller-Gesten eine starke Kulisse gewesen.
Seine besten Momente hat der Film deshalb dort, wo er einen Gang zurückschaltet. Dann rücken die Beziehungen innerhalb der OFA, die persönlichen Eigenheiten der Ermittler und die klugen Dialoge in den Vordergrund. Hinter dem konventionellen Kriminalfall steckt ein bemerkenswert vielschichtiges Ensemble, das Lust auf weitere Einsätze macht.
Lohnt sich „Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ heute Abend?
Wer ausgefallene Mordfälle, psychologische Ermittlungsarbeit und ungewöhnliche Krimischauplätze mag, dürfte bei „Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ auf seine Kosten kommen. Der Fall ist nicht immer subtil und will zu Beginn vielleicht etwas zu viel. Dafür überzeugt der Film mit einem starken Ensemble, einem interessanten Ermittlerteam und überraschend klugen Zwischentönen.
Auch beim Publikum kam der Auftakt gut an. Bei seiner Erstausstrahlung im Jahr 2023 sahen rund 6,63 Millionen Menschen zu. Das entsprach einem Marktanteil von 23,8 Prozent.
„Tod am Rennsteig: Auge um Auge“ läuft heute, am Donnerstag, 16. Juli, um 20.15 Uhr im Ersten und ist außerdem in der ARD Mediathek verfügbar.






