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Tim Mälzer

Tim Mälzer spricht über Grund für TV-Aus

Er gehört seit Jahrzehnten zum festen Inventar des deutschen Fernsehens – doch jetzt macht Tim Mälzer deutlich, dass seine Geduld Grenzen hat.

Tim Mälzer bei der Gala und Verleihung des Deutschen Fernsehpreis 2025 in Köln.
Tim Mälzer zieht klare Grenze. Foto: IMAGO / Horst Galuschka

Seit mehr als 20 Jahren prägt Tim Mälzer das Kochfernsehen bei VOX. Aktuell entsteht bereits die zwölfte Staffel von „Kitchen Impossible“, doch hinter den Kulissen ist längst nicht mehr alles so entspannt wie früher. Der Grund dafür liegt nicht im Format selbst, sondern in den wirtschaftlichen Entscheidungen des Mutterkonzerns.

Die RTL-Gruppe hat zu Jahresbeginn einen umfassenden Stellenabbau angekündigt: 230 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden, langfristig ist sogar von rund 600 Stellen die Rede. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Verwaltungsbereiche, sondern sorgt auch bei laufenden Produktionen für Diskussionen.

„Dann höre ich auf“: Mälzer zieht eine klare Linie

Im Podcast „Hazel Thomas Hörerlebnis“ spricht Tim Mälzer offen über die Situation. Er berichtet, dass auch bei seinen Formaten gespart werden soll: „Wir sollen einsparen.“ Gleichzeitig macht er unmissverständlich klar, wo für ihn Schluss ist: „Wenn das am Produkt stattfindet, habe ich gesagt: Dann höre ich auf.“

Dass diese Aussage ernst gemeint ist, unterstreicht er selbst. „Es ist einer der größten Diskussionspunkte“, sagt der 55-Jährige und beschreibt damit die angespannte Lage im Hintergrund.

Grundsätzlich zeigt sich Mälzer gesprächsbereit, wenn es um kluge Lösungen geht. Er erklärt: „Wir überlegen auch, intelligente Einsparungen zu machen, allerdings nicht am Produkt.“ Für ihn bedeutet das: Strukturelle Effizienz ist denkbar – Abstriche bei Inhalt, Anspruch oder Umsetzung hingegen nicht.

Warum Mälzer Kürzungen kritisch sieht

Der TV-Koch lässt keinen Zweifel daran, dass er Sparprogramme generell skeptisch betrachtet. Seine Erfahrung sei eindeutig: „Ich habe noch nie beobachtet, dass das irgendwo funktioniert hat. Außer du hast es vorher wirklich mit vollen Händen zum Fenster rausgeschmissen.“

Als warnendes Beispiel nennt er seine Erlebnisse aus der Zeitschriftenbranche. Dort habe er miterlebt, wie bei Einsparungen „die ganzen Kreativen rausgeschmissen“ wurden. Die Folgen beschreibt er drastisch: „Es wurde hier gespart, es wurde da gespart. Es waren nur noch irgendwelche Sesselfurzer da, die viel höhere Gehälter hatten und irgendwelche Zahlen verwaltet haben, und irgendwann war der Inhalt weg, den man verwaltet hat.“

Lob für Joko und Klaas: Schluss machen aus eigener Entscheidung

Im selben Gespräch äußert sich Mälzer auch anerkennend über Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf. Dass sie ihr aufwendig produziertes Format „Duell um die Welt“ freiwillig beendet haben, bevor Einsparungen erzwungen wurden, hält er für konsequent. Dafür ziehe er „den Hut“.

Tim Mälzer macht deutlich, dass er dem Fernsehen nicht blind verpflichtet ist. Er ist offen für Veränderungen – solange sie nicht die Qualität seiner Arbeit untergraben. Sollte genau das passieren, ist für ihn klar, wo die Grenze liegt. Seine Aussagen wirken deshalb weniger wie ein Abschiedsszenario, sondern vielmehr wie ein deutliches Bekenntnis zu Haltung und Anspruch.

Quellen
  • Podcast „Hazel Thomas Hörerlebnis“

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