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Thilo Mischke spricht über schreckliche Folgen seiner „ttt“-Absage: „Das ist das Schlimmste“

Nach dem ARD-Eklat um seine „ttt“-Absage spricht Thilo Mischke offen über Depressionen, ie psychischen Folgen des Shitstorms und sogar Suizidgedanken.

Thilo Mischke schaut genervt in die Kamera
Thilo Mischke äußert sich aktuell rückwirkend über seinen ARD-Skandal. Foto: ZDF/ Jan Haeselich

*Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es um Suizid. Sollte es dir nicht gut gehen, schau dir den Artikel nicht an – am Schluss haben wir einige Hilfsmöglichkeiten für dich zusammengefasst.

Eigentlich sollte es ein beruflicher Neustart werden – stattdessen wurde es der schwerste Moment seines Lebens. Als Thilo Mischke 2023 als neuer Moderator des Kulturmagazins „ttt – titel, thesen, temperamente“ angekündigt wurde, schien seine Karriere auf dem Höhepunkt. Doch die Freude währte nur kurz.

Vom Traumjob zum Albtraum: Wie alles begann

Schnell entbrannte eine hitzige Diskussion in den sozialen Medien: Alte Texte und Zitate aus Mischkes Buch „In 80 Frauen um die Welt“ wurden als Belege für sexistische Denkweisen herangezogen. Die Welle der Empörung wuchs, und die ARD, die zunächst an ihrer Entscheidung festhielt, zog den Rückzug an – der Vertrag wurde aufgelöst. Was als mediale Debatte begann, wurde für den Journalisten jedoch schnell zu einer existenziellen Krise.

Fast ein Jahr später spricht Thilo Mischke im Podcast „Hotel Matze“ über die dramatischen Folgen jener Monate. Offen berichtet der 44-Jährige, wie sehr ihn die öffentliche Hetze zermürbt habe. Er erzählt, dass er an Weihnachten 2023 an einem Punkt angelangt sei, an dem er keinen Ausweg mehr sah: „Am 26. Dezember habe ich versucht, mich umzubringen. Ich wollte sterben, um dieser Situation zu entfliehen“, sagt er mit bedrückender Ehrlichkeit. Diese drastischen Worte machen deutlich, wie weitreichend die Konsequenzen waren. Die Ereignisse rund um den ARD-Skandal hätten ihn in eine Dunkelheit gestürzt, aus der es kein Entkommen mehr zu geben schien.

„Meine Mutter ist kaputt“ – wenn öffentlicher Druck zur familiären Tragödie wird

Nicht nur er selbst, auch seine Familie sei von den Ereignissen schwer getroffen worden. Besonders seine Mutter habe unter der Situation gelitten. „Meine Mutter ist kaputt. Immer noch. Keine Mutter kann ertragen, wenn ihr Kind so leidet“, beschreibt Mischke. Der Journalist erzählt, wie schwer es für ihn war, zuzusehen, wie seine Angehörigen unter dem Druck zerbrachen – während er selbst kaum in der Lage war, zu reagieren. Die mediale Dynamik habe ihm jede Kontrolle genommen: Er sei „zu einem Monster erklärt worden“, ohne die Möglichkeit, sich zu erklären oder zu verteidigen.

Mischke versteht, dass manche seiner früheren Äußerungen kritisch gesehen werden – aber er kritisiert die Art und Weise, wie die Diskussion geführt wurde. „Ich nehme Verantwortung für meine Worte, aber die Art, wie das aufgeblasen wurde, war zerstörerisch.“ Er beschreibt, wie sich die Debatte von einer inhaltlichen Auseinandersetzung in eine digitale Hetzjagd verwandelte. Aus einem Journalisten mit Haltung sei plötzlich ein Feindbild geworden – ein Prozess, der für ihn kaum greifbar war.

Heute steht Mischke langsam wieder auf eigenen Beinen. Er arbeitet an neuen Projekten und spricht über psychische Gesundheit – ein Thema, das er nach seiner eigenen Krise nicht länger verschweigen will. Auch wenn die Wunden tief bleiben, will er aus der Erfahrung lernen.

Anmerkung der Redaktion: Hilfe bei psychischen Problemen

Wenn du selbst Hilfe brauchst, ist die Telefonseelsorge unter der Nummer 0800 111 0 111 kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Außerdem stehen bei der deutschen Gesellschaft für Suizidprävention unter folgendem Link weitere Hilfsangebote zur Verfügung: http://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote

Quellen
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