„The Taylor Swift Years“: Wird die neue Taylor-Swift-Doku auch Swifties gefallen?
Lernen Swifties in der neuen Taylor-Swift-Doku des SWR etwas Neues? Und wollen ihre Fans Kritik an der Sängerin überhaupt hören?

Ab dem 1. Juli läuft im Ersten und in der ARD-Mediathek die neue dreiteilige Dokureihe „The Taylor Swift Years – Schicksalsjahre eines Superstars“. Als Swiftie freut es mich natürlich einerseits, dass meine Lieblingssängerin (noch) mehr Aufmerksamkeit bekommt. Aber zeitgleich frage ich mich auch: Braucht es wirklich noch eine weitere Doku? Werden überhaupt neue Informationen erzählt oder nur bekannte Fakten noch einmal wiedergeben?
Wird man selbst als Superfan noch überrascht oder wissen wir Swifties nicht sowieso schon alles über unsere Hyperfixierung? Das Intro der Doku stichelt genau diesen Punkt an. Nach der kritisch klingenden Einstiegsfrage „Was weißt du eigentlich über Taylor Swift?“ denken sich Fans „Challenge accepted!“ – aber wollen Swifties überhaupt die ganze Wahrheit hören?
Worum geht es in der Dokureihe „Taylor Swift - Schicksalsjahre eines Superstars“?
Laut der offiziellen Synopsis erzählen die drei 25-minütigen Folgen „die Geschichte der erfolgreichsten Musikerin der heutigen Zeit und zugleich die Geschichte Amerikas im Wandel. Vom Country-Girl aus Pennsylvania zur globalen Pop-Ikone: Taylor Swift wird zum Soundtrack einer ganzen Generation, ihre Krisen und Comebacks werden zu weltweiten Ereignissen.“
Zudem geben Fans, Kritiker:innen und Expert:innen wie der US-Biograf Rob Sheffield, die Autorin Anne Sauer, die Influencerin Silvi Carlsson und der Entertainer Riccardo Simonetti ihre Eindrücke und Meinungen wieder.
Kann die neue Taylor-Swift-Doku auch Swifties abholen?
Die Doku liefert das, was der Titel „The Taylor Swift Years – Schicksalsjahre eines Superstars“ vermuten lässt – eine objektive Nacherzählung einzelner „Schicksalsjahre“ von Taylor Swifts Karriere. Darin enthalten ist für Zuschauer:innen der „Miss Americana“- und „Taylor Swift: The End of an Era“-Doku nicht viel Neues, aber diesmal ist es keine Produktion der Sängerin selbst. Diesmal wird versucht, das Ganze den deutschen Zuschauer:innen einzuordnen.
Die SWR-Doku gräbt an einigen Stellen tiefer als Taylor Swifts eigenproduzierter Dokumentarfilm „Miss Americana“ und Disneys „Taylor Swift: The End of an Era“. Beispiele sind der VMA-Kanye-Beef, der 2009 startete, oder Taylors Kampf um die Rechte an ihrer eigenen Musik, der durch Scooter Brauns Kauf ihrer Masterrechte 2019 entfacht wurde.
An anderen Punkten bleibt die Dokureihe aber auch sehr oberflächlich und fegt über Schlüsselmomente und ganze Alben hinweg. Das wirkt beim Anschauen so, als wäre etwas ausgelassen worden, und verwirrt mehr, als es aufklärt. Manches wirkt dadurch durcheinandergewürfelt, weil Taylors Alben oder besser gesagt „Eras“ nicht chronologisch eingeordnet werden.
Was Fans der Sängerin an der Doku vielleicht weniger gefallen mag, ist, dass auch hier und da Kritik geübt wird. Beispielsweise an ihrem häufigen Schweigen zu politischen Debatten. Zum Ende hin wirkt die Dokureihe etwas unrund und zieht kein klares Fazit. An der Stelle wäre mehr Einordnung wünschenswert gewesen. Die Zuschauer:innen müssen sich also ihre eigene Meinung bilden, was vermutlich auch die Absicht der Macher:innen war.
Trotzdem ist „The Taylor Swift Years – Schicksalsjahre eines Superstars“ eine solide Dokuserie. Und seien wir mal ehrlich – wir Swifties schauen uns auch noch die hundertste Doku über Taylor Swift an, weil wir einfach nie genug von ihr bekommen können.
Und um die Einstiegsfrage zu beantworten: Aufmerksame Fans, die die Augen nicht vor dem Weltgeschehen verschließen, werden alle genannten Infos bereits gekannt haben, Swifties mit rosaroter Brille vielleicht nicht.
Welche anderen Dokuserien gibt es über Taylor Swift?
Beispiele weiterer Dokuserien und -filme über die amerikanische Sängerin sind diese:
„Miss Americana“ (2020, Film) läuft auf Netflix und wurde von Tremolo Productions & Taylor Swift Productions produziert.
„Folklore: The Long Pond Studio Sessions“ (2020, Film) läuft auf Disney+ und wurde von Taylor Swift Productions produziert.
„Taylor Swift vs. Scooter Braun: Bad Blood“ (2024, Dokuserie) läuft auf HBO Max und wurde von Optomen für Warner Bros. Discovery produziert.
„Taylor Swift: The End of an Era“ (2025, Dokuserie) läuft auf Disney+ und wurde als Disney+ Original produziert.
„Taylor Swift | The Eras Tour: The Final Show“ (2025, Film) läuft auf Disney+ und wurde als Disney+ Original produziert.
„Becoming Taylor Swift“ (2026, Dokuserie) läuft in der ZDF-Mediathek und wurde vom Regisseur Guy King für den britischen Sender Channel 4 produziert.



















