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Fernsehen

„So haben wir dich nicht erzogen“: Gerti Drassl stellt sich die Frage – „Wie tolerant bin ich wirklich?“

Was passiert, wenn plötzlich alles anders kommt als gedacht? Die ARD-Komödie „So haben wir dich nicht erzogen“ erzählt genau davon – mit viel Humor und einer Geschichte, die viele Zuschauer:innen direkt ins Herz treffen dürfte.

Von links: Andreas Hofer (Julian Pichler), Balbina Augustin (Brigitte Hobmeier) und Inka Schaller (Gerti Drassl).
Balbina Augustin (Brigitte Hobmeier) und Inka Schaller (Gerti Drassl) in „So haben wir dich nicht erzogen“. Foto: BR/ORF/Cult Film GmbH/Petro Domenigg

Ein Abend, der eigentlich ganz harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zum emotionalen Ausnahmezustand. Wer den Film gerade schaut, merkt schnell: Hier geht es nicht nur um eine Familienfeier – sondern um Werte, Erwartungen und die Frage, wie viel Toleranz wirklich möglich ist.

Darum geht’s: Wenn die eigene Tochter alles auf den Kopf stellt

Im Zentrum stehen Balbina (Brigitte Hobmeier) und Inka (Gerti Drassl) – ein Paar, das sich bewusst gegen klassische Rollenbilder entschieden hat und sein Leben fernab traditioneller Vorstellungen führt.

Doch dann kommt Tochter Hedwig (Alina Schaller) nach Hause – mit einer Nachricht, die alles verändert: Sie hat sich verliebt. Und nicht nur das: Sie will heiraten – und zwar einen Mann.

Für ihre Mütter ein Schock. Schließlich haben sie ihr Leben lang gegen genau solche Lebensentwürfe rebelliert. Was für Hedwig ein natürlicher Schritt ist, stellt für ihre Eltern plötzlich alles infrage.

Wenn unterschiedliche Weltbilder kollidieren

Die Situation eskaliert, als auch noch die Eltern des zukünftigen Schwiegersohns aus Tirol auftauchen. Spätestens hier prallen Vorstellungen von Familie, Tradition und Selbstbestimmung direkt aufeinander.

Aus anfänglicher Skepsis wird schnell ein emotional aufgeladenes Durcheinander. Alte Konflikte brechen auf, unausgesprochene Wahrheiten kommen ans Licht – und plötzlich geht es nicht mehr nur um Hedwigs Entscheidung, sondern um die gesamte Familiengeschichte.

Der Film zeigt dabei eindrücklich: Toleranz klingt oft einfacher, als sie im eigenen Leben tatsächlich ist.

Gerti Drassl: „Das Loslassen dauert“

Besonders berührend ist die Figur der Inka, gespielt von Gerti Drassl. Sie verkörpert eine Frau, die sich über viele Jahre stark über ihre Rolle als Mutter definiert hat – und nun damit konfrontiert wird, dass sich ihr Leben verändert. Im Interview mit „MADONNA“ beschreibt Drassl diesen Moment sehr treffend: „Ich glaube, das ist für alle Eltern einschneidend, deren Kinder langsam das Haus verlassen. Dieses Loslassen dauert.“

Genau dieses Gefühl zieht sich durch den Film. Inka steht plötzlich vor der Frage, wer sie eigentlich ist – jenseits von Familie und Verantwortung. Ihre Unsicherheit, ihre Verletzlichkeit und ihr Wunsch, alles richtig zu machen, machen die Figur besonders nahbar.

Gleichzeitig zeigt sich auch eine andere, unbequeme Wahrheit. Denn selbst Menschen, die sich als besonders offen und tolerant sehen, stoßen an Grenzen. Drassl formuliert es ehrlich: „Natürlich gibt es Punkte, wo ich mir die Frage stelle, wie tolerant ich wirklich bin.“

Starke Darstellerinnen tragen den Film

Neben Gerti Drassl überzeugt auch Brigitte Hobmeier als Balbina, die mit viel Überzeugung an ihren Idealen festhält und dennoch ins Wanken gerät. Alina Schaller bringt als Hedwig eine moderne, selbstbestimmte Perspektive ein und steht gleichzeitig zwischen den Fronten.

Auch Julian Pichler als Andreas sowie Carmen Gratl und Roland Silbernagl als seine Eltern sorgen für zusätzliche Dynamik. Thomas Mraz ergänzt das Ensemble als Vermittler zwischen den Welten.

Wann läuft der Film im TV?

„So haben wir dich nicht erzogen“ läuft heute um 20:15 Uhr im Ersten. Alternativ ist die Komödie auch in der ARD-Mediathek verfügbar.

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