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TV-Tipp

„Sarah Kohr – Großer Bruder“: Ein Fall voller tödlicher Wendungen

Explosiver Krimi am Montagabend: In „Sarah Kohr – Großer Bruder“ trifft Lisa Maria Potthoff auf einen Mann aus ihrer Vergangenheit.

Sarah Kohr - Großer Bruder: Nahaufnahme: Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) steht am Kai und schaut nachdenklich in die Ferne.
Lisa Maria Potthoff ermittelt als Sarah Kohr in einem explosiven Fall, der sie persönlich trifft. Foto: ZDF/Christine Schroeder

Actionreich, düster und moralisch ambivalent: In „Sarah Kohr – Großer Bruder“ wird Lisa Maria Potthoff heute Abend um 20:15 Uhr im ZDF mit einem Fall konfrontiert, der sie persönlich trifft. Der zwölfte Film der Reihe setzt auf körperliche Härte, psychologische Spannung und ein Brüderdrama mit fataler Dynamik.

Ein Kronzeuge kehrt zurück und nichts ist, wie es scheint

Eigentlich dürfte Nils Köppke (Steve Windolf) längst kein Teil von Sarah Kohrs Leben mehr sein. Vor Jahren brachte sie den begabten Sprengstoffexperten ins Zeugenschutzprogramm, nachdem er gegen seinen eigenen Bruder Sven Köppke ausgesagt hatte. Gemeinsam hatten die Brüder mit spektakulären Sprengstoffrauben Koffer voller Gold und Juwelen erbeutet, bis Nils ausstieg und damit sein Todesurteil unterschrieb.

Umso überraschender ist es, als Sarah Kohr dem Mann plötzlich wieder in Hamburg begegnet. Nils lebt inzwischen unter falschem Namen ein legales Leben, ist frisch verliebt und beruflich angekommen. Warum also riskiert er alles und kehrt an den Ort zurück, an dem sein Bruder ihm Rache geschworen hat?

Sarah Kohr – Großer Bruder: Nils Köppke (Steve Windolf) und Rainer Quentin (Boži Kocevski) stehen zusammen neben einem schwarzen Transporter. Lars Rütger (Julius Nitschkoff) sitzt hinterm Steuer. Alle drei schauen angespannt zur Seite.
Foto: ZDF/Christine Schroeder

Die Lage spitzt sich zu, als Sarah erfährt, dass Sven Köppke aus humanitären Gründen vorzeitig aus der Haft entlassen wurde. Er ist todkrank, austherapiert und hat nur noch wenige Wochen zu leben. Handelt Nils aus Liebe, aus Angst oder aus beidem? Tatsächlich verhindert Kohr einen Einbruch in ein Museum, doch bei der Flucht nehmen die Täter sie als Geisel. Parallel zieht im Hintergrund ein weiterer Strippenzieher die Fäden: der inhaftierte Schwerverbrecher Mark Obsian (Martin Wuttke), dessen Einfluss weit über die Gefängnismauern hinausreicht.

Cast: Stark besetzt bis in die Nebenrollen

  • Sarah Kohr: Lisa Maria Potthoff

  • Anton Mehringer: Herbert Knaup

  • Heike Kohr: Corinna Kirchhoff

  • Nils Köppke: Steve Windolf

  • Sven Köppke: Jakob Diehl

  • Mark Obsian: Martin Wuttke

  • Rainer Quentin: Boži Kocevski

  • Lars Rütger: Julius Nitschkoff

  • Dr. Alicia Bauer: Jasmin Gerat

  • Magda: Lieselotte Voß

  • Professor Linzer: Albrecht Ganskopf

  • Polizistin Lisa Schwab: Lucia Eliza Lampolia

Sarah Kohr - Großer Bruder: Mark Obsian (Martin Wuttke) sitzt vor Sarah Kohr (Lisa Maria Potthoff) im Gefängnis und schaut sie finster an.
Foto: ZDF/Christine Schroeder

Gerade Steve Windolf überzeugt als tragische Figur mit melancholischer Grundierung, während Martin Wuttke dem Gegenspieler Mark Obsian mit doppeltem Boden und unberechenbarer Präsenz Kontur verleiht.

Gute Idee, starke Figuren, aber weniger Wucht als zuletzt

„Großer Bruder“ ist nicht ganz so packend inszeniert wie einige der vorangegangenen Filme der Reihe. Regisseurin Kirsten Laser setzt stärker auf Empathie und Figurenzeichnung als auf permanente Eskalation. Das tut der Geschichte grundsätzlich gut, kostet aber stellenweise Tempo.

Das Drehbuch von Timo Berndt, der die Reihe seit ihrem Start prägt, punktet erneut mit überraschenden Wendungen und moralischen Grauzonen. Fast nichts ist so, wie es zunächst scheint. Freund und Feind wechseln ihre Rollen, Totgeglaubte leben länger und Sarah Kohr selbst wird einmal mehr Teil eines perfiden Spiels, dessen Regeln andere bestimmen.

Die Action stimmt, der körperliche Einsatz von Lisa Maria Potthoff ist gewohnt kompromisslos. Die Thriller-Musik treibt die Spannung teilweise stärker voran als die Bilder. Einige Handlungsdetails wirken konstruiert, insgesamt bleibt der Film aber ein sehenswerter Beitrag der Reihe mit starkem Ensemble und einem emotionalen Kern.

Solider Sarah-Kohr-Krimi mit Brüdertragödie

„Sarah Kohr – Großer Bruder“ ist ein düsterer, emotional aufgeladener Krimi mit viel Action, starken Darstellern und einer Geschichte über Schuld, Loyalität und Manipulation. Nicht der intensivste Film der Reihe, aber ein spannender TV-Abend für Krimi-Fans.

TV-Tipp:

Montag, 29. Dezember, 20:15 Uhr, ZDF

Auch verfügbar in der ZDF Mediathek

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