RTLZWEI-Programmveränderung: Sender will zukünftig eher älteren Zuschauern gerecht werden
RTLZWEI richtet sein Programm neu aus und setzt künftig stärker auf ältere Zuschauer:innen – während Streaming weiter von jungen Nutzer:innen dominiert wird. Was das für den Sender bedeutet.

Bei RTLZWEI soll sich zukünftig ordentlich was am Programm ändern – und das ziemlich deutlich. Dabei soll sich das lineare TV-Angebot stärker an ein älteres Publikum richten. Der Grund: Die klassische Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen spielt im Fernsehen längst nicht mehr die Hauptrolle.
Nur noch rund 30 Prozent der Zuschauer:innen gehören überhaupt noch zu dieser Altersgruppe. Für einen Sender, der genau darauf einmal ausgerichtet war, ist das ein klares Signal. Geschäftsführer Thorsten Braun, macht deshalb deutlich: So wie früher funktioniert das Modell nicht mehr.
Alles anders im Stream
Spannend ist der direkte Vergleich: Während das TV-Publikum immer älter wird, bleibt Streaming fest in jüngeren Händen. Über 80 Prozent der Nutzer:innen sind hier zwischen 14 und 49 Jahre alt. Die Konsequenz für RTLZWEI: Fernsehen und Streaming sollen, und müssen auch, getrennt betrachtet werden – sowohl inhaltlich als auch wirtschaftlich.
Das betrifft auch die Frage, welche Formate sich „rechnen“. Im Streaming will man gezielt in Inhalte investieren, die dort funktionieren – selbst wenn sie im linearen Programm keine Quotenhits sind. Entscheidend ist, dass sie die Plattform insgesamt nach vorne bringen.
Mehr Mut zur Trennung – und neue Chancen
Thorsten Braun erklärt dazu: „In der Vergangenheit war es so, dass wir in der Primetime immer wieder Programme ausgestrahlt haben, die zwar im Streaming richtig stark funktionierten, im Linearen aber nicht. Das wollen wir ändern, indem wir beide Verbreitungswege künftig unabhängiger voneinander planen.“
Für den Sender bedeutet das vor allem eins: mehr Flexibilität. Inhalte sollen künftig genau dort landen, wo sie ihr Publikum auch wirklich erreichen, ohne zwanghaft auf beiden Kanälen stattzufinden. Das klingt simpel, ist aber ein echter Strategiewechsel. RTLZWEI kann so gezielter arbeiten, schneller reagieren und auch mehr ausprobieren – gerade im Streaming-Bereich.
Realitätscheck fürs Fernsehen
Das klassiche Fernsehen soll also eine klarerer Ausrichtung bekommen, die sich stärker an den tatsächlichen Zuschauer:innen-Gewohnheiten orientiert. Während das lineare Programm künftig eher ein älteres Publikum anspricht, bleibt Streaming die Spielwiese für jüngere Zuschauer:innen. Eine neue Strategie und ein Versuch, aus beiden Welten das Beste rauszuholen.









