RTL-Chef gibt Fehler zu: Raab-Comeback war ein „uralter Fehler beim Fernsehen“
Stefan Raabs Rückkehr ins Fernsehen begann mit einem großen Erfolg – und endete in mehreren Formaten mit enttäuschenden Quoten. RTL-Chef Stephan Schmitter zieht nun Bilanz.

Stefan Raabs Comeback bei RTL sorgte zunächst für Schlagzeilen, später zunehmend für Spott. RTL-Chef Stephan Schmitter hat in einem Live-Interview am Rande der Österreichischen Medientage in Wien eingeräumt, dass man bei der Zusammenarbeit mit dem Entertainer konzeptionell Fehler gemacht hat. Vor allem die Mischung aus Quiz und Late-Night in „Du gewinnst hier nicht die Million“ sei ein Problem gewesen.
Raabs Boxkampf gegen Regina Halmich, den mehr als acht Millionen Menschen verfolgten, bezeichnete Schmitter im Gespräch mit „Der Standard“ als „eines der erfolgreichsten TV-Events der letzten zehn Jahre“. Nach diesem Erfolg sei man „sofort reingegangen in eine 90-minütige Live-Show jeden Mittwochabend, die auch noch zweigeteilt war“. Damit meinte der RTL-Chef offenbar „Du gewinnst hier nicht die Million“.
Das als „Hybridshow“ angekündigte Format, ein Mix aus Quiz und Late-Night, wurde nach rund 30 Folgen mangels ausreichender Publikumsresonanz eingestellt. Schmitter nannte das Konzept rückblickend einen „uralten Fehler beim Fernsehen“: „Hybride Sendungen haben noch nie funktioniert. Wir haben es trotzdem gemacht und wollten so ein bisschen mit dem Kopf durch die Wand.“
„Zu viel ausprobiert“
Nicht nur diese Show floppte, auch weitere Raab-Formate bei RTL konnten die Erwartungen nicht erfüllen. „Wir haben zu viel ausprobiert, die Erwartungshaltung hochgedreht und dann haben sich natürlich alle draufgestürzt. Dann kriegst du halt links und rechts ein paar Watschen“, bilanzierte Schmitter selbstkritisch. Aus den Fehlschlägen seien nun Lehren gezogen worden.
Schmitter erklärte, das Publikum kenne Raab vor allem von spektakulären Events. „Sie wollen ihn im Wok den Eiskanal runterfallen sehen“, sagte der RTL-Chef. Genau deshalb hätten Zuschauerinnen und Zuschauer ein Format wie die kürzlich ausgetragene „Jetski-WM“ gut angenommen. Auch die mit Barbara Schöneberger moderierte Quizshow „Wer weiß wie wann was war?“, für die es den Deutschen Fernsehpreis gab, zählt Schmitter zu den Erfolgen.
„Du siehst, was geht, wenn du dich auf das besinnst, was man von ihm erwartet. Wenn du die Leute aber in andere Situationen bringst, nach dem Motto ‚Wir brauchen neue Sachen‘, dann scheiterst du. Da haben wir jetzt viel gelernt“, fasste Schmitter zusammen.


