Fernsehen

Plasma-Fernseher: Warum es die TV-Geräte kaum noch gibt

TV Geräte & Smart-TVs > Plasma Fernseher

Plasma-Fernseher waren mal gefragt, doch die Technik hat sich nicht durchgesetzt. Hier gibt es alle Informationen und Modelle, die jetzt noch auf dem Markt sind.

Plasma Fernseher
iStock / maksime

Ein kontraststarkes Bild im Großformat – Plasma-Fernseher sollten es möglich machen. Um ein XXL-Fernseherlebnis zu liefern, haben Hersteller viel Zeit und Geld in die Entwicklung der Plasma-Technologie gesteckt. Doch die Flachbildschirme, die um 1999 noch als absolut revolutionär galten, sind mittlerweile ein Nischenprodukt. Zu Recht? Oder lohnt sich der Kauf eines Plasma-Fernsehers auch heute noch? Das musst du über die Geräte wissen.

 

Plasma-Fernseher: die Funktionsweise

Das Wort “Plasma” kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Gebilde”. In der Physik ist Plasma der vierte Aggregatzustand der Materie – nach fest, flüssig und gasförmig. Plasma ist ein ionisiertes Gas, es reagiert extrem auf elektromagnetische Felder und strahlt ultraviolettes Licht aus.

Ein Plasma-Fernseher besteht aus zwei aufeinanderliegenden Glasscheiben, deren Zwischenraum in viele einzelne, mit einem Edelgasgemisch gefüllte Zellen unterteilt ist. Durch die Zufuhr von Strom ionisieren die Gase in den Zellen – es entsteht Plasma. Die Zellen sind mit grünem, rotem oder blauem Phosphor beschichtet. Drei farbige Kammern ergeben einen Bildpunkt, also ein Pixel.

 

Plasma-TV: Kauftipps für Schnäppchenjäger

Schnäppchenjäger, die sich ein kostengünstiges Heimkino errichten wollen, können die Gunst der Stunde allerdings nutzen und ein paar Schnäppchen schießen. Geräte von Panasonic oder LG gibt es noch günstig zu kaufen.

Panasonic TX-P50VT50E Plasma-Fernseher

Der Panasonic TX-P50VT50E wurde vom Hersteller selbst als die „Heimkino-Innovation“ beworben. Für Filmfans gibt es zum TV-Gerät noch zwei 3D-Shutter-Brillen gratis dazu. Der Fernseher wird dank HDTV-Multituner zum Universal-Empfänger und kann zum digitalen TV-Rekorder ausgebaut werden. Doch das Plasma-TV kann mehr als nur Filme abspielen. Egal, ob externe Festplatte oder SD-Kartenslot, der 50-Zöller verfügt über alle gängigen digitalen Schnittstellen.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

●    Modelljahr: 2012
●    Energieverbrauch: 333 kWh pro Jahr
●    max. Displayauflösung: 1080p Full HD
●    Displaygröße: 55 Zoll
●    Gewicht: 36 kg
●    Bildwiederholfrequenz: 2500 Hz
●    Verbindungstechnologie: Komponenten-Anschluss; HDMI-Anschluss
●    Lautsprechersystem: V-Audio ProSurround 2.1
●    Zusatzfunktion: Darstellung in 3D (mit 3D-Brille) möglich

LG 50PN650T Plasma-Fernseher

Mit 600 Bildern pro Sekunde verspricht der LG 50PN650T klare und flüssige Bilder – auch bei Zeitraffer-Aufnahmen. Damit merzt das Gerät eine bekannte Schwäche von Plasma-TVs aus. Auch in Sachen Design fällt das Modell positiv aus, es ist deutlich flacher als seine Vorgänger. Mit der Einstufung in der Energieeffizienzklasse B ist er außerdem stromsparender als vergleichbare Plasma-Geräte.

Amazon-Link (LG 50PN650T)

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

●    Energieverbrauch: 187 kWh pro Jahr
●    Verbindungstechnologie: WiFi
●    max. Displayauflösung: 1080p Full HD
●    Displaygröße: 50 Zoll
●    Artikelgewicht: 26,1 kg
●    Modelljahr: 2013
●    Bildwiederholfrequenz: 600 Hz

 

OLED ist das neue Plasma

Die Vorteile von Plasma und LCD werden mit der OLED-Technologie vereint. OLED ist die Abkürzung für “Organic Light-Emitting Diode”, zu Deutsch: organische Leuchtdiode. Jede einzelne organische Leuchtdiode leuchtet aus sich selbst heraus, was ein farbintensives, kontrastreiches Bild ermöglicht. Auch die Schwarzwerte sind ähnlich gut wie bei Plasma-Geräten, allerdings benötigen OLED-TVs weniger Energie.

Ähnlich wie Plasmabildschirme bestechen OLED-Displays durch eine besonders große Bilddiagonale. Es ist aber eine deutlich dünnere und leichtere Bauweise möglich. Als Verkaufsschlager in Online-Shops entpuppte sich unter anderem ein OLED-Modell von LG.

LG OLED55B7D

Intensive Farben und eine 4K-Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln sorgen für ein perfektes Seherlebnis. Die Farbdarstellung ist trotz der Kontrastdarstellung natürlich. Die selbstleuchtenden OLED-Pixel stellen auch Schwarz perfekt dar. Die TV-Geräte bestechen außerdem durch ihr schlankes Design. Dank webOS 3.5 hat der Nutzer schnellen Zugang zum Internet.

Amazon Link (LG OLED55B7D)

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

●    Energieverbrauch: 155 kWh pro Jahr
●    Energieeffizienz: A
●    Verbindungstechnologie: 4x HDMI; WLAN (802.11ac); LAN; Bluetooth; CI+ 1.3; 3x USB; Optical; Miracast: Kopfhöreranschluss; Line Out; RS-232C
●    max. Displayauflösung: 4K Ultra HD
●    Displaygröße: 55 Zoll
●    Artikelgewicht: 18,6 kg
●    Modelljahr: 2017

 

Die Vorteile eines Plasma-TV

Plasma-Geräte sind von jeher vor allem bei Cineasten beliebt. Das liegt zum einen daran, dass es die Flachbildschirme erst ab einer gewissen Mindestgröße gibt. Plasma-Fernseher werden weitestgehend erst ab einer Bilddiagonalen von rund 37 Zoll (94 cm) angeboten. Meist jedoch wesentlich größer, denn 37 Zoll gehört heute schon zu den kleinen Modellen. Die Plasmapixel können nämlich nicht auf unter 0,5/0,6 mm verkleinert werden.

Farbbrillanz und Kontraststärke

Dadurch, dass der Bildschirm jedes einzelne Pixel zum Leuchten bringt, werden die Farben natürlich und gleichzeitig sehr kontrastreich wiedergegeben. Besonders bei Hauttönen darf man sich über eine realistische Farbwiedergabe freuen. Plasma-Fernseher können echtes Schwarz wiedergeben, während man sich bei anderen Technologien oft über ein gräuliches Bild ärgern muss.

Blickwinkelunabhängigkeit

Ein weiterer Vorteil: Egal, in welchem Winkel du vor dem Plasma-TV sitzt, die Darstellung bleibt brillant, während das Bild beispielsweise bei LCD-Bildschirmen milchig wirken kann, wenn man seitlich darauf schaut.

 
 

Plasma-Fernseher: Nachteile

hoher Stromverbrauch

Das wohl größte Problem des Plasma-TV – das Image: Die Geräte haben den Ruf, Stromfresser zu sein. Das liegt zum einen daran, dass Plasma heller leuchtet, je mehr Strom hinzugefügt wird. Neuere Modelle sind zwar energieeffizienter als früher, ein Gerät in der Verbrauchsklasse A+ sucht man aber vergeblich.

störende Reflexionen

Die meisten Plasma-Fernseher haben eine Frontscheibe, die spiegelt. Das kann vor allem in hellen Räumen zum Problem werden. Reflexionen von Fenstern oder Lampen können das Fernseherlebnis empfindlich stören.

Schattenbilder

Während ein Plasma-TV schnelle Action- oder Sportszenen fehlerfrei darstellt, können lange gezeigte Motive zum Problem werden. Standbilder oder Menüs hinterlassen bisweilen einen unschönen Schatten, der erst nach einiger Zeit wieder verschwindet.

Plasma-Bildschirme wurden schon vor Jahren vor allem durch LCD-Modelle verdrängt. Je besser die LCD-Technik wurde, desto weniger lohnte sich für die Hersteller die Weiterentwicklung der Plasma-Bildschirme.

Nach und nach holten LCD-TVs in Sachen Kontrastreichtum und Farbbrillanz auf und waren weitaus stromsparender. Außerdem war die Auswahl schlicht größer.

2009 gab Pioneer bekannt, die Produktion von Plasma- und LCD-Fernsehgeräten komplett einzustellen, 2014 zog Panasonic nach. Die koreanischen Hersteller LG und Samsung gaben die Produktion dann Ende 2014 auf.

 

 

Das könnte Sie auch interessieren
TV Movie empfiehlt