Pierre Coffin über neue Minions, ein Wiedersehen mit Lieblingen und die Zukunft des Franchise!
Warum Pierre Coffin ausgerechnet für „Minions & Monster“ zum Franchise zurückkehrte, erzählt er uns im Interview – genauso wie, welche Zukunft er für die Minions sieht und was nach Gru auf sie warten könnte!

Ab dem 1. Juli sorgen die Minions in „Minions & Monster“ wieder für ordentlich Chaos auf der großen Leinwand. Wir hatten vorab die Gelegenheit, die Illumination Studios in Paris zu besuchen und mit Pierre Coffin zu sprechen – Regisseur des Films und die Stimme hinter Hunderten von Minions.
Im Interview verrät er uns unter anderem, warum er nach einer Pause zum Franchise zurückgekehrt ist, welche Epochen und Länder er mit den Minions künftig noch erkunden möchte und wie er sich die Zukunft der gelben Chaoten nach Gru vorstellt!
Melissa Mundhenk, TV Movie: Nach deiner Pause von den Minions – worauf hast du dich am meisten gefreut, als du für diese Geschichte zurückgekehrt bist?
Was mich zurückgebracht hat, war die Idee, die ganze Geschichte in den 1920er-Jahren in Hollywood spielen zu lassen. Sofort hatte ich Bilder im Kopf. Vor allem ging es um die Kulissen und um alles, was damals passiert ist – etwa die Regisseure, die aus Nazi-Deutschland nach Hollywood geflohen sind. Ich fand, das war ein großartiger Hintergrund für eine Geschichte und eine spannende Möglichkeit, die Minions darin einzubinden.
Gibt es Aspekte der Geschichte, Kultur oder Entwicklung der Minions, die das Publikum bisher noch nicht gesehen hat und die du in Zukunft gerne erkunden würdest?
Ja, es fühlt sich so an, als wäre die Welt der Minions riesig. Der erste Film spielte in den 60ern in England, was viele visuelle Möglichkeiten eröffnet hat. Der zweite spielte im San Francisco der 70er, dieser jetzt im Hollywood der 20er-Jahre. Ich habe das Gefühl, dass wir noch viele weitere Epochen und Länder erkunden können – zum Beispiel Japan oder andere Orte, die wir bisher noch nicht besucht haben.
Deshalb hat mich dieses Projekt auch so gereizt: Wir führen neue Figuren ein – James, Henry und Ed. Ich fand die Idee schön, das Publikum daran zu gewöhnen, auch neue Charaktere kennenzulernen. Das bedeutet nicht, dass wir mit den bekannten Figuren keine weiteren Filme mehr machen werden. Aber es macht Spaß, neue Minions zu treffen und ihnen später vielleicht wieder zu begegnen. Das ist ungefähr der Plan.
+++ „Minions & Monsters“: Brauchte diese Reihe wirklich noch einen weiteren Film? +++
Wir wissen, dass die Minions schon Dutzende Herrscher hatten. Trotzdem wirken sie Gru gegenüber besonders loyal. Hast du schon darüber nachgedacht, wie ihre Geschichte irgendwann weitergehen würde, wenn Grus Zeit einmal vorbei ist?
Nein. Ich glaube nicht, dass es nach Gru noch jemanden geben wird.
Aber was machen sie dann? Wandern sie durch die Gegend oder drehen mehr Filme?
Genau deshalb haben wir die Minions auch als eigenes Franchise aufgebaut. Das Schöne an den Minions ist, dass wir fast alles erzählen können, solange wir eine gute Idee haben.
Meine ursprüngliche Idee war eigentlich ein Kurzfilm. Im Mittelpunkt sollte ein hörbeeinträchtigter Minion wie Ed stehen. Ich wollte ihn zur Hauptfigur machen. Dann wurde mir aber klar, wie schwierig das wäre.
Von den Zuschauern wird ohnehin schon viel verlangt, weil sie Figuren folgen müssen, deren Sprache sie eigentlich nicht verstehen. Ich spreche ja Kauderwelsch. Das Publikum muss deshalb ständig auf Melodie, Rhythmus und Schauspiel achten, um zu erkennen: Jetzt stellt der eine eine Frage, der andere versteht sie nicht und beleidigt ihn deshalb.
Ein gutes Beispiel ist die Szene kurz bevor sich die Minions trennen. Der eine sagt: „Wir müssen James helfen, einen Film zu machen.“ Der andere – Dick – sagt: „Nein, Minions müssen dem bösesten Boss folgen.“ Deshalb teilen sie sich auf.
Im Film wird das nicht auf Englisch oder Deutsch erklärt. Wir mussten all das über kleine Wörter, die Art des Sprechens und die Melodie vermitteln, damit das Publikum versteht, was jeder will. Fünf Minuten lang so aufmerksam bleiben zu müssen, ist schon eine große Herausforderung.






