Interview

„Peaky Blinders: The Immortal Man“: Cillian Murphy & Rebecca Ferguson über das Ende einer Ära

Nur Stunden vor der Premiere in Berlin trafen wir Cillian Murphy und Rebecca Ferguson – und sprachen mit den Stars über „Peaky Blinders: The Immortal Man“, die wahren Machtstrukturen in der Serie und den Abschied von Tommy Shelby!

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Video: Netflix / TV Movie

Am 20. März findet die Geschichte der Peaky Blinders auf Netflix ihr Ende. In „The Immortal Man“ schreiben das Jahr 1940: Europa versinkt im Chaos des Zweiten Weltkriegs, und auch Small Heath leidet unter den Bomben des Birmingham Blitz. Tommy Shelby lebt im selbstgewählten Exil, weit entfernt von der Welt, die er einst beherrschte.

Inzwischen hat sein unehelicher Sohn Duke die Führung der Peaky Blinders übernommen – entschlossen, aus dem Schatten seines berühmten Vaters zu treten. Doch Dukes Ehrgeiz führt ihn auf gefährliches Terrain.

Als Tommy von den Entwicklungen erfährt, kehrt er widerwillig nach Birmingham zurück, und wird unweigerlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Kann er dem Kreislauf aus Macht, Verrat und Schuld entkommen – oder bleibt der Frieden, nach dem er sich sehnt, für immer unerreichbar?

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Cillian Murphy und Rebecca Ferguson im Interview zu „Peaky Blinders: The Immortal Man“

Wenige Stunden vor der Premiere in Berlin am 12. März hatten wir die Gelegenheit, mit Cillian Murphy (Tommy Shelby) und Rebecca Ferguson (Kaulo) zu sprechen – und natürlich haben wir die Chance genutzt, sie zum großen Finale auszufragen.

Im Interview verrieten die Stars uns zudem ihre Lieblingsmomente aus der Serie, Kaulos wahre Intentionen – und wie es sich anfühlt, sich von einer Figur zu verabschieden, die Millionen von Zuschauer:innen weltweit begeistert hat.

Cillian Murphy und Rebecca Ferguson lachen
Cillian Murphy und Rebecca Ferguson bei unserem Interview zu „Peaky Blinders: The Immortal Man“ Foto: Netflix

Melissa Mundhenk, TV Movie: Habt ihr einen Lieblingsmoment aus der Serie oder aus dem Film – sei es beim Dreh oder einfach wegen des Ergebnisses?

Rebecca Ferguson (zu Cillian): Na ja, du hast ungefähr 36 Stunden, über die du nachdenken kannst.

Cillian Murphy: Ich glaube, ich habe darüber schon einmal gesprochen. Ich mag das Ende von Staffel zwei, wenn er im Grab steht – du weißt schon. Ich glaube, das könnte mein Lieblingsmoment sein.

Der Moment mit „Ich hätte beinahe verdammt noch mal alles gehabt“?

Cillian Murphy: Genau der.

Großartige Szene.

Rebecca Ferguson: Ja, den liebe ich auch… schwierig. Ich passe erst mal.

Cillian, du hast Tommy so viele Jahre gespielt. Wie hat es sich angefühlt, die Tür zu schließen und dich endgültig von der Figur zu verabschieden?

Cillian Murphy: Ich glaube, ich bin immer noch dabei, das zu verarbeiten. Ich denke noch darüber nach. Die Reaktionen der Fans waren unglaublich – und wirklich sehr bewegend. Sie lieben es, und das bedeutet uns sehr viel. Wir haben das letztlich für die Fans gemacht, denn die Serie ist nur durch ihr Engagement zu dem geworden, was sie heute ist. Dieses Phänomen existiert dank ihnen.

Rebecca, am Ende führt deine Figur Kaulo Tommy zu seinem Schicksal – so wie es immer ihr Plan war. Aber sie wirkt dabei nicht unbedingt glücklich. Was glaubst du empfindet sie wirklich für Tommy?

Rebecca Ferguson: Ich mag die Idee nicht, eine Figur mit nur einer einzigen, monotonen Emotion zu spielen. So funktionieren Menschen einfach nicht.

Wenn Kaulo auftaucht, gibt es eine Agenda, ein Motiv, einen Grund. Es geht um Herkunft, um Vermächtnis – um all diese Dinge, die für unsere Figuren wichtig sind. Aber ich glaube nicht, dass sie ihr Ziel um jeden Preis erreichen will.

Vielmehr weiß sie, dass er nach etwas sucht – und sie ist in der Lage, es ihm zu geben. Wie genau das am Ende ausgeht, weiß sie vielleicht selbst nicht zu hundert Prozent. Aber ich denke, sie handelt aus einem guten Grund heraus: um jemandem zu helfen, loszulassen.

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Video: Netflix

Wir wissen alle, wie dieser Film für Tommy endet. Was war eure erste Reaktion, als ihr das Drehbuch gelesen habt? Habt ihr damit gerechnet oder war es ein Schock zu sehen, wie die Geschichte endet?

Rebecca Ferguson (zu Cillian): Du dachtest wahrscheinlich nur: „What the fuck, Steven [Knight]?“

Cillian Murphy: Nein, wir haben das Projekt über einen langen Zeitraum entwickelt, und wir wussten eigentlich immer, dass das das Ende sein würde.

Es ist wichtig, und das sage ich oft: Wenn man einen großartigen dritten Akt hat – und den hat dieser Film – dann ist man auf der sicheren Seite. Das Schwierigste beim Geschichtenerzählen ist das Ende. Aber wir haben hier einen wirklich starken dritten Akt. Deshalb wussten eigentlich alle, worauf wir zusteuern.

Die Serie wird oft über männliche Gewalt definiert. Aber wenn man genauer hinsieht, gibt es eigentlich viele starke Frauen, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Rebecca, wo siehst du deine Figur innerhalb dieser Machtstruktur?

Rebecca Ferguson: Frauen hatten schon immer viel Macht. Wenn man zum Beispiel ins Mittelalter zurückblickt: Die Männer waren draußen im Krieg, während wir die Strukturen geschaffen haben – Familien aufgebaut, politische Bündnisse organisiert, England mit Frankreich „verheiratet“ und so weiter.

Ich möchte das aber gar nicht überdramatisieren oder so tun, als müssten wir besonders begeistert sein, nur weil es starke Frauenfiguren gibt. Was mir gefällt, ist ein Drehbuch zu lesen, in dem eine Figur durch ihre Intelligenz, ihre Brillanz und auch ihre Verletzlichkeit heraussticht.

Und Steven Knight ist wirklich gut darin, solche Figuren zu schreiben. Deshalb hat mich die Rolle sofort interessiert. Ob sie nun mächtig ist oder nicht – das Spannende war, sie überhaupt erst zu entdecken.

Außerdem habe ich mir viel angeschaut, was Helen McCrory mit Polly gemacht hat. Das hat mich sehr inspiriert.

Cillian Murphy: Zwischen diesen Figuren gibt es auf jeden Fall eine Verbindungslinie.

Da „Peaky Blinders“ zu Ende geht: Gibt es etwas, das ihr im Nachhinein gern ändern würdet? Oder eine Handlung oder Figur, bei der ihr euch gewünscht hättet, noch länger dabei zu bleiben?

Cillian Murphy: Es war schwer, sich von vielen großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern zu verabschieden. Einige hätten wir wirklich gern noch länger dabeigehabt. Aber Steve lässt ja ständig jemanden sterben.

Und wie ist es bei dir?

Rebecca Ferguson: Das überlasse ich Cillian. Ich habe weder die Macht noch ein Mitspracherecht in solchen Dingen.

Du spielst ja trotzdem im Film – da darfst du doch auch eine Meinung haben. Gibt es nichts bei deiner Figur, dass du gern noch weiter ausgebaut gesehen hättest?

Rebecca Ferguson: Doch … aber das werde ich dir jetzt nicht verraten.