„Na ja, ich will gewinnen!"

„Outlast: The Jungle"-Gewinner verrät wahren Grund für Leiya-Verrat

Im Finale von „Outlast: The Jungle" sorgte Team Alpha mit einer knallharten Entscheidung für Aufsehen. Jetzt erklären die Siegerinnen selbst, warum Leiya kurz vor dem Ziel gehen musste.

Nikki Hru, Halle Cooley und Maddy Jones in „Outlast: The Jungle.
Nikki (l.) und Maddy (r.) haben alles für den Sieg getan. Foto: Netflix

Es war der Moment, über den nach dem Finale von „Outlast: The Jungle" wohl am meisten diskutiert wurde: Nikki Hru und Maddy Jones warfen Leiya Pilliterri auf dem letzten Abschnitt aus Team Alpha - und sicherten sich kurz darauf den Sieg und damit die Million Dollar Preisgeld. Für viele Zuschauer wirkte das wie ein kalter Verrat auf den letzten Metern.

Nikki und Maddy sehen das allerdings anders. In einem Interview machen beide deutlich, dass für sie nicht das zusätzliche Geld den Ausschlag gab, sondern die Sorge, den Sieg mit Leiya noch zu verspielen. Nikki bringt ihre Haltung ziemlich klar auf den Punkt: Es sei für sie nie die Frage gewesen, ob sie bereit wäre, das Preisgeld mit Leiya zu teilen - sondern ob sie bereit wäre, es „für Maddy zu verlieren".

Keine Entscheidung aus Gier

Vor allem Nikki beschreibt, wie eng das Band zwischen ihr und Maddy Jones im Verlauf des Wettbewerbs geworden war. Beide hätten all die Entbehrungen zusammen durchgestanden, gemeinsam im Regen gesessen, das Feuer bewacht und sich gegenseitig durch die schwierigsten Momente getragen. Für sie war deshalb klar: Sie wollte nach allem, was sie zusammen erlebt hatten, nicht riskieren, dass der Sieg auf den letzten Metern verloren geht.

Auch Maddy widerspricht ausdrücklich dem Eindruck, der Rauswurf sei aus Eigennutz erfolgt. „Ich wäre lieber in einem siegreichen Dreierteam als in einem verlierenden Zweierteam", sagt sie. Der Gedanke an mehr Geld sei zwar naheliegend, aber nicht der Grund für die Entscheidung gewesen. Vielmehr habe sie sich selbst und Nikki verpflichtet gefühlt, die beste Wahl für das gesamte Team zu treffen.

Besonders schwer wog für sie dabei ein Moment, in dem sie Leiya fragten, ob sie die finale Strecke am nächsten Tag noch einmal schaffen würde. Nach allem, was sie an Tag eins gesehen hatten, habe Leiya darauf kein klares Ja geben können. Für Maddy war das ein entscheidender Punkt.

Leiya konnte nicht mehr mithalten

Beide Gewinnerinnen schildern, dass Leiya auf den letzten Metern sichtbar an ihre Grenzen kam. Nikki sagt offen, Leiya habe sie und Maddy einmal als „intensiv" bezeichnet - ihre Antwort darauf sei gewesen: „Na ja, ich will gewinnen!" Dahinter steckt die Einschätzung, dass sie am Ende einfach in einem anderen Tempo und mit einer anderen Konsequenz unterwegs gewesen seien.

Trotzdem betonen beide, dass sie Leiya keineswegs geringschätzen. Maddy sagt, es gebe „keine bösen Gefühle", und auch Nikki spricht mit großem Respekt über sie. Gerade weil Leiya unter schwierigen sozialen Bedingungen so weit gekommen sei, halte sie sie für eine „coole" und „unglaublich kompetente" Person. Nur habe sie irgendwann eben eine Wand erreicht, über die sie nicht mehr mit ihnen habe klettern können.

Seit den Dreharbeiten gab es zwischen ihnen offenbar keinen Kontakt mehr. Sowohl Nikki als auch Maddy sagen, dass sie nichts von Leiya gehört haben. Maddy erklärt aber auch, dass sie ihr Raum geben wolle - gerade weil sie verstehen könne, dass Leiya sich durch die Entscheidung verletzt fühlen könnte.

Nicht die fehlenden Schuhe gaben den Ausschlag

Spannend ist auch, was nach Darstellung der Siegerinnen gerade nicht der Auslöser war. Als Leiya vor der Wanderung ihre Schuhe nicht hatte, sei das für Nikki und Maddy noch längst kein Grund gewesen, sie aus dem Team zu werfen. Im Gegenteil: Beide beschreiben, wie sie alles Mögliche versucht hätten, um ihr zu helfen.

Maddy erinnert sich, dass Nikki sogar eine Schaumstoffboje zerschnitten habe, um daraus eine Art Ersatzlösung zu basteln. Nikki erzählt außerdem, dass sie Leiya ihre extra Socken gaben und versuchten, diese so auszustopfen, dass sie damit irgendwie laufen könnte. Die Grundhaltung sei damals ganz klar gewesen: Wir ziehen das zusammen durch.

Nikki erinnert sich sogar an einen Satz von Maddy aus diesem Moment. Als andere versuchten, Druck wegen der Schuhe aufzubauen, habe Maddy gesagt: „Wir tragen sie. Wir nehmen sie auf unseren Rücken." Rückblickend sagen beide zwar selbst, dass das so wohl nicht realistisch gewesen wäre - aber genau das zeige, wie ernst es ihnen zunächst damit gewesen sei, Leiya unbedingt dabeizubehalten.

Beim Feuermachen begannen die Zweifel

Erste echte Zweifel kamen laut Nikki und Maddy schon früher auf, nämlich bei der Aufgabe mit dem Feuermachen. Nikki sagt offen: „Das war das erste Mal, dass ich angefangen habe, das infrage zu stellen, was sie gesagt hat."

Maddy beschreibt die Situation so, dass sie bei Leiya einen Mangel an Selbstvertrauen gespürt habe - zugleich aber auch den Wunsch, sich gerade über diese Fähigkeit zu beweisen. Das Problem daran: Leiya habe das Feuermachen zuvor selbst als ihre Stärke dargestellt. Wenn jemand sage, „Das ist mein Ding, lasst mich diesen Teil übernehmen", dann blicke das Team in so einem Moment eben auch auf genau diese Person.

Für die beiden war deshalb nicht entscheidend, dass Leiya Schwierigkeiten hatte. Enttäuschend war für sie vielmehr, dass sie sich offenbar anders präsentiert hatte, als sie im entscheidenden Moment liefern konnte. Nikki sagt, sie hätten sich anders vorbereitet, wenn Leiya realistischer mit ihrem Können umgegangen wäre.

Ob Team Alpha auch mit Leiya am Ende gewonnen hätte, beantworten beide nur vorsichtig. Maddy sagt, es wäre mit ihr „viel knapper" geworden. Nikki zweifelt vor allem daran, welchen Beitrag Leiya in den letzten praktischen Schritten noch hätte leisten können - etwa beim Boot oder beim Lösen der Knoten.

Maddy formuliert es etwas zurückhaltender, aber ähnlich deutlich: Sie habe irgendwann einfach das Gefühl gehabt, dass Leiya „die Energie ausging" - und dass genau das nicht der richtige Moment dafür gewesen sei. Nikki ergänzt sinngemäß, sie sei nicht bereit gewesen, „auf der falschen Seite der Wand festzustecken", wenn Leiya es nicht mehr hinüber schaffen würde.

Quellen

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