Zum Hauptinhalt springen
Kritik

„One Night Only“: Eine völlig absurde Idee, die erstaunlich gut funktioniert

Was wäre, wenn Sex nur eine Nacht im Jahr erlaubt wäre? „One Night Only“ macht aus dieser Prämisse eine absurde, aber überraschend gefühlvolle RomCom.

Owen macht Allie eine Pizza.
Da dürfte Dua Lipa beim Zuschauen wohl ganz genau hingesehen haben: Zwischen Callum Turner und Monica Barbaro wird es in „One Night Only“ ziemlich spicy. Foto: Universal

Es gibt Filmideen, bei denen man sich unweigerlich fragt, wer eigentlich zuerst „Das ist doch völlig bescheuert“ gesagt hat – und wer daraufhin trotzdem „Machen wir!“ antwortete. „One Night Only“ gehört definitiv in diese Kategorie. Und vielleicht liegt genau darin der größte Reiz der neuen RomCom von Will Gluck.

Denn die Ausgangslage ist so albern, dass sie eigentlich kaum funktionieren dürfte: In den USA ist Sex außerhalb der Ehe verboten. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit Konsequenzen rechnen. Doch einmal im Jahr gibt es eine zwölfstündige Ausnahme. Eine einzige Nacht, in der unverheiratete Menschen Sex haben dürfen – allerdings nur mit Kondom. Entsprechend fiebert die gesamte Bevölkerung diesem Ereignis entgegen.

Was daraus entsteht, erinnert zunächst auffällig an „The Purge“ – nur dass diesmal nicht gemordet, sondern gevögelt werden darf. Und tatsächlich ist die Parallele mehr als nur ein witziger Vergleich: Beide Filme bauen ihre Welt auf demselben Prinzip auf. Eine gesellschaftlich verbotene Handlung wird für einen begrenzten Zeitraum legalisiert, damit sich der angestaute Druck innerhalb dieser einen Nacht entladen kann.

Während „The Purge“ dafür zwölf Stunden Mord und Totschlag freigibt, macht „One Night Only“ ausgerechnet Sex zum gesellschaftlichen Ausnahmezustand.

Das klingt nach einer ziemlich sicheren Vorlage für eine völlig durchgeknallte Sex-Komödie. Und genau das ist „One Night Only“ auch – zumindest teilweise. Doch überraschenderweise steckt unter der absurden Oberfläche deutlich mehr Gefühl, als man zunächst erwarten würde...

Worum geht es bei „One Night Only“ ?

Im Mittelpunkt stehen Owen (Callum Turner) und Allie (Monica Barbaro), die beide mit völlig anderen Vorstellungen in diese besondere Nacht starten. Owen möchte eigentlich seine langjährige Freundin Malika (Maya Hawke) heiraten und plant sogar einen Antrag. Doch ausgerechnet an diesem Abend eröffnet sie ihm, dass sie ihre einmalige Chance lieber mit einem anderen Mann nutzen möchte. Allie wiederum wird von ihrer besten Freundin sitzen gelassen und steht plötzlich ebenfalls allein da.

Also machen sich beide auf die Suche nach jemandem, mit dem sie diese eine Nacht verbringen können – und natürlich begegnen sie sich. Allerdings läuft ihr erstes Treffen alles andere als romantisch. Dennoch ausgerechnet entwickelt sich im Verlauf der Nacht zwischen diesen beiden eine Verbindung, die mit der eigentlichen Prämisse des Films erstaunlich wenig zu tun hat.

Während die gesamte Stadt damit beschäftigt ist, möglichst schnell Sex zu haben, entdecken Owen und Allie etwas, das sich nicht erzwingen lässt: echtes Interesse aneinander.

Eine absurde Welt, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet

Genau hier zeigt sich allerdings auch das größte Problem von „One Night Only“: Regisseur Will Gluck nutzt die absurde Ausgangslage nicht in erster Linie für bissige Gesellschaftskritik. Wer erwartet, dass der Film die politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen eines solchen Gesetzes gründlich auseinandernimmt, dürfte deshalb enttäuscht werden.

Denn wie dieses System überhaupt funktionieren soll, bleibt erstaunlich vage. Warum akzeptiert die Gesellschaft ein solches Gesetz? Wie wird es kontrolliert? Und warum heiraten die Menschen nicht einfach, um dem Verbot zu entgehen? „One Night Only“ hat auf diese Fragen nur bedingt Antworten. Die dystopische Welt bleibt letztlich Kulisse für die eigentliche Geschichte.

Das ist schade, denn aus der Prämisse hätte sich durchaus eine bissige Satire über staatliche Kontrolle, Sexualität, Dating und gesellschaftlichen Druck machen lassen. Stattdessen interessiert sich Gluck deutlich mehr dafür, was innerhalb dieser zwölf Stunden zwischen zwei Menschen passieren kann.

Owen läuft mit einer Pizza unter dem Arm durch New York
Foto: Universal

Aber vielleicht muss „One Night Only“ diesen Anspruch aber auch gar nicht erfüllen.

Denn je länger die Nacht dauert, desto weniger fragt man sich, warum diese absurde Gesellschaft überhaupt existiert. Stattdessen fiebert man mit Owen und Allie mit. Der Film nimmt seine verrückte Welt zunehmend zurück und macht Platz für die klassische RomCom-Dynamik: heimliche Blicke, Gespräche, peinliche Situationen und kleine Momente, in denen aus einer zufälligen Begegnung langsam echte Nähe entsteht.

Dass das funktioniert, liegt vor allem an Callum Turner und Monica Barbaro. Turner verleiht Owen eine sympathische Unsicherheit, die ihn trotz seines offensichtlichen Charmes nicht wie den perfekten RomCom-Helden wirken lässt. Barbaro wiederum spielt Allie selbstbewusst und verletzlich zugleich.

Vor allem aber stimmt die Chemie zwischen den beiden. Man glaubt ihnen tatsächlich dabei zuzusehen, wie sie sich ineinander verlieben – und das ist bei einer Geschichte, deren Liebespaar sich innerhalb einer einzigen Nacht finden soll, alles andere als selbstverständlich.

So entwickelt sich „One Night Only“ nach und nach weg von der absurden Sex-Prämisse und hin zu einer erstaunlich warmherzigen Romanze. Ausgerechnet in einer Nacht, in der alle nur an das Eine denken, geht es für Owen und Allie irgendwann um etwas ganz anderes.

Lohnt sich „One Night Only“?

„One Night Only“ ist keine perfekte RomCom und schon gar nicht die große Gesellschaftssatire, die in seiner verrückten Ausgangsidee steckt. Dafür ist die Welt zu wenig durchdacht und der Film stellenweise erstaunlich zahm. Doch Callum Turner und Monica Barbaro besitzen eine so natürliche Chemie, dass man ihnen trotzdem gerne durch diese völlig absurde Nacht folgt.

Dazu kommen wunderschöne New-York-Bilder, charmante Nebenfiguren und genau die richtige Portion Chaos. Der Film ist dabei weder besonders tiefgründig noch konsequent in seiner dystopischen Welt – aber er besitzt etwas, das bei einer RomCom mindestens genauso wichtig ist: Herz.

Wer sich auf die alberne Prämisse einlässt und keine tiefschürfende Dystopie erwartet, bekommt eine überraschend emotionale und sehr sympathische RomCom, die aus einer ziemlich verrückten Idee am Ende tatsächlich etwas Romantisches macht.

Ed Sheeran Game of Thrones - Foto: HBO
Stars
Ed Sheerans Vermögen: So reich ist der Sänger!

Er zählt zu den erfolgreichsten Musikern seiner Zeit – und ist damit reich geworden. Wie hoch das Vermögen von Ed Sheeran ist, erfahrt ihr hier.

Maybrit Illner mit kurzen braunen Haaren trägt ein dunkles, glitzerndes Oberteil vor einer Wand mit Schriftzügen. - Foto: Imago/Zoonar
Liebesleben
Maybrit Illner: Das sind die berühmten Ex-Männer der Fernsehmoderatorin

Maybrit Illner hält ihr Liebesleben weitgehend privat. Zweimal war die Moderatorin aber schon verheiratet. Wer sind die beiden prominenten Ex-Männer?

Carolin Kebekus hält im gelben Jumpsuit ein Mikrofon am Kabel. Neben ihr steht „Die Carolin Kebekus Show“ vor orangefarbenen Wolken. - Foto: WDR/btf/Frederike Wetzels
Prominente Unterstützung!
„Die Carolin Kebekus Show“ 2026: Alle Gäste der neuen Staffel im Überblick

Carolin Kebekus meldet sich mit sieben neuen Folgen ihrer ARD-Comedyshow zurück. Welche prominenten Gäste in der neuen Staffel auftreten und wann die Folgen zu sehen sind.

Jenke von Wilmsdorff mit grauen Haaren und kurzem grauem Bart lächelt in die Kamera. Er trägt ein dunkles Hemd vor dunklem Hintergrund. - Foto: Imago/Rainer Unkel
Abseits der Kameras
„JENKE. Report“-Star Jenke von Wilmsdorff im Steckbrief: Ex-Frau, Freundin, Krankheit

Für seine TV-Experimente geht Jenke von Wilmsdorff regelmäßig an seine Grenzen. Doch wie lebt der Journalist privat und was ist über seine Ex-Frau Mia Bergmann bekannt? Die wichtigsten Fakten im Steckbrief.

Markus in Gelb und Katharina in Rot hängen mit weißen Helmen und Klettergurten an Seilen vor einer Felswand. - Foto: ZDF/Sabine Finger Fotografie
Nach Drama in Staffel 18
„Die Bergretter“: Alle Infos zu Staffel 19! Wann und wie geht es weiter?

Staffel 19 von „Die Bergretter“ ist bereits bestätigt. Doch wie geht es für Markus und Co. nach dem dramatischen Serienfinale weiter?

Tobi, Markus und Nina stehen mit Rucksäcken und Kletterausrüstung vor einer Felswand. Einer hält einen kleinen Hund im Arm. - Foto: ZDF/Sabine Finger Fotografie
Dramatische neue Staffel
„Die Bergretter“-Vorschau, Staffel 18: Schock-Diagnose und Todesfall erschüttern das Team

Katharina erhält eine niederschmetternde Diagnose, Franz’ Tod erschüttert das Team: So dramatisch werden die sieben Folgen von „Die Bergretter“.