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„Olivia“ im ZDF: So viel Wahrheit steckt wirklich im Film

Der ZDF-Film „Olivia“ zeigt die bewegende Lebensgeschichte von Olivia Jones. Jetzt spricht die Dragqueen offen über ihre schwere Kindheit und den Schmerz mit ihrer Mutter.

Olivia Jones schaut in die Ferne
Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen

Schrille Outfits und große Auftritte auf der Hamburger Reeperbahn – so kennen viele Menschen Olivia Jones. Doch hinter der berühmten Dragqueen steckt eine Lebensgeschichte, die deutlich emotionaler und schmerzhafter ist, als viele vielleicht erwarten würden.

Der neue ZDF-Film „Olivia“, basierend auf der Autobiografie „Ungeschminkt: Mein schrilles Doppelleben“, zeigt genau diese Seite. Besonders bewegend: Viele der dramatischen Szenen im Film beruhen tatsächlich auf echten Erlebnissen aus Olivia Jones’ Leben.

Viele Szenen im ZDF-Film basieren auf echten Erlebnissen

Im Film wird gezeigt, wie schwer Olivia Jones als junge Person unter Ablehnung und gesellschaftlichem Druck litt. Aufgewachsen als Oliver Knöbel im niedersächsischen Springe spürte sie früh, dass sie anders war als andere Kinder. Besonders die Beziehung zu ihrer Mutter Evelyn wird im Film intensiv thematisiert – und auch diese Szenen entsprechen laut Olivia Jones weitgehend der Realität.

„Meine Mutter ist nicht mehr mit mir zusammen auf die Straße gegangen. Wenn sie mich von der Schule abgeholt hat, hat sie weiter weg geparkt, damit sie keiner sieht“, erzählt die 56-Jährige heute im Interview mit der Bild-Zeitung offen.

Auch ein besonders harter Satz ihrer Mutter taucht im Film auf: „So Leute wie du sind Abschaum!“ Heute ordnet Olivia Jones diese Worte allerdings anders ein. „Ich habe das damals natürlich sehr persönlich genommen, aber sie meinte damit eigentlich, was die Gesellschaft über Menschen wie mich dachte.“

Der gesellschaftliche Druck war enorm

Hinzu kam die schwierige Familiensituation. Als Olivia zwölf Jahre alt war, kam ihr Vater wegen Unterschlagung ins Gefängnis. Der gesellschaftliche Druck auf ihre Mutter wurde dadurch noch größer. „Meine Mutter sagte immer: ‚Was sollen denn die Leute von uns denken?‘“, erinnert sich Olivia Jones.

Erst viele Jahre später habe sie verstanden, wie überfordert ihre Mutter damals wirklich gewesen sei. Heute blickt sie deutlich versöhnlicher auf diese Zeit zurück. „Auch sie wurde ausgegrenzt und diskriminiert“, erklärt Jones inzwischen.

Es herrschte sieben Jahre Funkstille mit ihrer Mutter

Mit 18 zog Olivia Jones nach Hamburg und begann dort ihre Karriere auf der Reeperbahn. Der Kontakt zur Mutter brach danach fast komplett ab. Sieben Jahre lang hätten die beiden nur sporadisch telefoniert. Erst eine gemeinsame Therapie half dabei, die tiefen Verletzungen aufzuarbeiten.

„Das war das Beste, dass man jemanden hat, der diese emotionalen Gespräche mit beiderseitigen Verletzungen moderiert“, sagt Olivia Jones heute. Die Gespräche veränderten schließlich alles: „Danach war das Verhältnis von meiner Mutter und mir wie nach einem Gewitter. Die Wolken waren weg und es war alles wieder etwas reiner.“

Heute sagt sie offen: „Ich habe meiner Mutter verziehen, weil ich sie heute viel besser verstehe.“

Olivia Jones macht auf Hass und Ausgrenzung aufmerksam

Neben ihrer persönlichen Geschichte will Olivia Jones mit dem Film aber auch eine wichtige Botschaft senden. Denn sie beobachtet aktuell mit Sorge, wie Hass gegenüber queeren Menschen wieder zunimmt. „Die Gewalt gegen Homosexuelle steigt wieder. Hinzukommen Ausgrenzung und der weltweite Rechtsruck“, warnt sie.

Besonders wichtig sei deshalb Sichtbarkeit und Aufklärung – gerade für junge Menschen. „Dass ein Kind so sein darf, wie es möchte, ist der Schlüssel, um glücklich zu sein“, betont die Dragqueen.

Darum ist „Olivia“ mehr als nur ein Biopic

Der ZDF-Film erzählt deshalb nicht nur die Karriere einer bekannten TV-Persönlichkeit. „Olivia“ zeigt vor allem, wie belastend gesellschaftlicher Druck und fehlende Akzeptanz für junge Menschen sein können. Gleichzeitig macht der Film aber auch Hoffnung. Denn trotz aller Verletzungen fand Olivia Jones am Ende einen Weg zur Versöhnung – mit ihrer Mutter und mit ihrer Vergangenheit.

Wann läuft „Olivia“ im ZDF?

„Olivia“ läuft am Mittwoch, 13. Mai 2026, um 20:15 Uhr im ZDF. Bereits jetzt ist der Film in der ZDF-Mediathek abrufbar.

In der Hauptrolle ist Johannes Hegemann zu sehen, Annette Frier spielt Olivia Jones’ Mutter Evelyn. Regie führte Till Endemann.

Quellen
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