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100% Geschmack, 0% Alkohol

nüchtern nach „Die Höhle der Löwen“: Das wurde aus dem alkoholfreien Drink aus dem Beutel

Mit „nüchtern“ lassen sich alkoholfreie Drinks in Windeseile herstellen. Doch ist der Name ein Stimmungskiller?

Isabella Steiner trägt ein schwarzes Oberteil mit dem weißen Schriftzug „nüchtern“ vor einem orange-schwarzen Hintergrund.
Einige Löwen stören sich am Geschmack, andere am Namen von „nüchtern“. Foto: RTL

Alkoholfreie Alternativen beschäftigen Isabella Steiner schon seit Jahren. Aus der Frage „Was trinke ich, wenn ich nicht trinke?“ entstand zunächst ein Angebot für alkoholfreie Getränke. Inzwischen konzentriert sich ihr Unternehmen nüchtern auf eigene Drinks im ungewöhnlichen Format.

Statt fertiger Getränke in schweren Flaschen verkauft Steiner hochkonzentrierte Flüssigkeit in kleinen Einzelportionen. Ein Sachet enthält zwölf Milliliter Konzentrat und wird beispielsweise mit Tonic Water aufgegossen. Bei „Die Höhle der Löwen“ wollte Steiner mit dem Konzept nun auch die Investor überzeugen.

Isabella Steiner will 300.000 Euro für nüchtern

Ihr Angebot hatte es in sich: 300.000 Euro für zwölf Prozent der Firmenanteile wollte Steiner von den Löwinnen und Löwen. Das entsprach einer Unternehmensbewertung von 2,5 Millionen Euro.

Als erstes präsentierte sie den alkoholfreien Italian Spritz. Eine Packung mit zehn Portionen kostete zum Zeitpunkt des Pitches 14,90 Euro. Geschmacklich gingen die Meinungen auseinander. Frank Thelen fand die bittere Note zwar grundsätzlich angenehm, bevorzugte aber das alkoholische Original. Andreas W. Herb schmeckte der Drink ebenfalls, allerdings empfand er ihn nicht als geschmackliche Kopie des Originals.

Judith Williams konnte sich dagegen für Geschmack und Grundidee begeistern. Sie selbst möge den Geschmack alkoholischer Getränke, brauche dafür aber nicht unbedingt den Alkohol.

Auch die bisherigen Geschäftszahlen waren durchaus beachtlich: Im vorangegangenen Jahr hatte nüchtern nach Steiners Angaben 500.000 Euro Umsatz gemacht. Zudem waren bereits zehn Investor beteiligt, wobei die Unternehmensbewertung bei den einzelnen Finanzierungsrunden immer weiter gestiegen war.

Darum gab es für nüchtern keinen Deal

Gerade die hohe Bewertung wurde jedoch zum Problem. Für Frank Thelen war das Investment nicht interessant, weshalb er früh ausstieg.

Bei Andreas W. Herb änderte sich die zunächst positive Einschätzung ebenfalls. Ihn störte vor allem der Markenname „nüchtern“, weil dieser für ihn zu stark mit einem bewussten Nein zu Alkohol verbunden war.

Ralf Dümmel verabschiedete sich ebenfalls aus den Verhandlungen, lobte Steiner zuvor aber ausdrücklich für ihren Pitch und die Arbeit, die sie bereits in ihr Unternehmen gesteckt hatte.

Am längsten schien Judith Williams eine mögliche Partnerin zu sein. Sie mochte den Drink, konnte sich letztlich aber weder mit dem Namen noch vollständig mit der Präsentation im kleinen Beutel anfreunden. Auch sie investierte nicht.

Damit blieb nur noch Dagmar Wöhrl, die das Konzept allerdings von Beginn an weniger überzeugt hatte. Für Isabella Steiner und nüchtern gab es deshalb keinen Deal.

Was wurde nach „Die Höhle der Löwen“ aus nüchtern?

Das Nein der Löwinnen und Löwen bedeutet keineswegs das Ende für das Unternehmen. Im Gegenteil: nüchtern ist weiterhin am Markt und hat das Sortiment inzwischen deutlich ausgebaut.

Aktuell führt der eigene Onlineshop sechs verschiedene Konzentrate. Neben dem bei „Die Höhle der Löwen“ vorgestellten Italian Spritz gibt es Pink Spritz, Yuzu Spritz, Sun Spritz, Hugo Spritz sowie eine Wacholder-Basis. Damit ist aus dem einzelnen Spritz-Konzentrat inzwischen eine kleine alkoholfreie Drink-Palette geworden.

Die klassischen Spritz-Sorten kosten im Zehnerpack weiterhin 14,90 Euro, also 1,49 Euro pro Drink – hinzu kommt allerdings noch das Getränk, mit dem das Konzentrat aufgegossen wird. Für die Wacholder-Basis werden aktuell 16,90 Euro für zehn Portionen fällig. Daneben verkauft nüchtern größere Stückzahlen und verschiedene Mixpakete.

Auch der Vertriebsweg hat sich verändert. Ende 2024 schloss das Unternehmen seinen stationären Laden und konzentrierte sich fortan auf Onlineshop und Eigenmarke. Die Konzentrate werden inzwischen direkt über den eigenen Shop sowie über Amazon angeboten.

Besonders interessant: Die Entwicklung des Produkts ist offenbar längst nicht abgeschlossen. Erst 2026 kamen weitere Geschmacksrichtungen hinzu. Steiner bezeichnete den Hugo Spritz als sechste Sorte und kündigte gleichzeitig an, dass für das Unternehmen in diesem Jahr noch weitere Pläne anstehen.

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