Nicolas Cage-Film sorgt für Netflix-Klage: Was hat es mit „Fortitude“ auf sich?
Ein unveröffentlichter Kriegsfilm mit Nicolas Cage, Ben Kingsley und Michael Sheen entwickelt sich zum Gegenstand eines millionenschweren Rechtsstreits. Welche Vorwürfen werden gegen Netflix erhoben?

Eigentlich sollte „Fortitude“ als hochkarätig besetzter Zweiter-Weltkrieg-Thriller Käufer begeistern. Stattdessen sorgt der Film nun vor Gericht für Schlagzeilen. Die Produzenten des bislang unveröffentlichten Streifens haben Netflix auf 105 Millionen US-Dollar verklagt. Der Vorwurf: Eine dem Streamingdienst übergebene Filmkopie sei gestohlen worden – und habe den Verkaufswert des Projekts massiv beschädigt.
Warum verklagen die Produzenten Netflix?
Wie aus der Klage hervorgeht, die unter anderem Entertainment Weekly vorliegt, hatte Produzent und Drehbuchautor Simon Afram Netflix im Juni eine Masterkopie von „Fortitude“ auf einer Festplatte übergeben. Der Streaminganbieter sollte prüfen, ob er die Vertriebsrechte an dem Film erwerben möchte.
Wenig später wurde die Festplatte gemeinsam mit weiteren Datenträgern gestohlen. Nach Angaben der Kläger seien sie darüber erst Tage später informiert worden. Nun argumentieren sie, dass potenzielle Käufer künftig darüber aufgeklärt werden müssten, dass eine Filmkopie verschwunden sei. Das könne Versicherungsprobleme verursachen und den Marktwert des Films erheblich senken.
Afram gibt an, rund sieben Jahre an dem Projekt gearbeitet und mehr als 45 Millionen US-Dollar investiert zu haben. Deshalb fordert er nun 105 Millionen US-Dollar Schadenersatz.
Netflix weist die Vorwürfe zurück
Netflix sieht die Verantwortung allerdings nicht bei sich. In einem Statement erklärte das Unternehmen gegenüber dem Hollywood Reporter: „Netflix bestreitet jede Behauptung, dass das Unternehmen das Verlustrisiko für einen Film trägt, der ohne die branchenüblichen Sicherheitsvorkehrungen geliefert wurde.“
Nach Angaben des Streamingdienstes sei die Festplatte nicht verschlüsselt gewesen. Dennoch habe Netflix nach dem Diebstahl zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehörten eine umfassende interne Untersuchung sowie die Überwachung bekannter Piraterieseiten, um eine mögliche illegale Veröffentlichung des Films frühzeitig zu erkennen.
Die Produzenten teilten zudem mit, den Diebstahl bei der Polizei in Los Angeles angezeigt zu haben.
Worum geht es in „Fortitude“?
„Fortitude“ erzählt eine wahre Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg und wird als Mischung aus „Ocean's Eleven“ und „Inglourious Basterds“ beschrieben – also als actionreicher Heist-Film vor historischem Hintergrund.
Neben Nicolas Cage gehören auch Ben Kingsley, Michael Sheen, Ron Perlman, Matthew Goode, Lukas Haas und Alice Eve zur Besetzung.
Wann und in welcher Form „Fortitude“ veröffentlicht wird, ist derzeit unklar. Der laufende Rechtsstreit dürfte die Zukunft des Films zunächst zusätzlich erschweren.







